Fußball

Wagner warnt vor Schalke-Abstieg "Jetzt wird es eklig"

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David Wagner weiß nicht, wie man Schalke 04 noch retten soll.

(Foto: imago images/Pakusch)

Schalkes Ex-Coach David Wagner teilt aus gegen seinen Ex-Verein: "Vielschichtige" Probleme gebe es dort, für die es keine einfachen Lösungen gebe. Zu hoch dotierte Verträge würden S04 "jetzt das Genick" brechen. Wagner sieht den Absturz schon früh kommen, ein Abstieg würde nichts retten.

Der ehemalige Schalke-Trainer David Wagner erwartet von dem möglichen Abstieg des Tabellen-Letzten der Fußball-Bundesliga keine reinigende Wirkung für den Revierklub. "Dieser Abstieg wird Schalke nicht guttun", sagte Wagner im "Sport1"-Interview. "Es ist so verdammt schwer einzuschätzen, was helfen kann, damit der Klub aus dem Schlamassel rauskommt."

Wagner sieht die bedrohliche Lage seines Ex-Klubs als logische Folge eines über Jahre anhaltenden Negativtrends. "Die Probleme bei Schalke 04 sind vielschichtig und das ist jetzt jedem bewusst geworden. Es geht nicht nur um einen Ansatzpunkt, der hilfreich ist, damit dadurch der Schlüssel zur Lösung gefunden wird." Auch verwies er auf viele Verletzungen und "finanzielle Fesseln" bei Transfers.

Über Jahre seien "zu viele hoch dotierte Verträge über eine lange Laufzeit mit wenig sportlicher Qualität abgeschlossen" worden. Das breche "Schalke 04 jetzt das Genick", so Wagner. Er selbst habe bezüglich des vorhandenen Budgets falsche Versprechungen bekommen. Mit den angekündigten Geldern habe er einen realistischen Dreijahresplan aufgestellt, doch "acht Wochen später war von diesem Budget nichts mehr da. Und das war noch vor der Pandemie", sagte Wagner.

"Negativer Wendepunkt"

"Es bleibt ein ganz großer Verein mit extrem viel Wucht. Es ist leider lange Zeit ganz viel in die falsche Richtung gelaufen", sagte Wagner, der das Traineramt bei den Königsblauen zu Beginn der Vorsaison übernommen hatte. Nach dem zweiten Spieltag der aktuellen Saison trennte sich der Klub von Wagner. Der Trainer sah den Absturz der Schalker nach eigener Aussage schon früh kommen, spätestens mit den verletzungsbedingten Ausfällen von Weston McKennie und Daniel Caligiuri zum Ende der Rückrunde und Beginn der Hinrunde der Saison 2019/20: Da "habe ich in der Kabine zu Michael Reschke und Jochen Schneider gesagt: 'Jetzt wird es richtig eklig'. Ich wusste, dass das für uns ein negativer Wendepunkt" wird.

Mit den Verletzungen der beiden Leistungsträger - die aber nur drei (McKennie) und fünf Spiele (Caligiuri) andauerten, begann die Schalker Horrorserie von 30 Spielen in Folge ohne Sieg - die zweitschlechteste Serie in der Bundesligageschichte. Nach dem einzigen Sieg in dieser Saison, dem 4:0 gegen Hoffenheim am 15. Spieltag, blieb der Revierklub erneut sieben Spiele aufeinander ohne Dreier und hat nun schon neun Punkte Rückstand auf den Relegationsrang.

Quelle: ntv.de, dbe