Fußball

"Ausbreitung nicht einzudämmen" Bolsonaro hält Sportabsagen für "Hysterie"

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Die Spieler von Brasiliens Klub Grêmio Porto Alegre liefen am Sonntag mit Schutzmasken ein.

(Foto: REUTERS)

Weltweit pausieren fast alle Sportligen wegen der Corona-Pandemie. Doch Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro hält nichts davon. "Hysterie" wären solche Absagen, meint er, und das Virus könne man damit eh nicht aufhalten. Fußballspieler in Brasilien laufen derweil mit Schutzmasken auf.

Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro hat Absagen im Sport wegen der Coronavirus-Pandemie als "Hysterie" bezeichnet. "Wenn Sie Fußball und andere Dinge verbieten, geraten Sie in Hysterie. Dieses und jenes zu verbieten, wird die Ausbreitung nicht eindämmen", sagte der Staatschef bei CNN Brasil und betonte: "Wir müssen handeln, das Virus kann zu einem ernsten Problem werden. Aber die Wirtschaft muss funktionieren, denn wir dürfen keine Welle der Arbeitslosigkeit haben."

Der brasilianische Fußballverband (CBF) hatte beschlossen, von diesem Montag an alle nationalen Wettbewerbe bis auf Weiteres auszusetzen. "Wir wissen um die Verantwortung des Fußballs im Kampf gegen die Ausbreitung von Covid-19 in Brasilien und werden diese Verantwortung wahrnehmen", sagte CBF-Präsident Rogério Caboclo Medienberichten zufolge. Am Sonntag hatten die Klubs noch spielen müssen. Die Spieler von Grêmio Porto Alegre liefen mit Schutzmasken auf, um dagegen zu protestieren, sich der Corona-Gefahr immer noch aussetzen zu müssen. Zuschauer wurden nicht in die Stadien gelassen.

Copa und WM-Quali verschoben

Der südamerikanische Verband Conmebol hatte zuletzt die anstehenden Spiele der Copa Libertadores verschoben. Auch die Partien der WM-Qualifikation in Südamerika, die für den 26., 27. und 31. März terminiert waren, sind abgesagt.

Bolsonaro wird dem äußersten rechten Spektrum zugeordnet. Er erklärte das Coronavirus jüngst zu einer "Fantasie" der Medien, badete bei Kundgebungen immer wieder demonstrativ in der Menschenmenge und machte Selfies mit seinen Anhängern. Bolsonaros Kommunikationssekretär Fábio Wajngarten, der bei einer Reise in die Vereinigten Staaten auch US-Präsident Donald Trump getroffen hatte, war positiv auf das Coronavirus getestet worden. Daraufhin machte Bolsonaro ebenfalls einen Test, von dem er sagte, dass er negativ gewesen sei.

Quelle: ntv.de, dbe/dpa

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