"Hat mir am meisten wehgetan"Donnarumma weint bei Interview - und weist Vorwurf zurück
Italien wird bei der Fußball-WM fehlen - schon wieder. Das Scheitern in den Playoffs ist schon ein paar Tage her, aber es hallt noch nach. Torwart-Hüne Gianluigi Donnarumma spricht unter Tränen und verrät, was ihn besonders trifft.
Es ist schon wieder passiert: Die italienische Fußball-Nationalmannschaft verpasst die WM - zum dritten Mal in Folge. Durch eine dramatische Niederlage in den Playoffs zum Megaturnier in den USA, Kanada und Mexiko muss der viermalige Weltmeister zuschauen. Und das 1:4 nach Elfmeterschießen gegen Bosnien-Herzegowina schmerzt die Azurri. Italien weint und mittendrin kann sich auch Torwart Gianluigi Donnarumma seiner Tränen nicht erwehren.
Der 27-Jährige schüttete jüngst in einem emotionalen TV-Interview sein Herz aus: "Es waren zwei sehr harte, anstrengende Tage. Das gilt für alle Italiener – allen lag sehr viel daran, wieder zur Weltmeisterschaft zu fahren, so wie es mir und der ganzen Mannschaft am Herzen lag", sagte der Torwart bei Sky zu den Stunden nach dem Kollaps. "Leider haben wir es nicht geschafft, und das muss man akzeptieren und nach vorne schauen. Es tut sehr weh, wirklich sehr weh."
Die Italiener, die sich 2006 in Deutschland letztmals zum Weltmeister gekrönt hatten, müssen zuschauen, wie ab Juni 48 Teams bei der größten Fußball-WM der Geschichte um den Titel kämpfen. "In den ersten Tagen hatte ich große Schwierigkeiten, das zu verarbeiten, aber die Wahrheit ist: Man muss neu starten und reagieren."
"Hat mir am meisten wehgetan"
Beinahe schmerzhafter als das Aus sei für den Weltklasse-Torwart, der 2025 mit PSG die Champions League gewonnen hatte und danach zu Manchester City weiterzog, aber etwas anderes: "Ich war verletzt von den Kommentaren und den Dingen, die über angebliche Prämien gesagt wurden, die wir gefordert hätten", sagte der 1,96 Meter-Hüne unter Tränen. Die Tifosi waren erbost über Gerüchte, wonach die Nationalspieler vor dem so wichtigen Playoff-Spiel über ihre WM-Prämien verhandeln wollten. 10.000 Euro pro Spieler hätte die Mannschaft vom Verband gefordert, ehe Nationaltrainer Gennaro Gattuso eingriff, "um Geist und Herz wieder auf die Mission zu lenken", wie die italienische Sportzeitung "Tuttosport" pathetisch schrieb.
Donnarumma verweist das in den Bereich der üblen Nachrede: "Mich haben vor allem die Kommentare verletzt, die Worte, die gefallen sind. Ich habe als Kapitän nie die italienische Nationalmannschaft um einen Euro gebeten: Was die Nationalmannschaft tut, wie immer bei allen Wettbewerben, ist, den Spielern, die sich qualifizieren, ein Geschenk zu machen. Das war alles, aber niemand hat den Verband um etwas gebeten: Unser Geschenk war die Teilnahme an der WM, leider ist es nicht dazu gekommen. Was mir am meisten wehgetan hat, ist das, was veröffentlicht wurde: Niemand hat Prämien verlangt."
Und so kam das Desaster von Zenica am Ende alle Italiener teuer zu stehen: Nationaltrainer Gattuso, Weltmeister von 2006, kostete das Spiel den Job, die am Boden zerstörten Spieler WM-Traum und Reputation und alle Italiener einen stolzen Fußball-Sommer.
