Fußball

Nächstes Wanken gegen Underdog Coman verhindert erneute Bayern-Blamage

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Coman trifft spät zum Unentschieden.

(Foto: imago images/kolbert-press)

Auf die Klatsche beim VfL Bochum in der Fußball-Bundesliga folgt das Hinspiel im Achtelfinale der Champions League beim FC Salzburg. Die Münchner spielen besser, liegen aber sehr lange zurück. Die nächste Pleite gegen einen Underdog droht - bis Kingsley Coman doch noch trifft.

Julian Nagelsmann klatschte seinen Last-Minute-Torschützen Kingsley Coman erleichtert ab: Der Franzose hatte Bayern München beim 1:1 (0:1) im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League bei RB Salzburg durch seinen Treffer (90.) gerade noch vor einer Blamage bewahrt. Vor dem Rückspiel am 8. März muss der deutsche Fußball-Rekordmeister dennoch zittern.

RB Salzburg - Bayern München 1:1 (1:0)

Salzburg: Köhn - Kristensen, Solet, Wöber, Ulmer - Camara - Capaldo, Seiwald (80. Sucic) - Aaronson - Okafor (12. Adamu), Adeyemi (86. Kjaergaard). - Trainer: Jaissle

München: Ulreich - Pavard, Süle, Hernandez - Kimmich, Tolisso (80. Sabitzer) - Gnabry (77. Choupo-Moting), Coman - Thomas Müller, Leroy Sane - Lewandowski. - Trainer: Nagelsmann

Schiedsrichter: Michael Oliver (England)

Tore: 1:0 Adamu (21.), 1:1 Coman (90.)

Die lange Zeit enttäuschenden Bayern, die schon im DFB-Pokal früh gescheitert waren, verhinderten immerhin die erste Auswärtsniederlage in der Königsklasse seit September 2017 und 21 Spielen (0:3 in Paris). Der Druck ist dennoch massiv. "Das Ergebnis ist schwierig einzuordnen. In der ersten Halbzeit war es ein Stück weit zu wenig. In der zweiten Halbzeit haben wir es besser kontrolliert und drückender gespielt", sagte Joshua Kimmich bei DAZN.

"In der zweiten Halbzeit haben wir es besser gemacht. In der ersten Halbzeit haben wir zu viele Bälle verloren. Da war auch unsere Restverteidigung nicht gut", urteilte Trainer Julian Nagelsmann bei DAZN. "Es war ein vermeidbares Gegentor. Der Ausgleich war mehr als verdient. Wir haben sie brutal eingeschnürt."

"Ein richtiger Fight"

Ein wenig enttäuscht waren die Salzburger: "Am Schluss fühlt es sich wie eine Niederlage an, aber ein 1:1 kann sich sehen lassen. Wir sind bereit für das nächste Spiel. Wir sind gierig und den Bayern ein Klotz am Bein", sagte Karim Adeyemi und Andreas Ulmer ergänzte: "Es fühlt sich gerade nicht so gut an. Mit ein bisschen Abstand kann man aber stolz sein." Ihr Trainer Matthias Jaissle betonte das Positive: "Ich bin stolz und zufrieden, wie die Jungs gerackert und den Bayern Paroli geboten haben. Ein Stück weit ärgert es mich aber, dass wir so spät den Ausgleich bekommen haben. Trotzdem gibt es ein Lob für unsere Truppe. Es war ein richtiger Fight."

Vor 29.520 Zuschauern in der ausverkauften Arena, darunter Bundestrainer Hansi Flick und DFB-Direktor Oliver Bierhoff, ging RB in der 21. Minute durch Chikwubuike Adamu in Führung. Der auffällige Nationalspieler Karim Adeyemi bereitete stark vor. Die Bayern, in der Gruppenphase noch makellos, hatten mit dem Tempo des Teams von Matthias Jaissle, das erstmals überhaupt die K.o.-Phase der Königsklasse erreichte, oft erhebliche Probleme.

Bayern wackeln früh

Nach dem "mannschaftlichen Komplettversagen" (Thomas Müller) in Bochum wechselte Nagelsmann auf einer Position. Für den indisponierten Dayot Upamecano rückte Corentin Tolisso ins Team. Nagelsmann stellte damit auch auf Dreierkette um. Entscheidend verändern sollte sich aber die Einstellung. Man sei, so Müller, "an der Ehre gekitzelt".

Doch es ging ohne Manuel Neuer, Leon Goretzka, Jamal Musiala und Alphonso Davies nicht gut los. Nach einem Patzer von Niklas Süle und Vorlage von Adeyemi warf sich Benjamin Pavard gerade noch in einen Schuss von Brenden Aaronson (2.). Überhaupt machten die Österreicher wie angekündigt von Beginn an Alarm und zeigten keinerlei Respekt. Die Bayern waren gefordert - und sie wackelten.

Zwar prüften Serge Gnabry (10.) und Kingsley Coman (19.) Salzburg-Keeper Philipp Köhn, doch RB brachte die Münchner immer wieder in arge Bedrängnis - wie beim sehenswerten 0:1 des eingewechselten Adamu. Aaronson scheiterte kurz darauf am glänzend reagierenden Neuer-Ersatz Sven Ulreich.

Angetrieben wurde RB immer wieder von den lautstarken Fans. Für die Bayern war es eine ungewohnte Atmosphäre. Zuletzt hatten die Münchner vor zwei Jahren beim FC Chelsea (3:0) vor ausverkauften Haus in der Königsklasse gespielt. Die Bayern taten sich trotz voller Offensiv-Power auch im Spiel nach vorne schwer. Robert Lewandowski hing vor der Pause weitgehend in der Luft.

Nach dem Wechsel erhöhten die Münchner den Druck, zwingende Chancen gab es zunächst aber nicht, weil RB auch leidenschaftlich verteidigte und die Münchner Aktionen immer wieder entscheidend stören konnte. Den Bayern fehlte oft aber auch die Genauigkeit und Zielstrebigkeit. Coman (73.) und Sane (76.) scheiterten zudem in einer turbulenten Schlussphase an Köhn.

Salzburg konnte sich trotzdem kaum mehr befreien, blieb bei Kontern aber gefährlich. So rettete Benjamin Pavard auf der Linie gegen Adamu (81.). Zuvor hatte Ulreich gegen Adeyemi pariert - dann traf Coman spät.

Quelle: ntv.de, ara/sid

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