Fußball

Flotte Generalprobe für EM-Qualifikation DFB-Team schlägt Uruguay

Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft scheint für die letzten beiden EM-Qualifikationsspiele der Saison in Österreich und Aserbaidschan gut gerüstet zu sein. Im Testspiel gegen Uruguay gewinnt das DFB-Team verdient mit 2:1 und zeigt dabei vor allem offensiv eine ansprechende Leistung. In der Abwehr stimmt hingegen mehrfach die Abstimmung nicht.

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Die deutschen Torschützen: Mario Gomez (l.) traf zum 1:0, Andre Schürrle erhöhte später.

(Foto: dapd)

Mit Rückenwind nach Österreich: Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft hat sich beim Aufwärmprogramm für die EM-Qualifikation mit einem 2:1 (1:1)-Sieg gegen Uruguay auf das Prestigeduell in Wien eingestimmt. Bundesliga-Torschützenkönig Mario Gomez (20.) und Andre Schürrle (35.) mit seinem ersten Tor im DFB-Dress sorgten bei der Premiere in Sinsheim für den am Ende glücklichen Erfolg der DFB-Auswahl in dem Benefizspiel. Der Erlös der Partie in Höhe von rund 4,3 Millionen Euro kommt der Egidius-Braun-Stiftung zugute.

Vor 25.655 Zuschauern in der Rhein-Neckar-Arena erzielte der starke Walter Gargano (48.) den Anschlusstreffer für die nach der Pause stärker werdenden Gäste. Trotzdem kann die Elf von Bundestrainer Joachim Löw selbstbewusst in das EM-Qualifikationsspiel gegen Österreich am kommenden Freitag gehen, wobei Löw vor allem die Offensivabteilung Freude bereitet haben dürfte. "Mir hat vieles sehr gut gefallen, vor allem in der ersten Halbzeit. Es war nicht zu erwarten, dass so viel Tempo im Spiel ist. In der zweiten Halbzeit war nicht mehr der Spielfluss vorhanden. Auch bedingt durch die vielen Wechsel war es nicht mehr so harmonisch", urteilte Löw.

Innenverteidigung wackelt

Gomez, der ausnahmsweise von Beginn an für Miroslav Klose auflaufen durfte, fand: "Wir haben viel Tempo gehabt im Spiel nach vorne und zwei schöne Tore gemacht. Es hätten ein paar mehr sein können. Alles in allem haben wir ein gutes Spiel gemacht." Nach zähem Beginn stellte der DFB-Angriff mit Effektivität im Abschluss schon vor der Pause den ersten Sieg in einem Freundschaftsspiel seit dem 3:1 gegen Bosnien-Herzegowina am 3. Juni 2010 sicher. Probleme wurden dagegen im Defensivverhalten deutlich, wo sich vor allem die Innenverteidiger Mats Hummels und Arne Friedrich nicht zwingend für einen Einsatz gegen Österreich empfehlen konnten.

Regisseur Mesut Özil legte zwar einige Pausen ein, ließ aber auch sein enormes spielerisches Potenzial aufblitzen. Als Gewinner der Partie durfte sich Schürrle fühlen, der anstellte von Lukas Podolski ins Team gerückt war und seine starke Vorstellung mit dem ersten Treffer im dritten Länderspiel krönte. Der Noch-Mainzer bot sich mit seiner Leistung als Alternative für die Außenbahn an.

Noch nicht wieder der Alte ist dagegen Simon Rolfes, der nach 19 Monaten sein Comeback im DFB-Trikot feierte. Der Leverkusener sollte auf der zentralen Position gemeinsam mit Toni Kroos das Duo Bastian Schweinsteiger/Sami Khedira ersetzen, offenbarte aber noch Anpassungsschwierigkeiten. Mitte der zweiten Halbzeit kam der Schalker Benedikt Höwedes als 46. Neuling in der Ära Löw zum Zuge.

Gomez beendet die Lethargie

Bei frühsommerlicher Witterung benötigte die umformierte deutsche Mannschaft 20 Minuten, um auf Touren zu kommen. Bis dahin spielten die Südamerikaner sogar den gefälligeren Fußball, ohne bis auf einen Schuss von Gargano (6.) Torgefahr zu verbreiten. Dann riss ein energischer Einsatz von Gomez riss das Spiel aus seiner Lethargie. Der Münchner, der in der Startelf den Vorzug vor Miroslav Klose erhalten hatte, luchste im Mittelfeld dem zaudernden Diego Lugano den Ball, umspielte im Strafraum auch noch Diego Godin und Torhüter Fernando Muslera und vollstreckte zu seinem 16. Länderspieltor.

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Gomez machte im DFB-Dress einfach da weiter, wo er in der Bundesliga aufgehört hatte.

(Foto: dpa)

Der Treffer wirkte befreiend auf die Aktionen des WM-Dritten, der nun flüssiger kombinierte und sich weitere gute Gelegenheiten herausspielte. In der 23. Minute rettete Muslera gegen den von Philipp Lahm bedienten Mesut Özil, dann zielte Gomez knapp über das Tor. Zehn Minuten vor der Pause wurden die Gastgeber für ihren plötzlich entdeckten Elan mit dem zweiten Treffer belohnt. Özil bewies mit seinem Pass auf Schürrle einmal mehr viel Übersicht, und der künftige Leverkusener zeigte mit seinem Schuss von der Strafraumgrenze in die lange Ecke Qualitäten als Vollstrecker.

Gargano nutzt deutsche Verwirrung

Bei einem Freistoß von Diego Forlan verhinderte auf der Gegenseite Neuers Faustabwehr Flurschaden (45.). Drei Minuten nach Wiederbeginn konnte aber auch der Noch-Schalker nichts mehr retten: Gargano nutzte die Verwirrung im deutschen Strafraum zum Anschlusstreffer.

Das Löw-Team kam nach mehreren Einwechslungen, die den Spielfluss hemmten, nicht mehr so oft gefährlich vor das Gehäuse der Gäste wie im ersten Durchgang, obwohl Gomez vorne nun durch Klose Unterstützung erhielt. Am Ende hing der Sieg am seidenen Faden, weil das DFB-Team zwar Chancen erspielte, sie aber nicht mehr nutzte: 17 Minuten vor dem Ende verhinderte Neuer gegen Godin den drohenden Ausgleich, auch in der Nachspielzeit wurde der Schlussmann noch einmal ernsthaft geprüft.

Quelle: n-tv.de, dpa

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