Formel1

Formel-1-Training in Montréal Vettel fährt allen davon

Nach der spektakulären Kollision mit seinem Teamkollegen in der Türkei gibt Sebastian Vettel in Montreal die passende Antwort. Der Red-Bull-Pilot fährt im freien Training zum Großen Preis von Kanada die Bestzeit. Auch Rekord-Weltmeister Michael Schumacher überzeugt.

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Fix in Montreal: Vizeweltmeister Sebastian Vettel.

(Foto: dpa)

Sebastian Vettel hat die Turbulenzen um den Istanbul-Crash scheinbar bestens verkraftet. Mit der Tagesbestzeit im zweiten Training zum Großen Preis von Kanada bewies der Red-Bull-Pilot, dass mit ihm in Montréal zu rechnen ist. Der 22-Jährige verwies auf dem "Circuit Gilles Villeneuve" in 1:16,877 Minuten den zweimaligen Formel-1-Weltmeister Fernando Alonso im Ferrari auf Platz zwei. Nico Rosberg wurde im Mercedes Dritter vor dem WM-Führenden Mark Webber im zweiten Red Bull. Erfreulich aus deutscher Sicht war auch Rang sechs für Adrian Sutil im Force India.

Noch am Vormittag hatte Rekordchampion Michael Schumacher in ersten Session auf einer seiner Lieblingsstrecken mit der zweitbesten Zeit überrascht. Nur McLaren-Pilot Jenson Button war auf dem 4,361 Kilometer langen Kurs schneller als der siebenmalige Kanada-Sieger im Mercedes. "Montréal ist eines der Highlights des Jahres", hatte der 41-Jährige noch vor der ersten Einheit gesagt. Im zweiten Abschnitt kam Schumacher auf Rang neun.

Mercedes-Piloten ordentlich

Zwar sind die erzielten Zeiten im Training zumeist nur bedingt aussagekräftig, da die meisten Teams die Einheiten zum Testen nutzen. Dennoch war vor allem die Vorstellung von Schumacher und Rosberg, der im ersten Training Vierter geworden war, bemerkenswert.

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Im Training ist er gut: Michael Schumacher.

(Foto: dpa)

Schumacher hatte sich noch vor dem Training sehr zurückhaltend zu den Chancen seines Teams beim Grand Prix am Sonntag (18.00 Uhr MESZ/Sky und RTL) geäußert. "Man muss realistisch sein, dass wir hier nicht ganz so stark aufgestellt sind", hatte der siebenmalige Champion gesagt. "Wir haben schon in der Türkei gesehen, dass wir topspeed-mäßig nicht ganz so flott unterwegs sind. Und Kanada ist topspeed-lastig." Deshalb erhoffe er für den Sonntag Regen: "Dann ändert sich ganz schnell alles."

Noch vor Beginn des Grand-Prix-Wochenendes waren die McLaren als Favoriten genannt worden. Die langen Geraden und die engen Kurven des "Circuit Gilles Villeneuve" gelten als ideal für die Dienstwagen von Weltmeister Button und Hamilton. Nach den ersten beiden Trainingseinheiten deutet aber viel auf einen Vierkampf zwischen Red Bull, McLaren, Mercedes und Ferrari hin.

Vettel entschuldigt sich nicht

Für Red-Bull-Fahrer Vettel war die Bestzeit am Nachmittag eine kleine Genugtuung. Noch am Donnerstag musste er immer wieder bohrende Fragen nach dem Unfall mit seinem Teamkollegen Webber im letzten Rennen in der Türkei stellen, wollte sie aber nur ungern beantworten. Vettel sah sich auf der Anklagebank, weigerte sich aber beharrlich, irgendeine Schuld einzugestehen. "Wenn ich einen Fehler mache, dann bin ich der erste, der die Hand hebt und es zugibt", betonte er. "Was passiert ist, ist passiert. Es gibt nichts mehr zu sagen." Auch Unfall-Gegner Webber selbst sagte sich frei von jeder Verantwortung. "Jeder hat das Recht auf eine eigene Meinung", sagte Vettel.

In Montréal waren sich Webber und Vettel immerhin in einem Punkt einig: Das Thema soll endlich abgehakt sein. Es gibt Wichtigeres. Beide kämpfen um die WM, und die McLaren-Konkurrenz wird stärker. Der Australier Webber führt vor dem Rennen am Sonntag (18.00 Uhr/RTL) das Klassement an. Doch Button (88) und Hamilton (84) sind als Zweiter und Dritter in Lauerstellung. Vettel (78) ist nach der Nullnummer in Istanbul Fünfter, Rosberg (66) Achter vor Schumacher (34).

Quelle: ntv.de, dpa/sid

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