Fußball

Barça im Halbfinale gegen Inter Mailand Der Sturmlauf des Jahrhunderts

Angeführt von Lionel Messi will der FC Barcelona Rache heute ein weiteres Stück europäische Fußball-Geschichte schreiben. Vor dem Halbfinal-Rückspiel der Champions League gegen Inter Mailand heizt Gerard Pique die Stimmung kräftig an. "Die Inter-Spieler müssen 90 Minuten lang den Fußball hassen", sagt Barças Innenverteidiger.

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Planen Großes: Zlatan Ibrahimovic und Lionel Messi.

(Foto: REUTERS)

Lionel Messi & Co. planen den Sturmlauf des Jahrhunderts. Mit einem beispiellosen Angriffswirbel will der FC Barcelona im Halbfinal-Rückspiel der Champions League das Abwehrbollwerk von Inter Mailand knacken und die 1:3-Schlappe aus dem Hinspiel wettmachen. Der spanische Fußball-Meister stemmt sich mit aller Macht dagegen, dass seine Erfolgsserie nach sechs Titelgewinnen im Jahr 2009 nun ein Ende nimmt. Zugleich wollen die Katalanen ein Gesetz der Serie brechen: Seit die Champions League den Europapokal ablöste, konnte kein Titelträger die Trophäe verteidigen.

Spanier und Italiener betrachten das Duell der Landesmeister heute ab 20.45 Uhr im Camp-Nou-Stadion - bei allem Respekt für Bayern München - als vorgezogenes Finale. Barça scheint mit seinen Stürmerstars Messi und Zlatan Ibrahimovic für eine Aufholjagd geradezu prädestiniert zu sein. "Wir müssen erreichen, dass die Inter-Spieler ihren Beruf hassen", gab Jungstar Gerard Piqué die Devise aus.

"Inter wird zwei Abwehrreihen aufbauen"

Aber Messi, der Barça mit vier Toren gegen den FC Arsenal fast im Alleingang ins Halbfinale schoss, hat es nun mit einem Gegner zu tun, an dem er sich bislang vergeblich die Zähne ausbiss: José Mourinho. Dem Inter-Coach gelang es bisher immer, den Weltfußballer 2009 in Schach zu halten. Messi erzielte in seinen sechs Spielen gegen die Mourinho-Teams FC Chelsea und Inter nicht einen Treffer.

Der portugiesische Trainer ist ohnehin ein Meister darin, einen Vorsprung zu halten und auf Fehler des Gegners zu lauern. "Inter wird zwei Abwehrreihen aufbauen und die Räume eng machen. Da wird es schwer, Torchancen herauszuspielen", weiß Barça-Regisseur Xavi. Die Statistik belegt dies: Der Inter-Coach verlor von rund 390 Spielen seiner Karriere nur 2,5 Prozent mit zwei oder mehr Toren Unterschied. "Mourinho ist fast unverwundbar", meinte die Zeitung "El País".

Wesley Sneijder ist angeschlagen

Am Wochenende eroberten die Mailänder in der Serie A mit einem 3:1-Sieg über Atalanta Bergamo die Tabellenführung zurück. "Das hat unsere Moral gestärkt", betont Inter-Präsident Massimo Moratti. Nun wollen die Norditaliener nicht nur erstmals seit 1972 wieder in das Meistercup-Finale einziehen, sondern auch das Triple von Meisterschaft, Pokal und Champions League gewinnen. Ihr Spielmacher Wesley Sneijder ist angeschlagen, kann aber wahrscheinlich spielen.

Der FC Barcelona setzt auf die Unterstützung seiner Fans. Die 90.000 Zuschauer in Europas größter Fußball-Arena werden fast alle in den Vereinsfarben Blau und Rot erscheinen. "Es werden 90.011 gegen 11 spielen", sagte das Fachblatt "Sport" voraus. Die Fans wurden aufgerufen, Amulette und andere Glücksbringer bei sich zu tragen. Hunderte von Motorradfahrern werden das Barça-Team in einer "Karawane der Helden" vom Quartier ins Stadion begleiten.

Die Katalanen, die am Samstag in der Liga "Schlusslicht" Deportivo Xerez mit Mühe 3:1 besiegten, haben in der Vergangenheit des öfteren bewiesen, dass sie 1:3-Rückstande wettmachen können. Vor fast genau zehn Jahren schlugen sie - mit Coach Louis van Gaal - den FC Chelsea nach einem 1:3 im Rückspiel 5:1 nach Verlängerung. In dieser Saison gewannen die Blau-Roten bereits in den Gruppenspielen 2:0 gegen Inter. Dieses Ergebnis würde Barça nun zum Finaleinzug reichen. Der Vatikan äußerte sich zurückhaltend. "Ein Weiterkommen von Barça wäre ein Wunder", meinte Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone bei einem Besuch in Barcelona. "Aber Wunder ereignen sich immer wieder mal."

FC Barcelona – Inter Mailand, 20.45 Uhr

Barcelona: Valdes - Alves, Piqué, Gabriel Milito, Maxwell - Xavi, Busquets, Keita - Messi, Ibrahimovic, Pedro - Trainer: Guardiola
Mailand: Cesar - Maicon, Lucio, Samuel, Zanetti - Cambiasso, Motta - Eto'o, Snejder, Pandew - Diego Milito – Trainer: Mourinho
Schiedsrichter: Frank De Bleeckere (Belgien)

Quelle: n-tv.de, dpa/sid

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