Fußball-EM

Tierisches Orakel der EM Kuh Yvonne tippt Portugal-Sieg

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Yvonne (rechts) mag das Wasser aus dem portugiesischen Trog lieber. Was hat das zu bedeuten für die deutsche Nationalmannschaft?

(Foto: picture alliance / dpa)

Tierische Orakel haben sich bei der Fußball-WM 2010 bewährt. Das Problem ist: Krake Paul ist tot. Doch es gibt Nachfolger, zum Beispiel Kuh Yvonne. Das berühmteste Weidetier des Landes prognostiziert nichts Gutes: Sie tippt, dass Deutschland gegen Portugal verliert. Doch zum Glück ist die Kuh ist nicht das einzige EM-Orakel in der Tierwelt.

Schlechte Aussichten für die deutsche Nationalelf: Die berühmt gewordene Kuh Yvonne aus Bayern tippt beim EM-Auftaktspiel der Deutschen auf Portugal. Als tierisches Orakel und einer der möglichen Nachfolger von Krake Paul, dessen Prognosen bei der WM 2010 immer gestimmt hatten, sollte sie den Ausgang der Partie Deutschland-Portugal am Samstagabend vorhersagen.

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Kuh Yvonne geht gleich voll auf Konfrontationskurs mit ihrem Tipp.

(Foto: picture alliance / dpa)

Auf dem Gnadenhof Gut Aiderbichl im niederbayerischen Deggendorf musste sie sich dafür zwischen zwei mit Nationalflaggen verzierten Futtertrögen entscheiden. Sie wurde mit einigen Artgenossen auf eine Weide gelassen und steuerte auf direktem Weg auf den portugiesischen Trog zu. Die braungefleckte Yvonne ist als Orakel für den Radiosender Bayern 3 im Einsatz.

Doch die Konkurrenz für Kuh Yvonne ist groß. Eine Andechser Molkerei setzt auf Ziege Traudl, die ihre Fußballliebe angeblich als Einjährige durch einen vergessenen Ball entdeckte. In Sachsen ruhen alle Hoffnungen auf den Ottern Mörmel und Ferret aus Aue. "Sie sind quirlig und unparteiisch, weil sie nicht aus Europa, sondern aus Südostasien stammen", sagt Tierpark-Chef Christian Schroller. Und selbst dort, in Thailand nämlich, wird rund um die Europameisterschaft orakelt. Der achtjährige Seehund Tik sagte im Dusit-Zoo von Bangkok einen Sieg von Gastgeber Polen über Griechenland im Eröffnungsspiel voraus, indem er Bälle in den Nationalfarben auf seiner Nase jonglierte.

Im hohen Norden auf Usedom trainieren seit Wochen Möwen. Sie müssen zwei Brötchen vor Schildern mit Nationalflaggen anfliegen - was sie anfangs verunsicherte. "Die Möwen trauen sich inzwischen mehr zu. Sie kennen jetzt die Situation", sagt Thorald Weihs von der Usedomer Tourismus GmbH. Auch sie setzen auf Polen im ersten Spiel. Im Zoo im südpolnischen Krakau ist Elefantenkuh Citta am Start. Sie wählte nach Medienberichten zielsicher Früchte mit einer Chelsea-Fahne und tippte so das Champions-League-Finale richtig. "Elefanten sind eben besonders kluge Tiere", sagte dazu Zoodirektor Jozef Skotnicki.

"Das hat nichts mit kognitiven Fähigkeiten zu tun"

Klug ja, aber Fußballspiele vorhersagen? "Rein vom Wissenschaftlichen sehe ich keinen Grund, warum ich einem solchen Tier-Orakel glauben sollte", sagt Prof. Klaus Schönitzer von der Zoologischen Staatssammlung München. "Ich würde eher vermuten, dass die Leute das aus irgendeinem psychologischen Zusammenhang mitlenken, ohne dass sie sich selbst darüber im Klaren sind." Kraken seien sicher sehr intelligent. Sie könnten schnell reagieren und sich anpassen. "Das hat aber nichts mit kognitiven Fähigkeiten zur Beurteilung einer Wahrscheinlichkeit eines Fußballspiels zu tun."

Orakel - als göttliche Offenbarung - haben eine Jahrtausende alte Tradition. Im Tempel von Delphi etwa saß die Priesterin Pythia auf einem dreifüßigen Schemel über einer Erdspalte, aus der Gas strömte - davon in Trance versetzt gab sie ihren Orakelspruch. Auch Münzen, Schafgarbenstängel und Karten gelten von alters her als Mittel, um eine Antwort von einer über allem stehenden Instanz zu bekommen.

Kuh Yvonne hatte im vergangenen Jahr mit ihrer wochenlangen Flucht durch Oberbayern auch international für Schlagzeilen gesorgt. Die Kuh war im Mai 2011 ausgebüxt und im Landkreis Mühldorf in den Wald geflohen. Weil das Tier sich an das Leben in Freiheit anpasste und sich versteckte, wurde sie bekannt als "Kuh, die ein Reh sein will" und machte international von Japan über Indien bis in die USA Schlagzeilen - vor allem, weil das Landratsamt nach einem Beinahe-Zusammenstoß der Kuh mit einem Polizeiauto den Abschuss des Tieres anordnete. Tierschützer suchten wochenlang nach der Kuh und versuchten vergeblich, sie einzufangen.

Die Suche endete nach fast 100 Tagen überraschend Anfang September, als Yvonne ganz freiwillig zu vier Kälbern auf eine Weide zurückkehrte. Die Mitarbeiter von Aiderbichl fingen sie dort ein und brachten die Kuh wohlbehalten in einen Stall auf dem Hof beim niederbayerischen Deggendorf. Die hollywoodreife Geschichte soll verfilmt werden und als Zeichentrickstreifen in die Kinos kommen. Der Arbeitstitel des Films: "Cow on the run" - Kuh auf der Flucht.

Quelle: ntv.de, cro/dpa

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