Fußball

Der phänomenale Maradona Diese Momente machten ihn zur Legende

Wie kein anderer verstand es die verstorbene Fußball-Legende Diego Armando Maradona, in seiner aktiven Zeit als Spieler und Trainer für Schlagzeilen zu sorgen. Als begnadeter Kicker dribbelte er seinen Gegenspielern - mit Ausnahme von Guido Buchwald - Knoten in die Beine, sein linker Fuß war wohl der beste der Fußballhistorie. Und auch die Hand wusste der Exzentriker geschickt einzusetzen.

Die Hand Gottes

Seine Aktion im WM-Viertelfinale 1986, als er den Ball gegen England mit der Hand ins Tor beförderte, ist wohl die Maradona-Szene schlechthin. Danach behauptete er, die "Hand Gottes" sei im Spiel gewesen. Erst 19 Jahre später gab Maradona öffentlich zu, dass er den Ball mit der Hand gespielt habe. 2009 druckte "The Sun" ein Interview mit dem Argentinier, der sich bei einem England-Besuch für das berühmteste Handspiel der Fußballgeschichte entschuldigt haben soll. Maradona revidierte jedoch seine Aussagen und erklärte, die Zeitung habe ihn falsch zitiert.

Das Tor des Jahrhunderts

Neben dem Hand-Tor sorgte Maradona im WM-Viertelfinale gegen die Engländer für ein weiteres Highlight. Unnachahmlich vollendete er einen Sololauf über den halben Platz mit seinem zweiten Tor. Tempo, technische Perfektion und unbändiger Siegeswille - der Treffer vereinte nicht nur die herausragenden Fähigkeiten des Argentiniers, er wurde 2002 auch von der Fifa zum Tor des Jahrhunderts gewählt.

Das Tor zum Finale

Überhaupt war die WM 1986 eine einzige Bühne für Maradona. Der Glanzleistung gegen die Engländer folgte eine überragende Partie gegen Belgien im Halbfinale. Auch da gelang der Nummer 10 ein Doppelpack beim 2:0-Erfolg. Unvergessen sein Lupfer im Vollsprint über den vorauseilenden Jean-Marie Pfaff.

Die kleinen Details - Warmmachen für Fußballfeingeister

Ein Spieler wie Maradona absolvierte auf dem physischen Höhepunkt seiner Laufbahn natürlich nicht das konventionelle Aufwärmprogramm. Vor dem Uefa-Cup-Halbfinale 1989 seines SSC Neapel gegen den FC Bayern München kombinierte er seine Ball-Jonglage mit rhythmischen Tanzbewegungen, während im Stadion "Live is Life" von Opus über die Lautsprecher dröhnte.

Mit Gefühl und Augenmaß

Beim SSC Neapel wird Maradona wohl immer den Gott-Status innehaben. Neben dem ersten Meistertitel der Vereinshistorie bescherte er den Tifosi der Partenopei auch eine ganze Reihe an Traumtoren. 81 Treffer in 188 Spielen - sein Tor gegen Verona 1985 war wohl eines der schönsten. Knapp 30 Meter vor dem Tor setzte er zum Volleyschuss an - und platzierte die Kugel per Innenpfosten im Gehäuse des Gegners.

Wie im Rausch - "El Diez" ein letztes Mal auf der WM-Bühne

Zumindest einen sportlichen Höhepunkt konnte "El Diez" ("Die Nummer Zehn") bei der WM 1994 in den USA noch setzen. Vor der Abreise zum Turnier warnte er seine Kritiker, sie "werden den wahren Diego bei der WM sehen". Seinem Tor gegen Griechenland folgte ein irrer Jubel. Stunden später stand fest: Maradona hatte unerlaubte Substanzen genommen und wurde suspendiert - einer der Tiefpunkte seiner Karriere.

Genie mit Sinn für Humor

Mit Worten wusste Maradona auch als Trainer umzugehen, ohne dabei die Fassung zu verlieren. Bei der WM 2010 in Südafrika wollte ein Reporter vom damaligen Nationaltrainer der Gauchos wissen, warum er einen so engen Umgang mit seinen Spielern pflege, schließlich umarme und küsse er die Spieler sehr herzlich. Maradona bekam die Übersetzung aufs Ohr und machte große Augen. "Ich bevorzuge Frauen", erklärte Maradona anschließend, um dann gleich noch einen Ausblick in sein Beziehungsleben zu geben.

Maradona hatte seinen eigenen Kopf

Vor dem WM-Viertelfinale 2010 gegen Deutschland stellte Maradona bei einer Pressekonferenz seine eigenen Regeln auf - zum Leidwesen des damaligen Nationalspielers Thomas Müller. Der sollte ebenfalls an der gemeinsamen PK teilnehmen. Ein Unding für Argentiniens Coach - der stattdessen lieber ein paar Autogramme gab.

Quelle: ntv.de