Fußball

Wamangituka entschuldigt sich Die große Wut nach dem "Arroganz"-Tor

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Aufreizende Lässigkeit.

(Foto: imago images/Eibner)

Er zeigt eine überragende Leistung und fällt am Ende doch negativ auf: Stuttgarts Stürmer Silas Wamangituka lässt sich frei vor dem leeren Tor aufreizend viel Zeit, bevor er den Ball zum entscheidenden 2:0 gegen Werder über die Linie schießt - nach heftiger Kritik entschuldigt er sich nun.

Der Kommentator bei Dazn war sich unsicher. Womöglich hatte Silas Wamangituka mit seinem Torabschluss noch gewartet, weil er unsicher war, ob er überhaupt zählen würde. Einen Grund dafür gab's tatsächlich eigentlich nicht. Sauber war der Stürmer in eine sehr verunglückte Brustrückgabe von Ömer Toprak gesprintet, hatte Torwart Jiri Pavlenka den Ball vom Fuß geklaut und machte sich auf den Weg zum 2:0 für den VfB Stuttgart. Doch die Art, wie er diesen Weg betritt, wie er wartet, wartet, schaut, verzögert und den Ball dann über die Linie drischt, kurz bevor ihn Pavlenka wieder erreicht, diese Art sorgt für reichlich Ärger. Bremens Stürmer David Selke stellt den Stuttgarter noch auf dem Platz Kopf an Kopf zur Rede, echauffiert sich später über das "respektlose" Verhalten. "Grob unsportlich", schimpfte Trainer Florian Kohfeldt von der Seitenlinie.

Ein paar Stunden nach seinem "Sonntags-Spaziergang" meldete sich Wamangituka selbst zu Wort. Und sagte Sorry für seinen aufreizenden Treffer. Er wolle nun die "Gelegenheit nutzen", schrieb Wamangituka bei Instagram, um bei allen Bremern, "die sich verärgert fühlten, aufrichtig um Entschuldigung zu bitten". Es sei "auf keinen Fall" seine Absicht gewesen, zu "provozieren". Selbst einige Mitspieler wie Routinier Gonzalo Castro hatten sich an der Art des Treffers gestört. In den sozialen Medien kassierte er jede Menge Wut-Posts. Auch in den klassischen Medien kam er nicht gut weg. Sogar von einem "Arroganz"-Anfall war da die Rede.

Bei den Stuttgartern waren sie derweil eiligst bemüht, den Kongolesen gegen die Attacken zu verteidigen. Trainer Pellegrino Matarazzo stellte sich schützend vor ihn. "Wenn man Silas kennt, weiß man, dass er ein schüchterner Junge und nicht arrogant ist", sagte er: "Das Erste, was ich in der Situation empfunden habe, war, dass er auf Zeit spielt, wie wenn man zur Eckfahne geht." Das hat Wamangituka, mit fünf Saisontreffern Stuttgarts Toptorjäger, hinterher auch noch einmal bestätigt. Aber er "verstehe die Frustration von Werder" auch, sagte Matarazzo.

Vorwürfe "maximal grenzwertig"

Am Tag nach dem Aufreger verteidigte auch Sportdirektor Sven Mislintat seinen heftig in die Kritik geratenen Stürmer. "Ich finde es maximal grenzwertig, was dem Jungen da vorgeworfen wird." Auch er könne "komplett nachvollziehen, dass die Bremer das nicht super fanden", sagte Mislintat. Er betonte aber auch: "Wir können mal die Kirche im Dorf lassen. Er hat das Ding nicht viermal hochgehalten, keinen Fallrückzieher auf der Linie gemacht, keinen Moonwalk gemacht oder sonst was. Aus der Nummer wird viel zu viel gemacht." Zur Kritik von Selke sagte der VfB-Sportdirektor: "Ich finde Davies Reaktion auf dem Spielfeld in Ordnung. Nach dem Spiel, mit etwas Abstand und wenn der Puls runtergekühlt ist, kann er meiner Meinung nach etwas andere Aussagen treffen."

Selke hatte nach dem Spiel bei Sky gesagt: "Der Junge macht ein gutes Spiel, macht zwei Tore. Dann soll er einfach den Ball reinschieben und nicht herumlaufen wie sonst einer." Wamangituka sah nach dem entscheidenden Treffer übrigens noch die Gelbe Karte von Schiedsrichter Frank Willenborg. Allerdings offenbar für die kleine Auseinandersetzung mit Selke und nicht für sein Verhalten beim Treffer. Wäre Willenborg nämlich zu dem Schluss gekommen, dass sich Wamangituka, wie es in Regel zwölf heißt, "gegenüber dem Spiel respektlos" verhalten habe, hätte er das Tor nicht geben dürfen.

Als sich die Gemüter endlich wieder beruhigt hatten, wollte auch Kohfeldt die Szene "nicht überdramatisieren". Und der erstaunlich reife Aufsteiger aus Stuttgart freute sich über den bereits dritten Auswärtserfolg diese Saison. "Ein sehr netter Sieg", schrieb Wamangituka auch. Und: "Ich habe in jeder Phase des Spiels Respekt vor dem Gegner."

Quelle: ntv.de, tno/dpa/sid

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