Fußball

Mikro-Ansage während MLS-Spiel Bemerkenswerter Appell gegen Waffengewalt

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"Hey Kongress, macht jetzt etwas. Stoppt die Waffengewalt. Los geht's!", fordert Alejandro Bedoya.

(Foto: imago images / Icon SMI)

Nach den Gewalttaten von Texas und Ohio mit 29 Todesopfern nutzt Fußball-Profi Alejandro Bedoya die Bühne der MLS für ein bemerkenswertes, politisches Statement. Der Kapitän von Philadelphia Union erhält prominente Unterstützung für seine Aktion.

Alejandro Bedoya löste sich plötzlich aus der Jubeltraube. Der Kapitän von Philadelphia Union rannte zur Eckfahne, schnappte sich ein Mikrofon am Spielfeldrand und brüllte Worte, die vielen Amerikanern nach den grausamen Taten von Texas und Ohio aus der Seele sprachen: "Hey Kongress, macht jetzt etwas. Stoppt die Waffengewalt. Los geht's!"

Bedoyas eindringlicher Appell nach seinem Führungstreffer im Duell beim Hauptstadtklub D.C. United (5:1) ging um die Welt. Im Stadion war die Mahnung nicht zu hören, doch die Zuschauer der landesweiten Übertragung von Fox Sports konnten die Entschlossenheit des Ex-Nationalspielers während des Spiels der Major League Soccer deutlich vernehmen.

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Die Aktion nach den Anschlägen mit 29 Todesopfern und vielen Verletzten führte zu tausenden Danksagungen in den sozialen Netzwerken. "Wow", schrieb Weltmeisterin Megan Rapinoe, eine erbitterte Gegnerin von Präsident Donald Trump, bei Twitter und applaudierte Bedoya.  Bereits zuvor hatte Bedoya die Politiker im sozialen Netzwerk zum Handeln aufgefordert. "Gedenken und Gebete sind Schwachsinn. Worte ohne Taten sind wertlos", schrieb er und warnte vor einem Verfall der Gesellschaft.

"Ich will jetzt Veränderungen"

Und der 32-Jährige ließ noch ein paar deutliche Sätze folgen: "Ich schreie diese Heuchler an, damit sie sich zusammenreißen." Er werde nicht still dasitzen und 50 Jahre warten, bis etwas passiert. Im Waffenrecht müsse etwas passieren: "Ich will jetzt Veränderungen." Bedoya ist der nächste prominente amerikanische Sportler, der sich gegen die Politik in den USA mit Trump an der Spitze auflehnt.

Rapinoe hatte sich im Sommer bei der WM in Frankreich eine Schlammschlacht mit dem US-Präsidenten geliefert und immer wieder Rassismus, Homophobie und Geschlechterdiskriminierung angeprangert. Die Basketball-Stars LeBron James und Stephen Curry nutzen ihre Reichweite zur Kritik an Trump, im American Football herrschte nach dem Hymnen-Protest von Colin Kaepernick monatelanger Ausnahmezustand.

Der Profisport ist im Land der Träume alles, aber nicht unpolitisch. In bewegten Zeiten nutzen die Helden vieler Fans ihre große Bühne immer entschlossener, um Druck auf den Führungszirkel auszuüben. So auch Bedoya, der sein Zeichen eigener Aussage nach nicht geplant hatte.  Die Schusswaffenangriffe von El Paso und Dayton, die so vielen Menschen das Leben kosteten, schwirrten ihm auch auf dem Spielfeld im Kopf herum. Dann schoss er sein Tor in der dritten Spielminute.

Quelle: ntv.de, Peer Lasse Korff, sid