Fußball

Randale beim Spiel in Dresden Hansa droht Geisterspiel

Fußball-Drittligist Hansa Rostock will auf die erneuten Ausschreitungen einiger seiner Fans reagieren. "Wir werden uns am Montag zusammensetzen und beraten, was wir noch dagegen tun können", sagte Vorstandschef Bernd Hofmann und kündigte an, auf den DFB zuzugehen.

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Feuer auf den Rängen: Rostocker Fans im Dresdener Rudolf-Harbig-Stadion.

(Foto: dpa)

Randalierende Fans bringen Hansa Rostock in Verruf. Wieder einmal. Die Polizei verhinderte zwar im Ost-Derby der 3. Fußball-Liga bei Dynamo Dresden schwerere Ausschreitungen, dennoch droht dem letzten DDR-Meister nun ein Heimspiel ganz ohne Zuschauer. Vor dem 2:2 (1:1) hatten Hansa-Anhänger Feuerwerkskörper auf das Spielfeld und die mit Dynamo-Fans besetzten Tribünen geworfen und den Spielbeginn verzögert.

"Das ist sehr enttäuschend. Pyrotechnik gehört nicht ins Stadion", sagte Ex-Hansa Profi Stefan Beinlich, der im Vorstand des Klubs sitzt, im NDR: "So etwas macht das Spiel kaputt." Erst vor wenigen Tagen hatte der Deutsche Fußball-Bund gegen den Verein 10.000 Euro Geldstrafe wegen wiederholten Abbrennens von Feuerwerkskörpern ausgesprochen und darauf hingewiesen, dass der Klub bei einem erneuten gravierenden Vorfall "mit einer Platzsperre, einem Teilausschluss der Öffentlichkeit oder einer Spielansetzung unter Ausschluss der Öffentlichkeit zu rechnen hat".

"Werden sehen, wie der DFB entscheidet"

Am Montag nun will der Verein über das weitere Vorgehen beraten. "Wir werden sehen, wie der DFB entscheidet", sagte Beinlich. Rostocks Vorstandschef Bernd Hofmann kündigte an, auf den DFB zuzugehen. "Wir werden von uns aus einen Vorschlag unterbreiten, wie die Strafe aussehen soll", betonte der 41-Jährige.

Dagegen rechnete Mittelfeldspieler Björn Ziegenbein, der mit seinem Tor das 2:2 gesichert hatte, mit einem Geisterspiel: "Ich denke, dass es dazu kommen wird." 1.000 Polizisten aus mehreren Bundesländern und sechs Polizeihubschrauber hatten das Derby gesichert. 19 Randalierer wurden vorläufig festgenommen, von zahlreichen Anhängern beider Vereine nahm die Polizei die Personalien auf.

Die Gastgeber teilten mit, dass der Verein mit der Dresdner Polizei alles dafür tun werde, um die Verursacher der Zwischenfälle im Stadion zur Rechenschaft zu ziehen. "Es wurde von allen Vorkommnissen umfangreiches Bildmaterial angefertigt, das nun ausgewertet und zur Ermittlung der Verantwortlichen eingesetzt wird", hieß in einer Pressemitteilung.

Quelle: ntv.de, sid/dpa