Fußball

Dritte Liga ohne die Löwen Der KSC will flugs zurück in Liga zwei

imago28320105h.jpg

Wenig begeistert: Fans des KSC in der Abstiegssaison zu Besuch in Fürth.

(Foto: imago/Eibner)

Der Karlsruher SC auf jeden Fall, die Würzburger Kickers vielleicht, und eventuell 1. FC Magdeburg - das sind die Kandidaten, wenn es darum geht, wer aufsteigt. Erst einmal aber startet die dritte Fußball-Liga in ihre zehnte Saison. Garantiert ist, dass nichts garantiert ist.

Vor dem Auftakt im deutschen Profifußball lastet der Druck in der Jubiläums-Meisterschaft der dritten Liga auf dem Karlsruher SC. Der Zweitliga-Absteiger gilt unter den 20 Trainern nahezu einstimmt als Topanwärter auf den Aufstieg. KSC-Coach Marc-Patrick Meister lässt auch keine Zweifel zu: "Unser Ziel ist es, eine gute Runde zu spielen und den Wiederaufstieg in die zweite Bundesliga zu schaffen." Der MSV Duisburg hat es ja vorgemacht, mit den Meiderichern stiegen Holstein Kiel und der SSV Jahn Regensburg in die zweite Liga auf. Dafür kamen der KSC und die Würzburger Kickers herunter.

imago28798762h.jpg

"Unser Ziel ist es, eine gute Runde zu spielen": Marc-Patrick Meister.

(Foto: imago/Jan Huebner)

Mit dem FSV Frankfurt und dem FSV Mainz 05 II stiegen nur zwei Mannschaften aus der dritten Liga ab, weil der TSV 1860 München nicht die erforderlichen Zahlungsnachweise hinterlegte und nun in der vierten Liga spielt. Die Löwen hatten in der Relegation gegen Regensburg das Nachsehen gehabt. Die schlagzeilenträchtige Attraktion aus der bayrischen Landeshauptstadt blieb der Liga verwehrt. Braucht sie wohl auch gar nicht. "Die größten Pfunde der dritten Liga sind die Vielzahl an Traditionsvereinen und die ausgeprägte Ausgeglichenheit. Langeweile gibt es hier nicht", schreibt, lobt und wirbt der DFB auf seiner Homepage über und für die Liga, deren Gründung im September 2006 beschlossen worden war.

Seit der Saison 2008/2009 gibt es in Deutschland drei Profiligen. Was praktisch immer garantiert ist: Garantiert ist nichts. Der Kampf um die Aufstiegsplätze ist meist keine exklusive Angelegenheit, das Feld dicht zusammen. In der vergangenen Saison lagen fünf Spieltage vor Schluss zwischen Platz zwei und neun gerade einmal fünf Punkte. Die jetzigen Prognosen der Trainer widersprechen zumindest im Fall des ersten und auch zweiten Platzes dem bisherigen Trend: Neben dem KSC gelten die Würzburger als nächster Kandidat, 14 Trainer tippten in der DFB-Umfrage auf die Kickers.

"Wir sind kein gewöhnlicher Absteiger"

Trainer Stephan Schmidt gibt sich allerdings zurückhaltend. Auf die Frage, ob der Aufstieg das klare Ziel als Absteiger sein, antwortete er mit einem klaren: "Nein. Solche Einschätzungen beruhen auf Oberflächlichkeit. Im Normalfall mag es das Ziel eines Zweitliga-Absteigers sein. Wir sind aber kein gewöhnlicher Absteiger." So wie er selbst bei den Kickers ist auch die Mannschaft zu großen Teilen neu. Noch bescheidener formulierte sein Kollege Jens Härtel vom 1. FC Magdeburg, einem von sieben Vereinen aus den Bundesländern der ehemaligen DDR, das Saisonziel. Vom Aufstieg - wie ihn einige seiner Kollegen dem ehemaligen Europapokalsieger zutrauen - ist noch keine Rede. Selbst nachdem oder vielleicht auch eben weil der 1. FCM in den vergangenen beiden Spielzeiten als Vierter jeweils scheiterte. "Wir wollen erst einmal die nötigen Punkte für den Klassenverbleib sammeln", sagt Härtel.

Wie die Mannschaften ihre Ziele umsetzen, wer sich wie im Kampf gegen den Absturz in den Amateur-Fußball schlägt - die Fans können es neuerdings komplett verfolgen. Die Deutsche Telekom überträgt alle Partien live und auf Abruf. "Die dritte Liga ist damit erstmals im Pay-TV vertreten", heißt es vom DFB. Für die Liga, in der die Vereine oft mit Geldproblemen zu kämpfen haben und in der in der vergangenen Saison sogar zwei Teams Insolvenz anmelden mussten, ist das ein weiterer wichtiger Schritt. Denn bei allem Lob und bei aller Freude über die Entwicklung seit ihrer Gründung, weiß der für die Spielklasse zuständige DFB-Vizepräsident Peter Frymuth auch: "Das wirtschaftliche Spannungsfeld zwischen der zweiten Bundesliga und der dritten Liga ist trotz allem größer geworden."

Quelle: n-tv.de, Jens Marx, dpa

Mehr zum Thema