Fußball

Nach Neonazi-Trauerfeier Chemnitzer FC positioniert sich gegen rechts

imago39482115h.jpg

Der Chemnitzer FC setzt vor dem Spiel gegen Budissa Bautzen ein Zeichen gegen rechts.

(Foto: imago images / HärtelPRESS)

Nach der geduldeten Trauerfeier für einen verstorbenen, mutmaßlich rechtsradikalen Fan fordert der DFB ein Zeichen des Regionalligisten Chemnitzer FC. Das setzt der Klub im ersten Heimspiel nach dem Eklat - gegen rechts. Einige Ultras protestieren aber auch gegen die Klubführung.

Die Spieler des Fußball-Regionalligisten Chemnitzer FC haben im Heimspiel gegen Budissa Bautzen (1:0) ein weiteres Zeichen gegen rechts gesetzt. Daniel Frahn (53.), der auf Bewährung wieder spielen durfte, erzielte vor 4333 Zuschauern das entscheidende Tor. Die Akteure beider Teams präsentierten sich hinter einem Transparent mit der Aufschrift "Gemeinsam für demokratische Grundrechte und Fair Play". Außerdem trugen die CFC-Spieler T-Shirts, auf denen zu lesen stand: "Farbe bekennen - Himmelblau".

Das erste Heimspiel nach den eklatanten Vorfällen vom 9. März stand unter bundesweiter Beobachtung. Vizepräsident Rainer Koch vom Deutschen Fußball-Bund war vor Ort. Der Jurist hatte ein Zeichen vom CFC gegen rechtsextreme Tendenzen gefordert. "Eine klare Mehrheit der Fans hat diese Position bezogen", sagte er nun beim Besuch im Stadion an der Gellertstraße. Allerdings demonstrierten mehrere Hundert Ultras und ihre Sympathisanten in den Anfangsminuten mit einem Boykott gegen die Vereinsführung, die sich nach dem Trauerskandal vor zwei Wochen von drei langjährigen Mitarbeitern getrennt hatte.

Auf Werbebanden, Plakaten, Aufklebern und T-Shirts setzte sich der Verein nun sichtbar für "Toleranz, Weltoffenheit, Fairness" ein. Geschäftsführer Thomas Sobotzik distanzierte sich im Namen des Klubs im Vorwort des Stadionhefts "ausdrücklich von jedem extremistischem Gedankengut". Die Mannschaft hatte zuvor in einem offenen Brief appelliert: "Es ist Zeit, Farbe zu bekennen."

Vor zwei Wochen hatten die umstrittenen Trauerbekundungen für den verstorbenen und mutmaßlich rechtsradikalen Chemnitz-Fan Thomas H. beim Liga-Spiel gegen VSG Altglienicke (4:4) für einen Skandal gesorgt, als unter anderem auf der Videoleinwand ein Foto von H. gezeigt wurde. Ex-Zweitliga-Profi Frahn hatte nach seinem Treffer zudem ein schwarzes T-Shirt mit der weißen Aufschrift "Support your local Hools" (Unterstütze deine lokalen Hooligans) hochgehalten. Er war daraufhin für die zurückliegenden beiden Auswärtsspiele gesperrt und zu einer Geldstrafe von 3000 Euro verurteilt worden.

Quelle: n-tv.de, tno/dpa/sid

Mehr zum Thema