Fußball

Meisterschaft bleibt offen Bayern strauchelt beim Abstiegskandidaten

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Beim Tabellenletzten aus Nürnberg verzweifeln die Bayern und Abwehrspieler Joshua Kimmich.

(Foto: dpa)

In einer dramatischen Schlussphase kommt es zum offenen Schlagabtausch zwischen dem 1. FC Nürnberg und dem FC Bayern München. Die Franken ergattern am 31. Spieltag der Fußball-Bundesliga einen Punkt gegen den Tabellenführer, verpassen aber kurz vor Schluss die Chance auf den Sieg.

Niko Kovac winkte genervt ab, ließ sich auf die Bank fallen und schaute fassungslos aufs Spielfeld. In allerletzter Minute war Kingsley Coman ganz alleine auf das Tor zugelaufen - und hatte doch die Vorentscheidung für den FC Bayern im Titelkampf verpasst. "Es ist total ärgerlich. Wir hätten uns einen Matchball erspielen können", sagte der Münchner Trainer nach dem enttäuschenden 1:1 (0:0) beim 1. FC Nürnberg dem Bezahsender Sky. Der schwache Tabellenführer nutzte am 31. Spieltag der Fußball-Bundesliga die Steilvorlage des FC Schalke 04 nicht und baute seinen Vorsprung auf Verfolger Borussia Dortmund drei Spieltage vor Saisonende nur auf zwei Punkte aus.

Erschöpft und traurig standen die Nürnberger am Mittelkreis. Dem Klub droht trotz des überraschenden Punktgewinns im 191. bayerisch-fränkischen Derby der neunte Abstieg - weil Tim Leibold einen Foulelfmeter in der Nachspielzeit an den Pfosten setzte (90.+1). Es war der dritte verschossene Nürnberger Strafstoß in Folge. So wuchs der Rückstand auf den am Samstag siegreichen VfB Stuttgart auf dem Relegationsplatz auf fünf Zähler.

"Nach wie vor sind wir im Rennen", meinte allerdings Torhüter Christian Mathenia, "jeder rennt für den anderen. Wir werden bis zum allerletzten Spieltag nicht aufgeben." In allerletzter Sekunde hatte er mit seiner Parade gegen Coman noch eine Niederlage verhindert (90.+5). "Es ist Wahnsinn, was innerhalb von fünf Minuten passiert", sagte Kovac: "Die Bundesliga ist einfach verrückt." Nach dem Nürnberger Führungstreffer von Matheus Pereira (48.) hatte "Joker" Serge Gnabry (75.) die erschreckend schwachen Gäste vor einer Blamage bewahrt. Bei einem Sieg hätten sich die Münchner schon am nächsten Wochenende die Schale sichern können. Peinlich für den FC Bayern: Weil seine Anhänger Feuerwerksraketen auf das Spielfeld schossen, pfiff Schiedsrichter Tobias Stieler (Hamburg) die zweite Halbzeit erst mit einigen Minuten Verspätung an.

James nach Einwechslung verletzt

Vor 50.000 Zuschauern im ausverkauften Max-Morlock-Stadion dominierte München nach einer kurzen Aufwärmphase das Spiel zunächst, schnürte die wacker verteidigenden Gastgeber zunehmend ein, zeigte bei seinen Angriffen allerdings erschreckend wenig Einfallsreichtum. Seine lange Zeit beste Chance entsprang fast folgerichtig einem Freistoß: Klub-Torhüter Mathenia lenkte den von David Alaba getretenen Ball mit den Fingerspitzen gerade noch an die Latte (23.). Erst nach einer Stunde war er beim Schuss von Leon Goretzka wieder gefordert (60.), kurz darauf lenkte er auch einen Freistoß des eingewechselten James an die Latte (69.).

Die Nürnberger kamen zunächst nur selten in die Nähe des Münchner Strafraums, ihre Offensivbemühungen waren zu zaghaft. Erst in der 35. Minute brachte der gute Pereira ein Schüsschen in die Richtung des Münchner Tores zustande, Sekunden später bügelte Sven Ulreich gegen Eduard Löwen gerade noch einen eigenen Patzer aus: Der Torhüter hatte einen Rückpass falsch eingeschätzt. Nach dem Treffer von Pereira war Nürnberg für kurze Zeit am Drücker, die Bayern wankten, fingen sich aber wieder. Ideenreicher wurden sie nicht. Kovac hatte ein wenig überraschend Gnabry zunächst auf der Bank gelassen. Neben dem Nationalspieler nahm Arjen Robben Platz, der Niederländer stand erstmals seit dem 27. November vergangenen Jahres wieder im Kader.

Ohne Gnabry fehlte den Bayern Tempo auf dem rechten Flügel, auch der von Beginn an spielende Goretzka entfaltete in zentraler Position nur wenig Wucht und Ideen. Kovac korrigierte seinen Fehler, brachte Gnabry (46.) für den schwachen Thomas Müller und James für Javi Martinez (57.). Mit Erfolg. Allerdings: James musste verletzt wieder ausgewechselt werden.

Quelle: ntv.de, mba/sid