Fußball

Gnadenloser Sieg in St. Pauli Der BVB ist nicht zu stoppen

Borussia Dortmund gewinnt mit 3:1 beim FC St. Pauli und damit auch das fünfte Spiel in der Fußball-Bundesliga in Folge. Selbst St. Pauli-Coach Stanislawski erstarrt in Ehrfurcht. Und die Dortmunder? "Einfach überragend." Sagt ihr Trainer Jürgen Klopp

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Gut gemacht: Dortmunds Kevin Grosskreutz, links, und Dortmunds Marcel Schmelzer feiern den ersten Treffer für ihre Mannschaft.

(Foto: REUTERS)

Borussia Dortmunds Siegeszug in der Fußball- Bundesliga nimmt kein Ende. Der BVB gewann am Samstag auch beim bislang guten Aufsteiger FC St. Pauli verdient mit 3:1 (1:1) und bleibt dank des fünften Sieges in Folge Spitzenreiter Mainz 05 dicht auf den Fersen. Vor 24 082 Zuschauern am Hamburger Millerntor erzielten zweimal Kevin Großkreutz (17. Minute/60.) und Shinji Kagawa (50.) die Tore für das Team von Trainer Jürgen Klopp. Für St. Pauli traf lediglich Rouwen Hennings (26.).

In der aktuellen Verfassung dürfen sich die Dortmunder berechtigte Hoffnungen auf einen Champions-League-Platz machen. "Was wir in der Anfangsphase gespielt haben, war einfach überragend", sagte Klopp. Der Aufsteiger ist nach dem besten Saisonstart der Club-Geschichte dagegen erst einmal in der Realität angekommen und wartet weiter auf den ersten Bundesliga-Heimsieg seit 2002. Coach Holger Stanislawski ging hart mit seinem Team ins Gericht: "Ich muss sehr lange zurückdenken, um mich an solch ein schlechtes Spiel zu erinnern. Wir hatten mehrere Totalausfälle heute."

Unbekümmert und gnadenlos effizient

Anders der BVB, der mit unbekümmertem Spiel und gnadenloser Effizienz überzeugte. In einem guten und packenden Bundesliga-Duell überstanden die Westfalen auch eine Schwächephase gegen Ende der ersten Halbzeit. Zu Beginn des Spiels und über weite Strecken der zweiten Halbzeit war der BVB die bessere Mannschaft. "Man sieht, dass da etwas gewachsen ist. Da ist richtig Qualität im Kader und eine Philosophie erkennbar", lobte selbst Stanislawski.

Zunächst hatte Klopps Team an die vorangegangenen, teilweise begeisternden Spiele nahtlos angeknüpft. Die Führung durch einen Großkreutz-Kopfball nach Vorarbeit des erneut starken Kagawa war überfällig. Zuvor hatten bereits Lucas Barrios (14.) und Kagawa (15.) hochklassige Chancen. Der Ausgleich fiel wie aus dem Nichts. Finn Bartels, der trotz einer Risswunde an der Lippe auflaufen konnte, legte eine gelungene Kombination mit der Hacke auf Hennings ab, der ohne Mühe seinen ersten Saisontreffer erzielte.

Der Angreifer war erst kurz vor dem Spiel für Gerald Asamoah in die Partie gekommen. Der ehemalige Schalker, der zu seinem ersten Saisonspiel von Beginn an kommen sollte, musste wegen Oberschenkelprobleme beim Warmmachen passen.

Und doch verpasst St. Pauli die Führung

Bis zur Pause gab der BVB die Partie nur kurz aus der Hand. St. Pauli wurde leidenschaftlicher und verpasste kurz vor dem Seitenwechsel die Führung durch Marius Ebbers. Der Kapitän rutschte nur knapp an einer scharfen Bartels-Hereingabe vorbei. Auch kurz nach der Pause gehörte die erste große Chance St. Pauli. BVB-Keeper Roman Weidenfeller entschärfte einen Hennings-Kopfball (48.) nur mit Mühe.

Ein tolles Solo von Barrios brachte Dortmund wieder ins Spiel. Der Angreifer narrte auf der rechten Angriffsseite gleich mehrere Gegenspieler und bediente Youngster Mario Götze, der auf Kagawa ablegte. Der Japaner schob ohne Probleme zum 2:1 ein. Barrios war es elf Minuten später auch, der die Entscheidung mit einem strammen Schuss einleitete. St.Paulis Keeper Thomas Kessler konnte nur zur Seite abwehren. Großkreutz bedankte sich, staubte zum 3:1 ab und nährte große Hoffnungen: Als Dortmund in der Saison 2001/2002 zum bis dahin letzten Mal am Millerntor siegte, wurde der BVB Meister.

Quelle: ntv.de, Carsten Lappe, dpa