Fußball

Allofs erschrocken und enttäuscht Draxler vernichtet Wolfsburger Leistung

c817797b5912408b5fb7594381e0493e.jpg

Julian Draxler ist ziemlich bedient von sich und den Wolfsburgern.

(Foto: imago/Eibner)

Dank eines starken Diego Benaglio und mit ganz viel Glück sichert sich der VfL Wolfsburg ein Remis in Ingolstadt. Doch die Vorstellung beim FCI erschreckt nicht nur Manager Klaus Allofs, auch die Spieler sind inzwischen verzweifelt.

Weltmeister Julian Draxler hatte gar keine Lust, seinen Frust zu verbergen. Mit finsterer Miene fällte der Star des VfL Wolfsburg nach dem glücklichen 1:1 (0:1) im Kellerduell beim FC Ingolstadt ein vernichtendes Urteil. "Man sieht, welchen Tabellenregionen wir angehören. Das war fußballerisch keine Offenbarung. Wir stehen zu Recht da unten. Das reicht nicht für unsere Ansprüche", sagte der Nationalspieler.

8701192721b13b4f6727d7bbf5333351.jpg

Wütend? Zurecht.

(Foto: imago/Eibner)

Längst befindet sich der mit Champions-League-Ambitionen in die Saison gestartete VfL tief in der Krise und im harten Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga - hat damit aber erhebliche Probleme. Es würden die Mittel, "die man braucht", fehlen, räumte Manager Klaus Allofs offen ein. Man habe "keine Antwort" auf die ungewohnten Anforderungen, "das ist erschreckend und enttäuschend", konstatierte Allofs, der von der Darbietung seiner Stars restlos bedient war.

Inzwischen überdenkt der VW-Konzern sein millionenschweres Engagement beim VfL. Empfindliche Einschnitte sind vorgesehen. Der Druck in Wolfsburg wird immer größer, auch auf Allofs, der mit seinen Entscheidungen in den vergangenen Monaten oft danebenlag. Auch die Entlassung von Trainer Dieter Hecking und der Wechsel zu Valerien Ismael hat bislang nichts bewirkt. Der Franzose wartet nach dem fünften Spiel immer noch auf den zweiten Sieg, dafür hatte es in den vergangenen Wochen unter seiner Regie drei Niederlagen gegeben.

Niederlage wäre verdient gewesen

Die vierte Pleite wäre in Ingolstadt hochverdient gewesen, wenn nicht wenigstens Torwart Diego Benaglio Format gezeigt hätte. Der Schweizer hielt nicht nur einen Foulelfmeter von Moritz Hartmann (17.), sondern vereitelte einige weitere Großchancen der Schanzer, die durch Anthony Jung (31.) in Führung gegangen waren. Daniel Caligiuri glich überraschend aus (78.). Man könne sich bei Benaglio "bedanken", meinte Ismael, der die erste Hälfte als "katastrophal" bezeichnete. Man habe ein "Kopfproblem".

Dass der VfL trotz seiner prominent besetzten Offensive mit Draxler, Mario Gomez, Daniel Didavi und Maximilian Arnold 56 Minuten bis zum ersten Torschuss benötigte, zeigte die ganze Problematik einmal mehr auf. Ismael drohte deshalb seinen hochbezahlten Profis vor dem kommenden Heimspiel gegen Hertha BSC. "Wir kriegen Woche für Woche ein klareres Bild, welcher Spieler bereit ist, den Weg mitzugehen. Daraus werden wir unsere Schlüsse ziehen", sagte er. Es fehlte "das Selbstvertrauen", meinte indes Draxler. Man dürfe sich nicht verrückt machen lassen, "wir können aber auch nicht entspannt sein", fügte er an. Man müsse jetzt bis Weihnachten "viel über den Kampf" machen, um dann "neu anzugreifen".

Ein Neustart ist Ingolstadt unter Maik Walpurgis schon gelungen, auch wenn es nach dessen erfolgreicher Premiere in Darmstadt diesmal nicht zum Sieg gereicht hat. Dennoch, so der neue Coach, könne man "optimistisch nach vorne schauen. Wir müssen weiter so auftreten, dann werden wir uns auch belohnen". Zumal der Auftritt des FCI am Samstag stark an die Vorsaison unter Ralph Hasenhüttl erinnerte. "Wir haben zu alten Tugenden zurückgefunden", konstatierte deshalb auch der starke Markus Suttner, "wir machen wieder das, was wir letztes Jahr gemacht haben".

Quelle: ntv.de, Thomas Niklaus, sid