Formel1

Das Sotschi-Drama ist auskuriert Top-Talent Norris hat nun genug gelitten

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Lando Norris rast seinem ersten Sieg entgegen. Noch ist unklar, wann und wo es soweit ist.

(Foto: REUTERS)

Sein Scheitern in Sotschi ist dramatisch und herzzerreißend, doch der erste Formel-1-Sieg von Lando Norris scheint nur eine Frage der Zeit zu sein. Nach dem enttäuschenden Ende des jüngsten Grand Prix verbringt er viel Zeit im Simulator, um aus den bitteren Erfahrungen zu lernen.

In einer Hinsicht ist Lando Norris bereits der unangefochtene Branchenprimus. Während zahlreiche Rennfahrer auf dem Podium eher pflichtschuldig ihren Champagner verspritzen, hat der britische Publikumsliebling die Ehrung der Top-3-Piloten zu einer Kunstform erhoben. Manchmal eingesprungen, in jedem Fall aber mit Schmackes knallt Norris seine Flasche auf den Boden, sodass eine meterhohe Schaumwein-Fontäne aufsteigt. Einziger Makel: Bislang jubelte der McLaren-Pilot in der Formel 1 "nur" als Zweiter oder Dritter.

"Lando ist so jung, er hat noch so viele Siege vor sich", sagt jemand, der es wissen muss. Sir Lewis Hamilton, siebenmaliger Weltmeister und 100-maliger Grand-Prix-Sieger, war einer von vielen, die vor zwei Wochen in Sotschi mit dem jungen Briten litten. Der 21-Jährige fuhr seinem ersten Triumph in der Königsklasse entgegen, bis in den finalen Runden Regen einsetzte und Norris gemeinsam mit seinem Team eine kapitale Fehlentscheidung bei der Reifenwahl traf.

Lehrgeld, auf das Wunderknabe Norris, der sich durch sämtliche Nachwuchsklassen siegte und bereits mit 19 Jahren in die Formel 1 aufstieg, gern verzichtetet hätte. Nach dem "enttäuschenden Ende" des jüngsten Grand Prix habe er "viel Zeit im Simulator verbracht, um aus den Erfahrungen zu lernen", berichtete Norris, der sich auf den 16. Saisonlauf auf der "echten Fahrerstrecke" in Istanbul (Sonntag, 14 Uhr im Liveticker bei ntv.de) freut.

Norris wird bereits beobachtet

Neben persönlichen Highlights - vier Podestplätze und eine Pole Position holte Norris in diesem Jahr - geht es für den jungen Mann aus Bristol auch darum, mit McLaren den dritten Platz hinter Mercedes und Red Bull in der Konstrukteurs-Weltmeisterschaft abzusichern. Es kommt nicht von ungefähr, dass es mit dem Traditionsteam, dem heimlichen britischen Nationalrennstall, sichtbar bergauf geht, seit Norris 2019 anheuerte.

Der allseits beliebte Spaßvogel hatte seinen erfahreneren Teamkollegen Daniel Ricciardo zumeist klar im Griff - wenngleich der Australier in Monza McLaren den ersten Sieg seit fast neun Jahren bescherte. Längst wird Norris in einem Atemzug mit Max Verstappen, Charles Leclerc oder George Russell genannt, wenn es um mögliche Weltmeister in diesem Jahrzehnt geht. Red Bull hatte in der Vergangenheit schon ein Auge auf das Supertalent geworfen, wie Motorsportberater Helmut Marko jüngst bestätigte. Bei anderen Rennställen wird Norris' Entwicklung interessiert verfolgt.

Der aber hat sich zumindest mittelfristig festgelegt, als er im Mai seinen Vertrag bei McLaren um "mehrere Jahre" verlängerte. "Mein Ziel ist es, Rennen zu gewinnen und Formel-1-Weltmeister zu werden, und das möchte ich mit diesem Team erreichen", sagte er damals. Ganz unwahrscheinlich ist das nicht.

Quelle: ntv.de, tno/sid

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