Fußball

EL-Spiel beim FC Arsenal gedreht Frankfurt schießt sich aus der Krise

Eintracht Frankfurt hat das Weiterkommen in der Europa League wieder selbst in der Hand. Im Auswärtsspiel beim FC Arsenal gelingt dem Halbfinalisten der Vorsaison ein Comeback-Erfolg. Gegen schwache Gastgeber wird ein Mittelfeldspieler zum Helden des Fußballabends.

Eintracht Frankfurt hat sich mit einem Sieg beim FC Arsenal aus der Krise geschossen und steht in der Europa League vor dem Einzug in die Zwischenrunde. Der Halbfinalist der Vorsaison gewann am vorletzten Gruppenspieltag beim FC Arsenal dank einer beeindruckenden Leistungssteigerung nach der Pause noch mit 2:1 (0:1). Der ehemalige Dortmunder Bundesliga-Profi Pierre-Emerick Aubameyang (45.+1) hatte den anfangs hoch überlegenen Premier-League-Klub in Führung geschossen, doch der Japaner Daichi Kamada (55./64. Minute) drehte mit einem Doppelschlag die Partie.

FC Arsenal - Eintracht Frankfurt 1:2 (1:0)

Arsenal: Martinez - Mustafi (76. Torreira), Luiz (31. Guendouzi), Sokratis - Chambers, Xhaka, Willock, Tierney - Martinelli (59. Özil), Aubameyang, Saka. - Trainer: Emery
Frankfurt: Rönnow - Abraham, Hasebe, Hinteregger - da Costa, Fernandes (46. Kohr), Kostic - Sow, Kamada - Paciencia, Silva (46. Gacinovic). - Trainer: Hütter
Schiedsrichter: Ruddy Buquet (Frankreich) Tore: 1:0 Aubameyang (45.+1), 1:1 Kamada (55.), 1:2 Kamada (63.)
Zuschauer: 30.000
Gelbe Karten: Martinelli, Mustafi (3), Xhaka, Guendouzi - Kostic, Abraham, Paciencia

Vor den letzten Vorrundenpartien führen die Gunners, bei denen Ex-Nationalspieler Mesut Özil nach einer Stunde eingewechselt wurde und wirkungslos blieb, die Gruppe F mit 10 Punkten vor Frankfurt (9) an. In zwei Wochen treten die Hessen zu Hause gegen Vitoria Guimaraes an und können mit einem Sieg das Weiterkommen perfekt machen. Vorjahresfinalist Arsenal muss zu Standard Lüttich reisen.

Vier Tage vor dem Rhein-Main-Derby in der Fußball-Bundesliga beim FSV Mainz 05 am Montagabend kam die Eintracht damit zum erhofften Erfolgserlebnis und dem ersten Sieg nach zuletzt drei Pflichtspiel-Niederlagen nacheinander. "Wir wollen punkten und wir sollten punkten", sagte Eintracht-Sportvorstand Fredi Bobic vor der Partie bei RTL und räumte "schon ein bisschen Druck" angesichts der Tabellenkonstellation und der jüngsten Ergebnisse ein. Druck übten auf dem Rasen zunächst aber nur die Gastgeber aus. Trotz der Stimmung, die Bobic nach dem Spiel bei Dazn als "Vollkatastrophe" bezeichnete. Einige mutige Frankfurter Anhänger, die trotz der Sperre des Auswärtsblocks im Stadion waren, unterstützen die Mannschaft dennoch.

Aubameyangs Treffer ist zu wenig für Arsenal

Die Hessen hatten großes Glück, nicht in Rückstand zu geraten. Der herausragende Torwart Frederik Rönnow rettete gegen Kieran Tierney; Gelson Fernandes klärte nach der Ecke einen Kopfball von Gabriel Martinelli auf der Linie (16.). Auch bei einem unfreiwilligen Kopfball von Martin Hinteregger war Rönnow zur Stelle (21.). Der dänische Schlussmann erwies sich in dieser Phase als großer Rückhalt. Umso sorgenvoller die Miene bei Trainer Adi Hütter, als sich Rönnow bei einer weiteren Rettungstat gegen Saka offenbar das Knie verdrehte (30.).

Nach einer Behandlungspause konnte der 27-Jährige aber weiterspielen. Rönnow hatte rechtzeitig einen Infekt auskuriert, Sebastian Rode (Knieblessur) und Bas Dost (muskuläre Probleme) dagegen waren nicht mit nach London gereist. Dafür kehrten die in der Bundesliga gesperrten David Abraham und Gelson Fernandes in die Startelf zurück. In den ersten 45 Minuten hatten die Frankfurter aber keine Möglichkeit vor Arsenal-Keeper Emiliano Martinez, der für Nationaltorwart Bernd Leno spielte.

Dafür schlug in der Nachspielzeit von Hälfte eins Aubameyang dann doch noch zu. Nach einem Zuspiel von Martinelli überwand der Gabuner den Frankfurt-Keeper, der zwar noch mit dem Fuß am Ball war, die hochverdiente Führung der Gunners aber nicht mehr verhindern konnte. "Wir müssen aktiver werden", forderte Eintracht-Sportdirektor Bruno Hübner zur Pause. Hütter probierte das mit der Hereinnahme von Mijat Gacinovic (für André Silva) und Dominik Kohr (für Fernandes). Und plötzlich drehten die Frankfurter auf, legten ihre Verunsicherung nach den Niederlagen beim SC Freiburg (0:1), bei Standard Lüttich (1:2) und gegen den VfL Wolfsburg (0:2) ab und drehten das Spiel. In der Schlussphase hatten die Gäste Glück, dass Schiedsrichter Ruddy Buquet keinen Elfmeter pfiff, als Saka zu Boden ging (89.).

Quelle: n-tv.de, tsi/dpa