Fußball

Erfolgreicher WM-Test DFB-Frauen holen Startrekord mit Hrubesch

1413a1f61f133f4048be9bdfc3a7ec77.jpg

Kapitänin Alexandra Popp bringt ihre Mannschaft früh in Führung.

(Foto: imago/foto2press)

Interimsbundestrainer Horst Hrubesch bringt die DFB-Frauen wieder auf die Erfolgsspur. Im ersten Test der WM-Vorbereitung siegt seine Mannschaft gegen Österreich und verbessert damit den Startrekord von Hrubeschs Vorgängerin Silvia Neid.

Horst Hrubesch applaudierte und klatschte zufrieden mit seinen Spielerinnen ab: Die deutschen Fußballerinnen haben ihre WM-Vorbereitung mit einem Prestigeerfolg im Nachbarschaftsduell mit Österreich eingeläutet. Beim verdienten 3:1 (1:1) gegen den EM-Halbfinalisten in Essen setzten die Olympiasiegerinnen ihren Aufwärtstrend unter Hrubesch trotz personeller Experimente fort. Der Interims-Bundestrainer feierte an alter Wirkungsstätte dank der Treffer von Alexandra Popp (8.) und der beiden Lokalmatadorinnen Linda Dallmann (56.) und Lea Schüller (84.) den sechsten Erfolg in Serie. Damit verbesserte der Europameister von 1980 den Startrekord von Silvia Neid aus dem Jahr 2005. Nicole Billa (34.) von der TSG Hoffenheim glich zwischenzeitlich aus.

imago36854667h.jpg

Horst Hrubesch ist "hochzufrieden" mit seinem Team.

(Foto: imago/Patrick Scheiber)

"Es gab auch Phasen, in denen wir nachgelassen haben, aber es war ein Spiel, das man sich ansehen konnten", sagte Torschützin Dallmann im ZDF: "Wir müssen das Spiel schneller für uns entscheiden. Wenn wir mit 3:0 in die Pause gehen ist das Spiel für uns auch einfacher zu spielen. Aber das lag definitiv an uns." Trainer Hrubesch war insgesamt zufrieden: "Kompliment, das war super-klasse, was sie gespielt haben. Ich bin hochzufrieden." Nur  den Torabschluss bemängelte er: "Was ich ihnen ankreide, ist, dass sie ihre Chancen nicht genutzt haben."

Für den ersten Lehrgang nach der erfolgreichen Qualifikation für die Endrunde in Frankreich (7. Juni bis 7. Juli) hatte Hrubesch das WM-Casting eröffnet. Im Stadion an der Hafenstraße gab er gleich vier "Frischlingen" mit weniger als zehn Länderspielen eine Chance in der Startelf: Dem Turbine-Trio Lisa Schmitz, Johanna Elsig, Felicitas Rauch sowie Giulia Gwinn (SC Freiburg). Vor der mageren Kulisse von 3569 Zuschauern standen bei Anpfiff 21 Bundesliga-Spielerinnen auf dem Feld - und die deutsche Auswahl übernahm sogleich das Kommando. Nach maßgenauer Flanke der aktiven Linksverteidigerin Rauch köpfte die sprunggewaltige Popp die Gastgeberinnen in Führung.

Hrubesch trainiert die DFB-Frauen noch länger

In Abwesenheit von Dzsenifer Marozsan, die ihre Lungenembolie noch auskurieren muss, hatte die Wolfsburgerin die DFB-Auswahl in ihrem 91. Länderspiel als Kapitänin aufs Feld geführt. Im Vorwärtsgang gefiel das deutsche Team oftmals mit Kurzpassspiel, zur Verärgerung von Hrubesch mangelte es aber an der Präzision im Abschluss. Dallmann (21.) von der SGS Essen und Popp (30.) vergaben beste Gelegenheiten. Dann aber kamen die nicht für die WM qualifizierten Österreicherinnen wie aus dem Nichts zum Ausgleich: Nach einem Ballverlust von Sara Däbritz glich Billa aus leicht abseitsverdächtiger Position aus.

Nach der Halbzeit bescherte Hrubesch der Freiburger Torhüterin Merle Frohms ihr Debüt im A-Nationalteam. Nachdem erneut Popp (51.) eine dicke Chance ausließ, glänzte die Angreiferin wenig später als Vorbereiterin für die flinke Dallmann, die per platziertem Rechtsschuss traf. Wermutstropfen aus deutscher Sicht: Nach einer Stunde musste Rauch wegen einer Verletzung am linken Knie vom Platz. Wenige Minuten vor Spielende sorgte Schüller für die Entscheidung.

Hrubesch wird seine "Mädels" wohl auch noch bei den Heimspielen gegen die WM-Teilnehmer Italien (10. November in Osnabrück) und Spanien (13. November in Erfurt) betreuen. Die designierte Nachfolgerin Martina Voss-Tecklenburg muss mit den Schweizerinnen in den WM-Play-offs nachsitzen. Im Halbfinal-Hinspiel in Belgien am Freitag holte ihr Team nach zweimaligem Rückstand ein 2:2 (0:1).

Quelle: ntv.de, Jana Lange, sid

ntv.de Dienste
Software
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.