Fußball

Hoffenheim gewinnt zum EL-Start Hoeneß feiert erfolgreiches Europa-Debüt

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Eng ging es zu, schön war es meistens nicht - aber am Ende des Fußballabends durfte die TSG Hoffenheim doch ihren zweiten Sieg auf europäischer Bühne feiern.

(Foto: imago images/Avanti)

Die TSG Hoffenheim muss lange zittern, am Ende darf der Bundesligist aber einen erfolgreichen Start in die Europa League bejubeln. Gegen Roter Stern Belgrad wackelt die Mannschaft von Sebastian Hoeneß vor allem bei Standardsituationen mehrmals. Die Entscheidung fällt tief in der Nachspielzeit.

Dank Christoph Baumgartner und Munas Dabbur hat die TSG 1899 Hoffenheim ihrem Trainer Sebastian Hoeneß auch ohne Fans im Sinsheimer Stadion einen gelungenen Europa-League-Auftakt gefeiert. Der Fußball-Bundesligist besiegte am Donnerstagabend im ersten Gruppenspiel Roter Stern Belgrad mit 2:0 (0:0). Gegen den serbischen Meister und Europapokalsieger der Landesmeister von 1991 erzielten der Österreicher Christoph Baumgartner in der 64. Minute und Munas Dabbur (90.+3) die Treffer. Für die ohne Toptorjäger Andrej Kramaric angetretenen Kraichgauer war es im 15. internationalen Auftritt erst der zweite Sieg.

"Das hat mir ganz gut gefallen, wir können von einem verdienten Sieg sprechen", sagte Hoeneß bei Nitro: "Gerade in der Defensive war es eine starke Leistung." Im zweiten Gruppenspiel geht es für die Mannschaft von Trainer Sebastian Hoeneß in einer Woche nach Belgien zu KAA Gent. Für diese Duelle sieht Baumgartner, für den durch den Europacup-Abend "ein Kindheitstraum in Erfüllung" gegangen war, seine Mannschaft zumindest weitgehend gerüstet. "Roter Stern hat es uns schwer gemacht, und uns haben manchmal auch die Mittel zum Abschluss gefehlt. Aber letztlich war unser Sieg verdient", sagte der Torschütze am Nitro-Mikrofon.

Weiterer Gegner in der Vorrunde ist FC Slovan Liberec aus Tschechien. Die Hoffenheimer wollen unbedingt auf der europäischen Bühne überwintern, nachdem sie bei ihrer ersten Europa-League-Saison 2017 und ein Jahr später in der Champions League unter Chefcoach Julian Nagelsmann in den Gruppenspielen rausflogen. Den einzigen Sieg im Europapokal hatte die TSG damals mit 3:1 gegen Istanbul Basaksehir gelandet.

Abnutzungskampf ohne spielerischen Glanz

Hoeneß setzte gegen das Team des früheren Italien-Profis Dejan Stankovic erstmals Außenverteidiger Ryan Sessegnon, Leihgabe von Tottenham Hotspur, von Anfang an ein. Viele Angriffe der TSG in der zähen Partie liefen zunächst über Nationalspieler Sebastian Rudy, der seit seiner Rückkehr vom FC Schalke 04 auf der rechten Außenbahn eingesetzt wird. Munas Dabbur und Ishak Belfodil bildeten den Angriff ohne Kramaric. Der kroatische WM-Zeite war vergangene Woche ebenso wie Kasim Adams positiv auf das Coronavirus getestet. Weiter in Quarantäne ist auch Pavel Kaderabek nach einem Fall in der Familie.

Roter Stern musste auf seinen ebenfalls infizierten Topstürmer Mirko Ivanic verzichten und wehrte sich von Beginn an vehement gegen die spielbestimmende TSG. Gegen die robusten Belgrader fehlten den Gastgebern lange die zündenden Ideen. Erst kurz vor Halbzeitpfiff fand Dabbur nach einem Rudy-Pass eine Lücke, traf aber nur den Pfosten.

Der Abnutzungskampf ohne spielerischen Glanz ging auch nach der Pause weiter - allerdings auch ohne Grillitsch. Der österreichische Nationalspieler verließ die Arena, um bei der Geburt seines Kindes dabei zu sein. Mit einer schönen Direktabnahme auf Zuspiel von Rudy gelang dann aber Baumgartner bei seiner Premiere in der Europa League der Führungstreffer. Stankovic sah vor dem Gegentor ein strafwürdiges Foul von Kevin Akpoguma und regte sich dermaßen auf, dass ihm der spanische Referee Alejandro Hernández die Gelb-Rote Karte zeigte.

Quelle: ntv.de, ter/dpa