Fußball

Wie läuft's bei … Lasogga? Der katarische Fußballtraum endet abrupt

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Nach dem Weggang vom HSV ist die Zeit von Lasogga in Katar auch schon wieder vorbei.

(Foto: imago images / DeFodi)

Im Sommer 2019 verlässt Pierre-Michel Lasogga den Hamburger SV mit heftigem Nachtreten. Das Ziel des Stürmers: der katarische Klub Al Arabi. Ungewöhnlich, aber das schert Lasogga nicht. Doch nun ist die Hoffnung auf die rosige Auslandskarriere schon wieder vorbei.

Königliches Gehalt, Sonne satt, kurze Wege - so kann für Fußballprofis ein Engagement in Katar aussehen. Pierre-Michel Lasogga ging es bei seinem Wechsel vom Hamburger SV zu Al Arabi SC im Sommer 2019 aber nicht nur darum. "Ich bin noch nicht weg vom Fenster", stellte der 28-Jährige Anfang des Jahres im Gespräch mit der "Sport Bild" klar. Er wolle in der Qatar Stars League nicht nur üppiges Salär einstreichen, sondern vielmehr dem katarischen Fußball seinen "Stempel aufdrücken", seine "eigene Geschichte" im Emirat schreiben.

Doch dieser Traum nimmt wohl ein jähes Ende. Seit einem Kurzeinsatz Anfang September stand Lasogga nicht mehr im Kader von Al Arabi. Auf der Website des Klubs wird der ehemalige HSV-Stürmer nicht einmal in der Spielerliste geführt. Und mehr noch: Laut der arabischen Tageszeitung "Al Raya" hat Lasogga seinen Kaderplatz gänzlich verloren und ist durch Neuzugang Mehdi Torabi ersetzt worden. Durch die Verpflichtung des Iraners im Oktober dieses Jahres habe Al Arabi die erlaubte Grenze von fünf ausländischen Spielern im Kader überschritten, weshalb Lasogga Platz machen musste.

Dabei galt Lasogga bei seiner Verpflichtung als großer Hoffnungsträger. Mit der Hilfe des einstigen deutschen U21-Nationalspielers wollte Al Arabi an alte Erfolge anknüpfen. Die katarische Meisterschaft wurde zuletzt 1997 gewonnen. Den großen Erwartungen wurde Lasogga in seiner Premierensaison zumindest im Ansatz gerecht. In 20 Spielen erzielte er sieben Treffer und bereitete fünf weitere Tore vor, zum Titel reichte es dennoch nicht. Seit Februar 2020 ist die Tormaschine Lasogga allerdings im Wartestand.

Unrühmlicher HSV-Abgang

Dass der 28-Jährige durchaus in der Lage ist, Tore zu schießen, stellte er in der Bundesliga unter Beweis. In 138 Partien für den Hamburger SV traf er 49 Mal, für Hertha BSC netzte er in 69 Spielen 24 Mal. Obwohl Lasogga den HSV mehrfach vor dem Abstieg bewahrte, verlief sein Abschied im Sommer 2019 nicht ganz reibungslos. An dem Wechsel Lasoggas ins fußballerisch eher wenig glamouröse Katar habe man gesehen, "dass wir vielleicht nicht so falsch liegen bei dieser sportlichen Entscheidung", trat Präsident Marcell Jansen gegen den Ex-Profi nach.

Lasogga ließ ebenfalls kein gutes Haar an seinem Ex-Klub. Bei den Hanseaten sei es "sehr chaotisch" zugegangen. "Vielleicht hätte meine Karriere einen anderen Verlauf genommen, wenn ich bei einem Topklub gespielt hätte, bei dem nicht so viel Unruhe herrschte. Es war nicht immer einfach beim HSV", stichelte der Offensivspieler.

Sport.de

Dieser Text ist zunächst bei den Kollegen von sport.de erschienen.

Eine Rückkehr aus dem fußballerischen Niemandsland nach Europa - wenn auch nicht zum HSV - kann sich Lasogga durchaus vorstellen, wie er der "Sport Bild" sagte: "Es gibt einige Spieler, die bewiesen haben, dass das möglich ist." Als Vorbild dient etwa der belgische Nationalspieler Axel Witsel, der im Januar 2017 nach China wechselte, im August 2018 zu Borussia Dortmund wechselte und dort schnell zum Mittelfeldregisseur wurde.

Quelle: ntv.de

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