Fußball

Selbst Real Madrid ehrt Legende Beckenbauer weint um "besten Freund" Seeler

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Seeler und Beckenbauer nach dem WM-Finale 1966.

(Foto: imago images/Sven Simon)

Die Fußballwelt verneigt sich vor Uwe Seeler. Franz Beckenbauer huldigt seinem langjährigen Weggefährten, den es "kein zweites Mal" gibt. In Hamburg wollen sie den Stadionnamen ändern, Philipp Lahm preist die "Erdigkeit" Seelers. Eine besondere Würdigung schickt der wohl bekannteste Klub der Welt ab.

Auch Franz Beckenbauer zeigt sich bestürzt vom Tod seines langjährigen Weggefährten Uwe Seeler. "Der Uwe war mein ältester Freund. Und mein bester", sagte der 76-Jährige der "Bild"-Zeitung über die Fußball-Legende. "Er hat mich immer unterstützt, als ich ganz jung zur Nationalmannschaft kam. So wie er sein Leben lang allen geholfen hat. Einen so tollen Menschen wie den Uwe gibt's kein zweites Mal." Seeler, wie Beckenbauer Ehrenspielführer der deutschen Nationalmannschaft, war am Donnerstag im Alter von 85 Jahren gestorben. Beide spielten zusammen bei den Weltmeisterschaften 1966 und 1970.

Eine besondere posthume Ehrung für Seeler kam aus Spanien. Real Madrid würdigte die "Legende des deutschen Fußballs" mit emotionalen Worten. "Der FC Real Madrid, sein Präsident und sein Verwaltungsrat bedauern zutiefst den Tod von Uwe Seeler, einer Legende des deutschen Fußballs und des Vereins seines Lebens, Hamburg, wo er von 1953 bis 1972 spielte", war auf der Homepage des spanischen Rekordmeisters zu lesen. "Real Madrid möchte allen seinen Verwandten, seinen Teamkollegen, seinem Verein und all seinen Lieben sein Beileid, seine Liebe und Zuneigung aussprechen", teilte der wohl bekannteste Klub der Welt mit.

Auch Ex-Nationalspieler Philipp Lahm hat das Fußball-Idol als Spieler, vor allem aber als Menschen gewürdigt. "Was macht einen Menschen außergewöhnlich? Dass er bleibt, wer er ist, egal ob ganz oben oder ganz unten. Uwe Seeler war so ein Außergewöhnlicher. Er hat im Fußball etwas verkörpert, was selten geworden ist: Ehrlichkeit und Erdigkeit", twitterte der frühere Mannschaftskapitän der DFB-Auswahl. "Uwe hat die deutsche Nationalmannschaft auf großartige Weise angeführt und mit seinem HSV triumphiert und gelitten. Er hat sein Leben dem Fußball gewidmet, den er geliebt hat - seiner Art von Fußball: dem Sport, der Menschen zusammenbringt", urteilte der Ex-Profi des FC Bayern München und Weltmeister von 2014 über den langjährigen Spieler und späteren Präsidenten des Hamburger SV.

Kommt das Uwe-Seeler-Stadion?

In Hamburg wird derweil in der Öffentlichkeit die Umbenennung des Volksparkstadions diskutiert. Investor Klaus-Michael Kühne, der die Rechte an der Spielstätte des Hamburger SV bis zum Saisonende besitzt und dafür rund drei Millionen Euro bezahlt haben soll, ist für eine Umbenennung der 57.000 Plätze bietenden Arena. "Wenn man das Volksparkstadion in Uwe-Seeler-Stadion umbenennen will, bin ich sofort dabei, auch wenn der bisherige Traditionsname dann nicht mehr fortbestehen würde. Als Hamburger Idol und Denkmal hat Uwe Seeler die Benennung des HSV-Stadions nach seinem Namen vollkommen verdient", sagte Kühne dem "Hamburger Abendblatt".

Der in der Schweiz lebende 85 Jahre alte Hamburger teilte mit, dass er bereits in jungen Jahren Torjäger Seeler angehimmelt habe. "Uwe Seeler war ein ebenso herausragender Fußballspieler wie großartiger Mensch. Ich habe ihm in jüngeren Jahren oft zuschauen können und war bei dem denkwürdigen Fallrückziehertor gegen Westfalia Herne im Meisterschaftsjahr 1960 im Volksparkstadion dabei. Unglaublich und unvergesslich", sagte Kühne.

Derweil empfiehlt die Deutsche Fußball Liga (DFL) den Klubs der 2. Fußball-Bundesliga für das bevorstehende Wochenende eine Schweigeminute anlässlich des Todes von Fußball-Legende Uwe Seeler. Zudem wird es den Vereinen freigestellt, mit Trauerflor bei den Partien aufzulaufen. Die Hamburger selbst treffen am Sonntag (13.30 Uhr) zu Hause auf Hansa Rostock. Am Donnerstagabend hatte es auch beim Viertelfinale der Frauen-EM zwischen Deutschland und Österreich (2:0) eine Schweigeminute für Seeler gegeben.

Quelle: ntv.de, dbe/dpa

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