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Unglaubliches Formel-1-Comeback Gehandicapter Kubica wird Stammpilot

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"Ich habe nie aufgegeben, nichts ist unmöglich": Robert Kubica.

(Foto: imago/LaPresse)

Es ist ein kleines Wunder: Acht Jahre nach seinem Rallye-Unfall, bei dem Robert Kubica fast seine rechte Hand verloren hätte, kehrt der Pole zurück in die Formel 1. Ab der nächsten Saison ist er Stammpilot des britischen Williams-Teams. Sein Motto: "Nichts ist unmöglich."

Robert Kubica nahm die letzten Treppen auf die Dachterrasse mit einem Sprung, im Hintergrund glitzerte die Fassade des luxuriösen Yas-Hotels, und im Hafen schaukelten die Yachten. Der Rahmen war fast so spektakulär wie das Comeback selbst, das in Abu Dhabi verkündet wurde: Kubica kehrt als Stammpilot in die Formel 1 zurück. Acht Jahre nach seinem Unfall bei einem Rallye-Rennen schenkt Williams dem Polen das Vertrauen - obwohl ihm sein rechter Arm weiter Probleme macht. Er schreibe eine "Geschichte, an die wohl keiner geglaubt hat", sagte Kubica stolz, aber auch ein bisschen schüchtern: "Ich habe nie aufgegeben, nichts ist unmöglich."

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Dieser Moment sei nach all den Qualen, nach all der Arbeit, einer "der größten Erfolge meines Lebens". Dass Kubica bei Williams vom Ersatzmann zum Stammfahrer aufsteigt, hatte sich angedeutet. Und dennoch wollten über 50 Reporter über die Zeremonie berichten. Die Geschichte des 33-Jährigen ist zu erstaunlich. Kubica galt als kommender Weltmeister, der WM-Vierte von 2008 stand vor einem Wechsel zu Ferrari, als er sich im Februar 2011 schwer verletzte.

Dabei verlor Kubica fast eine Hand, sein rechter Arm ist bis heute nicht so beweglich und bei weitem nicht so muskulös wie der linke. Aber: "Mich schränkt der Arm nicht so sehr ein, wie die meisten Leute denken." Und so kämpfte Kubica, der 2008 in Kanada gewann, um seine Rückkehr. Die sorgt für Euphorie: "WAS für ein Comeback", schrieb vor der Bekanntgabe Ex-Pilot Mark Webber. "Als ich an RK's Krankenhausbett nach seinem Unfall in Italien stand, wollte ich meinen Augen einfach nicht glauben, in welchem Zustand er ist."

"Ich habe keine Angst"

Sieben Stunden lang hatten zwei Teams aus sieben Ärzten den Polen damals an Arm und Hand operiert. Zunächst befürchteten sie sogar, die Hand amputieren zu müssen. Weltmeister Lewis Hamilton freut sich auf Kubica. "Es ist toll, ich habe im Kart gegen ihn gekämpft und kenne ihn schon lange. Er ist einer der talentiertesten Fahrer, die ich je gesehen habe. Toll, dass er eine Chance bekommen hat." "Ich habe keine Angst", sagte Kubica nun, fast auf den Tag genau acht Jahre nach seinem bisher letzten Formel-1-Rennen in Abu Dhabi. An gleicher Stelle machte er nun klar: Ich bin wieder da. "Ich weiß, was es braucht, um ein Topfahrer zu sein." Allerdings räumt er ein: Seit seinem bisher letzten Rennen hat sich die "Formel 1 verändert".

Doch Kubica ging in diesem Jahr bei Williams ja quasi in die Lehre, er kennt die Abläufe und den Wagen. Mit seiner Akribie und dem Willen, es allen zu zeigen, hat Kubica auch Claire Williams überzeugt, die Tochter des Teamgründers Sir Frank Williams. Sie lobt seinen "großartigen Spirit". Er agiere "intelligent im Cockpit" und "versteht, was die Ingenieure machen". Mit seiner Erfahrung soll er Williams zu altem Glanz zu verhelfen.

Allerdings dürften auch potente polnische Sponsoren ein Argument gewesen sein, Kubica das Cockpit neben dem 20 Jahre alten Neuling George Russell zu geben. Angeblich zahlen sie eine zweistellige Millionensumme. Milliardärssohn und bisheriger Williams-Pilot Lance Stroll wird für Force India fahren, auch wenn das noch nicht offiziell ist. Seinem Vater gehört das Team. Für den Russen Sergei Sirotkin ist kein Platz mehr.

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Quelle: n-tv.de, tno/dpa/sid

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