Fußball

481 Millionen Euro Minus Barça-Boss hoffte, dass Messi gratis spielt

Winkt er bald zum Abschied?

Lionel Messi hätte Gehaltseinbußen für ein weiteres Engagement beim FC Barcelona hingenommen. Für umsonst wollte er aber nicht spielen.

(Foto: imago images / ZUMA Press)

Der FC Barcelona muss seinen Superstar Lionel Messi ziehen lassen, weil die Finanzlage des Großklubs so desolat ist. Schuld daran soll die alte Führung sein, sagt der neue Präsident Joan Laporta. Er selbst hat bis zuletzt Hoffnung, dass Messi einen ganz besonderen Schritt macht. Machte er aber nicht.

Der Präsident des FC Barcelona, Joan Laporta, hat vor dem Wechsel von Lionel Messi zu Paris Saint-Germain auf ein ungewöhnliches Entgegenkommen des Superstars aus Argentinien gehofft. "Es hätte mir gefallen, wenn Messi im letzten Augenblick gesagt hätte, dass er gratis spielt", sagte Laporta dem Sender RAC1. Zugleich räumte er ein, dass er damit nicht gerechnet hatte. "Ein Spieler seines Niveaus kann das eigentlich nicht machen", fügte er hinzu. "Wir wussten ja alle, dass er ein sehr starkes Angebot" von PSG hatte.

Messi hatte sich am 8. August unter Tränen nach 21 Jahren beim FC Barcelona verabschiedet und war ablösefrei zu PSG gewechselt. Ein neuer Vertrag scheiterte nach Vereinsangaben an den Vorgaben des Financial Fair Play der spanischen Liga und der leeren Barça-Kasse.

Am Mittwoch hatte die neue Führung des FC Barcelona um Laporta schockierende Geschäftszahlen vorgelegt - und die frühere Chefetage des Traditionsklubs unter Ex-Präsident Josep Maria Bartomeu für die desolate Finanzlage verantwortlich gemacht. "Sie haben Spieler verpflichtet, obwohl sie wussten, dass sie sie nicht bezahlen konnten", klagte der Generaldirektor Ferran Reverer bei der Vorlage des Geschäftsberichts für das Haushaltsjahr 2020/21.

481 Millionen Euro Verlust - in einem Jahr

Demnach machte der Klub, der den Mitgliedern gehört, einen Verlust von 481 Millionen Euro, weil die Einnahmen eingebrochen seien, während es nicht gelungen sei, die Ausgaben zu deckeln. Es werde fünf Jahre dauern, den Klub finanziell zu sanieren, sagte Reverer.

Laporta hatte schon im August mitgeteilt, dass der FC Barcelona Schulden in Höhe von 1,35 Milliarden Euro angehäuft habe und dabei auch mögliche rechtliche Schritte gegen die frühere Vereinsführung angedeutet. Damals hatte der Club gerade seinen besten Spieler, den argentinischen Superstar Leo Messi, ablösefrei an Paris Saint-Germain verloren, weil die Franzosen mehr zahlen konnten. Der früher erfolgsverwöhnte Club aus Katalonien fährt seither eher Niederlagen ein und ist auf Platz neun der Tabelle abgerutscht.

Die Ausgaben seien 2020/21 um 19 Prozent im Vergleich zum Haushaltsjahr davor auf insgesamt 1,16 Milliarden Euro angestiegen, sagte Reverer. Hingegen seien die Einnahmen um 26 Prozent auf 631 Millionen Euro zurückgegangen. Die Beschränkungen durch die Corona-Pandemie, vor allem die Schließung des Stadiums Camp Nou in Barcelona und der anderen Einrichtungen des Klubs hätten zu Mindereinnahmen in Höhe von 181 Millionen Euro geführt, sagte Reverer. Auch die Einnahmen der Barça-Läden für Fanartikel und aus TV-Rechten seien stark zurückgegangen, letztere auch wegen des frühen Ausscheidens aus der Champions League.

Quelle: ntv.de, ter/dpa

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