Fußball

Wann rollt der Ball wieder? DFL vertagt Liga-Entscheidung

Fünf Bälle liegen auf dem Rasen. Foto: Guido Kirchner/dpa/Archivbild

Die DFL verschiebt ihre Entscheidung über das weitere Vorgehen auf den 23. April.

(Foto: Guido Kirchner/dpa/Archivbild)

Eigentlich ist die nächste Mitgliederversammlung der Deutschen Fußball Liga für Freitag angesetzt. Nun beschließt die DFL aber, erst am 23. April über das weitere Vorgehen in der Bundesliga und der 2. Liga zu entscheiden. So will man Zeit gewinnen - und hofft auf einen Fingerzeig aus der Politik.

Die Deutsche Fußball Liga (DFL) hat die für Freitag angesetzte virtuelle Mitgliederversammlung auf den 23. April verschoben. Ziel sei demnach, damit den "Klubs und der DFL zusätzliche Zeit zur weiteren intensiven Vorbereitung bevorstehender Entscheidungen zu geben", hieß es in der Begründung der DFL. In der Bundesliga und 2. Liga ruht bis mindestens 30. April der Ball.

Am Mittwoch werden Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten über mögliche Lockerungen der Corona-Einschränkungen beraten. Die Diskussion wird auch maßgeblichen Einfluss auf eine Fortsetzung der Saison haben. "Unter anderem über das weitere Vorgehen in dieser Frage werden die 36 Klubs auf Basis der dann aktuellen politischen Beschlusslage in Bund und Ländern in der kommenden Woche entscheiden", hieß es vonseiten der DFL weiter.

"Sportliche Veranstaltungen nach und nach wieder ermöglichen"

Die wichtigsten Worte für ganz Fußball-Deutschland verbargen sich dieser Tage weit oben auf Seite drei eines Dokuments. Schwarz auf weiß steht dort als Empfehlung der renommierten Nationalen Wissenschaftsakademie Leopoldina, dass "sportliche Veranstaltungen nach und nach wieder ermöglicht werden" sollten. Bundesliga also schon im Mai? Jein. Der Rat der Experten enthält nämlich einen möglicherweise wegweisenden Zusatz.

Denn die in Aussicht gestellten Lockerungen der Corona-Einschränkungen sollen "in Abhängigkeit von der möglichen räumlichen Distanz und den Kontaktintensitäten der Beteiligten" geprüft werden. Auslegungssache also für Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten, die am Mittwoch ihren weiteren Krisenplan diskutieren werden - und dabei auch ganz sicher den von Merkel als "sehr wichtig" eingestuften Rat der Leopoldina berücksichtigen.

"Wir werden bereit sein"

Wie dieser ausgelegt wird, hat wohl die entscheidende Bedeutung. Sind die "Beteiligten" vor allem Spieler? Dann ist die Debatte über einen Restart der Bundesliga Anfang Mai schnell beendet - und jeder Teamsport bis auf Weiteres eigentlich nicht durchführbar. Wenn damit aber vor allem Zuschauer und Personen gemeint sind, die den Ablauf des Spielbetriebs gewährleisten, darf mehr denn je gehofft werden. Denn für Spiele unter solch einem Szenario arbeitet die DFL Tag und Nacht an einem Plan.

"Wir werden bereit sein", versprach DFL-Geschäftsführer Christian Seifert, er stellte allerdings klar: "Es darf nicht der Eindruck entstehen, der Fußball ignoriere in seiner Selbstbezogenheit die Realität." Diese wird vor allem von den politischen Entscheidungsträgern geformt. Spiele unter dem Ausschluss der Öffentlichkeit, das wurde zuletzt immer wieder deutlich, sind hierbei das Höchste der Gefühle. Dass Leopoldina-Präsident Gerald Haug in den ARD-Tagesthemen die Horrorvorstellung von vollen Stadien erst "in eineinhalb Jahren" ins Spiel brachte, dürfte die DFL und alle Verantwortlichen der 36 Profiklubs daher wohl nur kurz erschreckt haben. Am 23. April werden die DFL - und anschließend die Fußballfans in Deutschland - mehr wissen.

Quelle: ntv.de, dbe/sid