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Labbadia-Nachfolger gefunden Glasner wird neuer Trainer in Wolfsburg

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Oliver Glasner tritt beim VfL Wolfsburg im Sommer die Nachfolge von Bruno Labbadia an.

(Foto: dpa)

Auf der Suche nach einem Nachfolger für den am Saisonende scheidenden Trainer Bruno Labbadia wird der VfL Wolfsburg in Österreich fündig. Der künftige Übungsleiter beim Fußball-Bundesligisten, Oliver Glasner heißt er, sorgt momentan in seiner Heimat für eine Überraschung.

Kein Andre Villas-Boas, kein Dieter Hecking - der in Deutschland relativ unbekannte Oliver Glasner soll den VfL Wolfsburg als Trainer zurück zu alten Erfolgen führen. Wie der Fußball-Bundesligist mitteilte, erhält der Österreicher einen Dreijahresvertrag bis 2022. Der aktuelle VfL-Trainer Bruno Labbadia, der den Klub 2018 vor dem Abstieg gerettet hatte, kündigte im März an, seinen auslaufenden Vertrag nicht verlängern zu wollen.

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Glasner wechselt vom Linzer ASK zu den Niedersachsen und setzt damit den Trend zu Fachpersonal aus der österreichischen Bundesliga fort. Erst kürzlich hatte Salzburg-Coach Marco Rose, der lange auch in Wolfsburg als Top-Kandidat für die Labbadia-Nachfolge gehandelt worden war, einen Vertrag ab Sommer bei Borussia Mönchengladbach unterschrieben.

"Der Wechsel in die Bundesliga ist eine große Herausforderung, auf die ich mich sehr freue und der ich mich sehr gerne stelle. Zudem sind die Bedingungen in Wolfsburg hervorragend", sagte Glasner. Auch die Norddeutschen freuen sich auf den neuen Chefcoach. "Wir bekommen mit ihm einen fachlich hervorragenden Trainer und einen echten Teamplayer", sagte Wolfsburgs Sportchef Jörg Schmadtke.

Beachtliche Saison mit Linz

Der 44 Jahre alte Glasner hat sich in seiner österreichischen Heimat einen Ruf als Coach mit klarer Spielidee erarbeitet, der junge Spieler weiterentwickeln kann. In seinen vier Jahren in Linz führte er den LASK zunächst zurück in die erste Liga. Nach Platz vier im Premierenjahr sind die Linzer momentan Zweiter hinter Serienmeister Salzburg.

Glasners Verpflichtung gilt in Fachkreisen als keine Überraschung mehr. Am Rande des 1:1 am Ostermontag gegen Frankfurt hatte Wolfsburgs Sportvorstand Jörg Schmadtke bei Eurosport angekündigt, dass "wir es Ende der Woche verkünden können". Zuletzt verhandelte der VfL mit dem LASK laut Medienberichten nur noch über die Ablösesumme für den eigentlich noch bis 2022 vertraglich in Linz gebundenen Glasner. Die Ablösesumme soll dem Vernehmen nach letztlich bei rund 1,5 Millionen Euro liegen.

Erfolgskurve wie bei Hütter?

Österreichische Experten vergleichen Glasner auch aufgrund der offensiv-attraktiven Spielweise schon mit seinem Landsmann Adi Hütter, der mit Eintracht Frankfurt in dieser Saison für Furore sorgt. In Wolfsburg trifft Glasner auf seinen früheren Torhüter Pavao Pervan. Der 31-Jährige war im vergangenen Sommer aus Linz nach Wolfsburg gewechselt und vertritt im Saisonendspurt den verletzten Stammkeeper Koen Casteels.

Die Ziele in Wolfsburg sind klar - und ambitioniert: Zusammen mit Schmadtke soll Glasner den Werksklub nach Jahren sportlicher Dürrezeit wieder an die nationale Spitze führen. Nach einer Saison der Stabilisierung unter Labbadia, der seinen auslaufenden Vertrag beim VfL aufgrund von persönlichen Differenzen mit Schmadtke nicht verlängern wollte, wünscht sich der mächtige Wolfsburg-Eigentümer VW unter dem Neuen, der den Zuschlag trotz namhafter Konkurrenz wie dem früheren Chelsea-Coach Villas-Boas und dem Ex-Wolfsburger Hecking erhielt, die Rückkehr ins Konzert der Großen.

Der Glanz früherer Erfolge war beim kleinen Klub mit dem großen Geld zuletzt verblasst. Nur mit Müh und Not verhinderte der VfL in den zurückliegenden beiden Spielzeiten den Abstieg jeweils erst in der Relegation. Der Meistertitel von 2009 unter Felix Magath oder der Pokalsieg von 2015 unter Hecking wirken wie Relikte aus einer anderen Zeit. Eine Zeit, die Glasner nun wiederbeleben soll.

Quelle: n-tv.de, cri/dpa/sid

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