Fußball

Ausgerechnet bei Klopps Angstgegner BVB kann's beim VfB verbocken

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Rückkehr in die Heimat: Jürgen Klopp ist in Stuttgart geboren.

(Foto: picture alliance / dpa)

In der Fußball-Bundesliga ist die Entscheidung möglich: Punktet der VfB Stuttgart gegen Borussia Dortmund, ist der Weg frei für den FC Bayern, den Meistertitel klarzumachen. Keine guten Aussichten also für den BVB - zumal die Statistik gegen die Gelben spricht.

Der VfB Stuttgart ist in der Fußball-Bundesliga eigentlich zum Nebendarsteller verkommen, aber am Osterwochenende spielt er eine Hauptrolle im Titelkampf. Wenn die Schwaben ab 15.30 Uhr (im n-tv.de Liveticker) Borussia Dortmund mindestens einen Punkt abringen und der FC Bayern anschließend sein Heimspiel gegen den Hamburger SV gewinnt, ist der Titelverteidiger endgültig entthront und die Münchner sind vorzeitig Meister.

Jürgen Klopp gibt sich angesichts des drohenden Titelverlusts ausgerechnet in seiner Geburtsstadt und gegen seinen Angstgegner gelassen. "Wenn es so sein sollte, wäre das einzige Problem, dass wir nicht gewonnen hätten", sagte der Borussen-Trainer. Ein Ergebnis, das Klopp im Zusammenhang mit den Stuttgartern bestens kennt. Seit über zwei Jahren hat Dortmund nicht mehr gegen den VfB gewonnen - so lange wie gegen keinen anderen Bundesligisten. Die zurückliegenden vier Partien endeten jeweils remis.

Hinzu kommt Klopps niederschmetternde persönliche Bilanz: Von 15 Auswärtsduellen gegen die Schwaben konnte der gebürtige Stuttgarter erst zwei für sich entscheiden. "Vielleicht haben sie sich gedacht: Der ist hier geboren, mehr zu gewinnen gibt es hier nicht für ihn", scherzte Klopp im Vorfeld. "Das Spezielle ist mittlerweile aber zur Routine geworden. Mit meiner Verwandtschaft ist geklärt, dass sie auch noch bei einem BVB-Sieg verwandt mit mir wären."

Schwaben schielen Richtung Europa

Die Stuttgarter fiebern der Partie entgegen. "Es ist einfach geil, gegen den deutschen Meister vor ausverkauftem Haus zu spielen. Wir hoffen, eine Überraschung schaffen zu können", sagte Torhüter Sven Ulreich. "Das wäre doch eine tolle Geschichte, wenn wir unentschieden spielen oder gewinnen. Was das für die Meisterschaft bedeutet, ist egal."

Bruno Labbadia versicherte ebenfalls, es sei ihm egal, dass sein Team die Titelentscheidung beeinflussen könne. "Das bedeutet mir gar nichts. Mir bedeuten drei Punkte für uns etwas. Das wäre ein schöner Schritt", sagte der VfB-Trainer. "Ob Bayern morgen oder eine Woche später Meister wird, ist nicht mehr ganz so wichtig."

Nach dem befreienden 2:1-Sieg in Frankfurt schielt der VfB wieder nach oben in der Tabelle. Der Abstieg ist seither kein Thema mehr, und mit einem Sieg könnte die Qualifikation für die Europa League sogar noch machbar sein. "Wir brauchen aber eine sehr geschlossene Mannschaftsleistung, um gewinnen zu können", erklärte Labbadia. Dortmund spiele erneut "eine fantastische Saison", aber die Bayern seien "halt noch besser".

VfB von Personalsorgen geplagt

Hinzu kommt, dass Stuttgart selbst in Schwächeperioden gegen Dortmund immer besonders stark auftrumpfte. "Es scheint, als würden sich die Stuttgarter immer gegen den BVB hochziehen", konstatierte Klopp. "Die Spiele gegen den VfB waren immer sehr intensiv."

Ein ähnlich enges Match erwartet der BVB-Coach auch diesmal. "Wir haben unsere Erfahrungen mit Stuttgart schon gemacht. Man muss auf alles eingestellt sein. Wir treffen auf einen taktisch gut organisierten Gegner, der zu allem bereit sein wird", warnte er. "Unsere Aufgabe ist es, dass sich die Stimmung in Stuttgart nicht dramatisch verbessert".

Die ist angesichts der riesigen Personalprobleme etwas getrübt. Mittelfeldstratege William Kvist und Verteidiger Cristian Molinaro fehlen gelb-gesperrt. Shinji Okazaki fällt wegen einer im Länderspiel für Japan erlittenen Außenbandverletzung aus. Zudem ist der Einsatz von Abwehrchef Serdar Tasci wegen einer noch nicht auskurierten Grippe sehr fraglich. Dortmund muss auf Abwehrchef Mats Hummels (Sprunggelenkverletzung) und Mittelfeldspieler Jakub Blaszczykowski (Zerrung im Adduktorenbereich) verzichten.

Quelle: ntv.de, Elmar Dreher und Morten Ritter, dpa