Dreimal fällt das Flutlicht aus, aberwitzige 28 Minuten werden nachgespielt - und dann jubelt der große Underdog: Der englische Drittligist Burton Albion hat nach einem ebenso kuriosen wie turbulenten Spiel das Achtelfinale des englischen Fußball-Ligapokals erreicht. Die Mannschaft von Teammanager Nigel Clough, Sohn des legendären Middlesbrough-Stürmers Brian Clough (197 Tore in 213 Spielen), bezwang allen Widrigkeiten zum Trotz den Premier-League-Klub AFC Bournemouth mit 2:0 (1:0).
In der 53., der 64. und der 76. Minute wurde es im kleinen Pirelli Stadion in Burton upon Trent plötzlich minutenlang dunkel. Erst später wurde ein Stromproblem in der gesamten Region als Grund ausgemacht. Beim dritten Ausfall unterbrach Schiedsrichter John Busby das Spiel, und Burton schickte seine Fans via Twitter nach Hause - ehe die Begegnung dann doch noch zu Ende gespielt wurde. Einen Abbruch hätte es laut Ligaverband erst bei mehr als einer halben Stunde Verzögerung gegeben.
"Nehmen das nicht als Entschuldigung"
"An, aus, an, aus - so etwas habe ich noch nie erlebt", sagte Coach Brian Clough, der mit seinem Team in der vergangenen Saison bereits ins Halbfinale gestürmt war. Dort allerdings gab's im Hinspiel eine heftige 9:0-Klatsche bei Manchester City. Im Rückspiel war's mit einem 0:1 deutlich erträglich.
"Es war eine seltsame Situation und auch neu für mich, aber wir nehmen das nicht als Entschuldigung für unsere Leistung her", sagte Bournemouth-Trainer Eddie Howe nach der Blamage seiner Mannschaft nun. Oliver Sarkic (14.) und Nathan Broadhead (72.) waren mit ihren Toren die Matchwinner für den Underdog, der im Achtelfinale auf den Erstligisten Leicester City trifft. Die treffende Schlagzeile zu diesem kuriosen Spiel lieferte übrigens die Zeitung "Mirror": "Burton schaltet Bournemouth das Licht ab".
