Fußball

Zu viele "falsche Behauptungen" Ehrenrat schlug Tönnies Amtsverzicht vor

imago40986456h.jpg

Clemens Tönnies lässt sein Amt als Aufsichtsratsvorsitzender des FC Schalke 04 für drei Monate ruhen.

(Foto: imago images / RHR-Foto)

Clemens Tönnies muss sein Amt als Aufsichtsratschef des FC Schalke 04 für drei Monate niederlagen. So ist die richtige Lesart der Entscheidung des Ehrensrats. Das sagt der Ehrenrat selbst. Das Gremium sieht sich genötigt, gegen falsche Behauptungen und Diskreditierungen vorzugehen.

Der Ehrenrat des FC Schalke 04 hat sich nach seiner Entscheidung zu den Aussagen von Aufsichtsratschef Clemens Tönnies gegen Kritik gewehrt. Es seien "in der öffentlichen Diskussion zahlreiche falsche Behauptungen und Diskreditierungen auf den Ehrenrat eingeprasselt", sagte der Vorsitzende Jochen Dohm in einer Mitteilung des Fußball-Bundesligisten. Die Ehrenratssitzung am Dienstagabend hatte ergeben, dass Tönnies sein Amt bei dem Verein nach seinen umstrittenen Aussagen über Afrika für drei Monate ruhen lassen will. Das Gremium kam zu dem Ergebnis, dass der Vorwurf des Rassismus unbegründet sei. Die Entscheidung hatte teils heftige Kritik und Unverständnis ausgelöst.

So regte sich auch in Schalker Fankreisen Widerstand gegen die Entscheidung. "Clemens Tönnies kann so nicht mehr das Gesicht von Schalke sein", hatte unter anderem Manfred Beck von der Fan-Initiative am Mittwoch im Interview mit Radio Emscher-Lippe gesagt. "Ich hoffe, dass das nicht das endgültige Ergebnis ist, sondern dass dies erstmal ein Zwischenergebnis ist. Wir sind enttäuscht darüber, weil wir schon erwarten und es für richtig halten, dass das zu einer endgültigen Lösung wird." Beck wollte in Gesprächen mit weiteren Medien nicht ausschließen, dass es "im ersten Heimspiel zu Aktionen der Fans kommt". 

"Entscheidung wurde sofort akzeptiert"

Tönnies sei, so heißt es in der nun veröffentlichten Ehrenratserklärung, "wegen des Verstoßes gegen die Satzung und das Leitbild des Vereins" die zweithöchste mögliche Sanktion eröffnet worden. "Diese Entscheidung wurde von Herrn Tönnies sofort akzeptiert und er hat erklärt, deshalb sein Amt für drei Monate ruhen zu lassen." Der Ehrenrat-Vorsitzende betonte zudem, dass keines der Mitglieder des Gremiums bei der Urteilsfindung befangen gewesen sei.

Am 15. August wird sich die Ethikkommission des Deutschen Fußball-Bundes auch noch mit dem Fall beschäftigen. Das Gremium kann aber keine Sanktionen aussprechen, nur Untersuchungen einleiten und bei hinreichendem Tatverdacht Anklage bei der Ethik-Kammer des Sportgerichtes erheben. Tönnies wird derweil während seines Rückzugs offenbar auch auf Stadionbesuche verzichten. Das hatte die "Bild"-Zeitung berichtet. In diesen Zeitraum fallen auch die Heimspiele gegen Rekordmeister Bayern München (24. August) und das Revierderby gegen Borussia Dortmund (26. Oktober).

Quelle: n-tv.de, tno/dpa/sid

Mehr zum Thema