Fußball-EM

VAR nimmt erstmals EM-Tor zurück Schweiz müht sich zu missglücktem Auftakt

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Zu wenig für einen Auftaktsieg.

(Foto: imago images/Just Pictures)

Zweimal jubelt die Schweizer Fußball-Nationalmannschaft über die Führung, aber nur einmal zählt der Treffer auch. In der Partie gegen Wales mischt sich erstmals bei einer Europameisterschaft der A-Nationalmannschaften der VAR ganz unmittelbar ins Spielgeschehen ein.

Die "goldene Generation" der Schweiz hat auf dem Weg zu ihren ambitionierten Zielen bei der Fußball-EM gleich zum Auftakt einen Dämpfer hinnehmen müssen. Die Mannschaft von Nationaltrainer Vladimir Petkovic kam gegen Wales mit Superstar Gareth Bale nach einer schwachen Vorstellung nicht über ein 1:1 (0:0) hinaus und verpasste den ersten wichtigen Schritt in Richtung K.o.-Phase.

Wales - Schweiz 1:1 (0:0)

Wales: Ward/Leicester (27 Jahre/14 Länderspiele) - Connor Roberts/Swansea (25/27), Mepham/Bournemouth (23/19), Rodon/Tottenham (23/15), Davies/Tottenham (28/61) - Allen/Stoke (31/60) - Morrell/Luton Town (24/16), Ramsey/Juventus Turin (30/64) ab 90.+3 Ampadu/ Chelsea (20/24) - Bale/Tottenham (31/93), James/Manchester United (23/21) ab 75. Brooks/Bournemouth (23/19) - Moore/Cardiff (28/18). - Trainer: Page
Schweiz: Sommer/Mönchengladbach (32/62) - Elvedi/Mönchengladbach (24/27), Schär/Newcastle (29/61), Akanji/Dortmund (25/30) - Mbabu/Wolfsburg (26/13), Freuler/Bergamo (29/30), Xhaka/Arsenal (28/95), Ricardo Rodriguez/FC Turin (28/82) - Shaqiri/Liverpool (29/92) ab 66. Zakaria/Mönchengladbach (24/33) - Seferovic/Benfica Lissabon (29/75) ab 84. Gavranovic/Zagreb (31/31), Embolo/Mönchengladbach (24/44). - Trainer: Petkovic
Schiedsrichter: Clement Turpin (Frankreich)
Tore: 0:1 Embolo (49.), 1:1 Moore (74.)
Zuschauer: 8782 (in Baku)
Gelbe Karten: Moore - Schär, Mbabu

Zwar gingen die Eidgenossen gegen das Überraschungsteam der vergangenen EM durch den Gladbacher Breel Embolo (49.) in Führung, Kieffer Moore (74.) traf allerdings zum verdienten Ausgleich. Die Schweizer Mannschaft, die nicht wenige als die beste in der Geschichte der Alpenrepublik sehen, entwickelte vor 30.000 Zuschauern im Nationalstadion von Baku zu selten Gefahr in der Offensive - und steht am Mittwoch (21 Uhr/ARD, MagentaTV und im Liveticker bei ntv.de) gegen Italien in Rom im Kampf um das Achtelfinal-Ticket bereits unter Druck.

Die Schweizer hatten ihre Ziele vor dem Turnierstart in aller Deutlichkeit formuliert, nachdem sie bei der WM 2014, der EM 2016 und der WM 2018 jeweils bereits im Achtelfinale gescheitert waren. Es sei ein sehr guter Zeitpunkt, "um Geschichte zu schreiben", betonte Kapitän Granit Xhaka. Erstmals seit 1954 wollen die Eidgenossen wieder bei einem großen Turnier ins Viertelfinale einziehen.

Embolo stark, aber zu selten im Glück

In Yann Sommer, Nico Elvedi, Embolo (alle Borussia Mönchengladbach), Manuel Akanji (Borussia Dortmund) und Kevin Mbabu (VfL Wolfsburg) standen gleich fünf Bundesliga-Profis in der Startelf der Schweizer, die sich in der Anfangsphase aber gegen den kompakt stehenden Gegner schwertaten. Vor dem Anpfiff waren beide Teams auf die Knie gegangen und hatten damit ein Zeichen gegen Rassismus gesetzt.

Wales suchte nach Ballgewinnen immer wieder Bale, die beste Chance hatte aber Sturmtank Moore (15.) per Kopf. Erst nach Sommers Parade und dem sehenswerten Hackenabschluss von Fabian Schär (20.) fand die Nati besser ins Spiel. Doch aus dem deutlichen Plus an Ballbesitz schlug die Schweiz gegen immer passivere Waliser deutlich zu wenig Kapital - einzig der frühere Frankfurter Haris Seferovic (27./41.) sorgte für Gefahr.

Nach dem Seitenwechsel sorgte vor allem Embolo mit mehreren guten Aktionen in kurzer Zeit für neuen Schwung. Der Angreifer zwang Keeper Danny Ward erst zu einer Glanzparade, ehe er bei der folgenden Ecke von Xherdan Shaqiri die Führung erzielte. Nur drei Minuten später stürmte Embolo erneut durch die gesamte walisische Abwehr und bediente Mbabu, der jedoch verzog.

Der walisische Nationalcoach Robert Page, der den wegen häuslicher Gewalt angeklagten Ryan Giggs bei dieser EM weiter auf der Trainerbank vertritt, ließ seine Mannschaft im Anschluss etwas früher attackieren. Wales schaffte es zwar nur selten, Bale oder Aaron Ramsey in Szene zu setzen, dafür belohnte Moore die offensivere Ausrichtung gegen nachlassende Schweizer per Kopf mit dem Ausgleich. Das vermeintliche 2:1 der Schweiz durch den eingewechselten Mario Gavranovic wurde wegen einer Abseitsstellung nicht anerkannt (85.).

Quelle: ntv.de, tsi/sid

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