Fußball

Ein Champions-League-Märchen "Hans der Gigant" euphorisiert Bergamo

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Hans Hateboer erzielte das erste und das vierte Tor für seine Mannschaft.

(Foto: imago images/Gribaudi/ImagePhoto)

Das Ergebnis ist deutlich, die Leistung stark: Atalanta Bergamo verzückt die italienischen Medien mit einer Champions-League-Gala. Und während die Stadt zum neuen Epizentrum des nationalen Fußballs ernannt wird, sieht der Coach vieles zu verbessern.

Robin Gosens bekam ein blendendes Zeugnis. "Er achtet sehr auf die Verteidigung. Doch wenn er auf das Gaspedal drückt, ist er nur schwer zu bremsen", schrieb die italienische Tageszeitung "Corriere dello Sport" zum Auftritt des deutschen Fußballers bei der Gala von Außenseiter Atalanta Bergamo. Das 4:1 (2:0) in der Champions League gegen den spanischen Spitzenklub FC Valencia hinterließ eine Menge Eindruck.

Als Debütant hatte es der Serie-A-Klub überraschend ins Achtelfinale geschafft. Und Atalanta, das seine Heimspiele in der Königsklasse im 60 Kilometer entfernten Mailand austrägt, legte auf beeindruckende Weise nach. "Eine himmlische Göttin versenkt Valencia im San-Siro-Stadion. Eine wunderbare Mannschaft lässt ihre verzückten Tifosi träumen", kommentierte die "Gazzetta dello Sport".

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Trotz des klaren Ergebnisses moserte Atalanta-Coach Gian Piero Gasperini über einige Defizite im Spiel seiner Kantersieger.

(Foto: AP)

Beim Hinspiel im Giuseppe-Meazza-Stadion trafen Hans Hateboer (16., 63.), Bergamos Top-Torschütze Josip Ilicic (42.) sowie Remo Freuler (57.). Dennis Tscheryschew (66.) gelang nur noch der Anschlusstreffer. Die Aussichten vor dem Wiedersehen am 10. März in Spanien sind aus Sicht des Serie-A-Klubs glänzend. "Hans Hateboer, der niederländische Gigant, eröffnet und beendet einen historischen Abend", hieß es im "Corriere dello Sport", "Bergamo wird für einige Stunden Italiens Fußball-Hauptstadt."

Mit "Instinkt und Weisheit"

"Tuttosport" analysierte das Spiel etwas differenzierter: "Instinkt und Weisheit: Atalanta ist zwar alles andere als perfekt, zeigt jedoch Mut, Angriffslust und den festen Willen, so viele Treffer wie möglich zu erzielen." "Dea" (Göttin) nennen die Bergamasken die Mannschaft um den 25-jährigen Gosens aus dem niederrheinischen Emmerich, der wie gewohnt die Außenbahn beackerte und 90 Minuten durchspielte. Eine weitere Bewerbung für die Nationalmannschaft, allerdings auch für die niederländische. Der Linksfuß hat beide Pässe, er könnte bei Interesse frei wählen. "Ich fühle mich niederländisch und deutsch", hatte Gosens zuletzt erklärt.

Nachdem er in der U19 bei Borussia Dortmund durchs Probetraining gefallen war, wechselte er über die Grenze, bis 2017 spielte er fünf Jahre in den Niederlanden. Im vergangenen Sommer stand der Schalke-Fan kurz vor einem Wechsel nach Gelsenkirchen. Wie es im Sommer weitergeht, ist offen. Sein Ziel bleibt die Bundesliga, "wenn Schalke anklopft, gehe ich", sagt er. Erst einmal dreht sich alles um Atalanta.

Nach dem klaren Sieg gegen Valencia war Trainer Gian Piero Gasperini, der die einstige Provinzmannschaft in der Champions League wettbewerbsreif gemacht hat, grundsätzlich zufrieden. Der Italiener sah am denkwürdigen Abend aber auch einige Schwächen. "4:1 ist ein großartiges Resultat. Wenn wir aber ins Viertelfinale einziehen wollen, müssen wir an uns arbeiten", sagte der 62-Jährige: "Wir haben ein Tor hergeschenkt, unsere Treffer mussten wir uns erarbeiten."

Quelle: ntv.de, Andrea Tarconi & Ulli Schember, sid