Fußball

Poker um HSV-Torjäger Bundesliga klopft bei Mama Lasogga

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Auf Pierre-Michel Lasogga ruhen die Hoffnungen der HSV-Fans, dass die Saison doch noch glimpflich ausgeht.

(Foto: imago/Michael Schwarz)

Stürmer Pierre-Michel Lasogga ist der große Aufsteiger beim taumelnden Hamburger SV. Seine Zukunft ist offen, der HSV hat ihn nur ausgeliehen, die Hertha hätte Lasogga gern zurück. Doch noch finanzkräftigere Klubs buhlen um die Gunst des Stürmers - und seiner Beraterin.

Wenn Mama Lasogga über die Zukunft ihres Filius spricht, hört man rund um die Geschäftsstellen des Hamburger SV und von Hertha BSC eine Stecknadel fallen. Jeder Satz über Shootingstar Pierre-Michel Lasogga wird auf die Goldwaage gelegt, jedes einzelne Wort auf eine mögliche Tendenz abgeklopft: Welches Trikot will der Torjäger und WM-Kandidat in der nächsten Saison tragen? Nur Mama Lasogga weiß es. Sie arbeitet als Beraterin für ihren Sohn

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Kerstin Lasogga mit ihrem Sohn.

(Foto: imago sportfotodienst)

"Pierre hat ja noch ein Jahr Vertrag bei Hertha - na klar kann er sich eine Rückkehr vorstellen", sagte Kerstin Lasogga der Berliner Tageszeitung B.Z. Doch bevor beim Hauptstadtklub Jubelstürme ausbrachen und die Hanseaten ins Tal der Tränen stürzten, schickte sie einen Dämpfer hinterher: "Aber wir müssen auch erst mal sprechen." Bis 2015 ist der Stürmer noch an die Berliner gebunden, vor der Saison wechselte er im Tausch mit Per Skjelbred auf Leihbasis den Verein. Mit seiner Winner-Mentalität und einer beeindruckenden Quote kämpfte er sich in die Herzen der HSV-Fans - und in das Notizbuch von Bundestrainer Joachim Löw.

Erst auf 19 Liga-Einsätze kommt der bullige Stürmer in dieser Saison, in denen er zwölfmal traf. Alle 119 Minuten schlägt Lasogga zu, Borussia Dortmunds Starstürmer Robert Lewandowski braucht im Schnitt 26 Minuten länger. "Er ist eine echte Waffe und enorm effektiv", sagte Hamburgs Trainer Mirko Slomka: "Pierre ist für uns nicht zu ersetzen." Als Torschütze vom Dienst, aber vor allen Dingen auch mit seiner Winner-Mentalität. Seine kampfbetonte Spielweise kann eine Mannschaft mitreißen.

HSV? Hertha? Wolfsburg?

Dass sich der 22-Jährige noch nicht Nationalspieler nennen darf, liegt wohl einzig und allein an seiner Verletzungsanfälligkeit. Vor dem Länderspiel gegen Chile Anfang März reiste er mit muskulären Beschwerden ab, die immer wieder aufbrechen. Statt sich auf dem Trainingsplatz auf die Bundesliga-Partie gegen Leverkusen am Freitag vorzubereiten, saß er in dieser Woche beim Zahnarzt. Mögliche Entzündungsherde sollen endlich ausgeschaltet werden, damit er im Kellerduell in Hannover (12. April) wieder auf dem Platz stehen kann. Nur noch fünf Wochen bleiben dem HSV im Kampf gegen den ersten Abstieg der Vereinsgeschichte. Und wohl nur noch fünf Wochen mit Lasogga.

Auch im Falle des Klassenerhalt dürfte HSV-Sportdirektor Oliver Kreuzer schlechte Karten und zu wenig Geld für eine Vertragsverlängerung mit dem Angreifer besitzen. Zumal auch Wolfsburg offenbar Interesse angemeldet hat. Gegen eine Rückkehr zur Hertha spricht, dass sich Lasogga vor dem Wechsel nach Hamburg gar nicht mit Berlins Trainer Jos Luhukay verstand. Doch spätestens seitdem Angreifer Adrian Ramos seinen Abschied aus der Hauptstadt verkündet hat, baut die Hertha auf den "verlorenen Sohn". "Pierre wird nicht verkauft, er kommt zurück", sagte Sportdirektor Michael Preetz: "Wir wollen mit ihm verlängern."
Doch nur Mama Lasogga weiß, ob dieser Wunsch Wirklichkeit wird.

Quelle: ntv.de, Peer Lasse Korff, dpa