"Schwerwiegender Fehler"FC Barcelona wütet und wütet - und geht jetzt noch weiter
Hansi Flick ist sehr wütend, jetzt hat das Champions-League-Spiel seines FC Barcelona gegen Atlético Madrid ein Nachspiel.
Der FC Barcelona steht im Champions-League-Viertelfinale vor einer komplizierten Aufgabe: Im Rückspiel in der kommenden Woche muss das Team von Ex-Bundestrainer Hansi Flick auswärts bei Atlético Madrid ein 0:2 reparieren, um doch noch ins Halbfinale einzuziehen. Doch das Hinspiel hallt gewaltig nach - und hat nach dem Willen der Katalanen ein Nachspiel. Es geht um eine kuriose Szene, die den FC Barcelona wüten lässt.
In der 54. Minute - Barça lag zu diesem Zeitpunkt nach einem Treffer von Weltmeister Julian Alvarez schon zurück und spielte nach einer Roten Karte für Pau Cubasi in Unterzahl - führte Atléti-Torwart Juan Musso einen Abstoß kurz aus zu Marc Pubill, der Verteidiger legt sich den Ball mit der Hand zurecht. Offenbar, um selbst den Abstoß auszuführen, aber das Spiel lief ja bereits wieder. Da der Ball bereits ruhte, lag hier eigentlich ein strafbares Handspiel inklusive Elfmeter vor.
"Entsprach nicht den Regeln"
Schiedsrichter Istvan Kovacs sowie Videoschiedsrichter Christian Dingert griffen allerdings nicht ein. Flick war außer sich vor Wut: "Die Situation, in der Musso den Ball mit der Hand berührt hat und nichts unternommen wurde, ist für mich völlig klar. Ich verstehe nicht, warum der VAR nicht eingegriffen hat. Es ist ein deutscher Kerl, danke an Deutschland. Es ist unglaublich. Jeder macht Fehler, aber solche Situationen … Wozu haben wir den VAR? Es hätte einen Elfmeter und die zweite Gelbe Karte für den Spieler geben müssen."
Die Szene weckte Erinnerungen an eine vergleichbare Situation im April 2024, als Bayern München beim FC Arsenal ebenfalls keinen Handelfmeter erhalten hatte. "Das ist ein kid's mistake, das pfeife ich nicht in einem Viertelfinale", hatte der Schiedsrichter damals laut Bayern-Coach Thomas Tuchel gesagt. Auch Dingert und Co. drückten nun angesichts des Anfängerfehlers offenbar ein Auge zu.
Wie der FC Barcelona am Tag nach dem Spiel verkündete, werden man die Wut auf eine offizielle Ebene heben: "Die Rechtsabteilung des Vereins hat heute bei der UEFA eine Beschwerde bezüglich der Ereignisse im Hinspiel des Viertelfinals der UEFA Champions League gegen Atlético Madrid eingereicht. Der Verein ist der Ansicht, dass die Schiedsrichterleistung nicht den geltenden Regeln entsprach und den Spielverlauf sowie das Ergebnis unmittelbar beeinflusste", schreibt der spanische Meister in einem Statement mit Blick auf die Szene kurz nach der Pause.
"Der FC Barcelona ist der Ansicht, dass diese Entscheidung, zusammen mit einem gravierenden Versäumnis des VAR, einen schwerwiegenden Fehler darstellt. Dementsprechend hat der Verein die Einleitung einer Untersuchung, Einsicht in die Kommunikation der Schiedsrichter sowie gegebenenfalls die offizielle Anerkennung der Fehler und die Ergreifung entsprechender Maßnahmen gefordert."
"In diesem Zusammenhang ..."
Welche Maßnahmen der Klub konkret fordert, geht aus dem Statement nicht hervor. Die Voraussetzung für ein Wiederholungsspiel ist ein klarer Regelverstoß der Schiedsrichter, eine falsch getroffene Tatsachenentscheidung bleibt für die Spielwertung folgenlos.
Den jüngsten Vorfall sieht der FC Barcelona derweil in einer Reihe mehrerer klarer Fehlentscheidungen gegen den eigenen Klub - und lässt sich die Gelegenheit nicht nehmen, darauf hinzuweisen: "In diesem Zusammenhang ist der FC Barcelona der Ansicht, dass dies nicht das erste Mal in den letzten Spielzeiten der UEFA Champions League ist, dass unverständliche Schiedsrichterentscheidungen sich nachteilig auf die Mannschaft ausgewirkt haben, was eine klare Doppelmoral schafft und einen Wettbewerb mit anderen Vereinen unter gleichen Bedingungen verhindert."
