Fußball

Bemerkenswertes Fairplay Kickers-Trainer ordnet Eigentor an

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Die Diskussionen nach dem Stuttgarter Treffer zum 2:0.

(Foto: imago images/Sportfoto Rudel)

Die Stuttgarter Kickers schießen ein Eigentor und Trainer Ramon Gehrmann freut sich. Einerseits, weil seine Mannschaft das Oberliga-Spiel gegen den FC Nöttingen trotzdem gewinnt und andererseits, da sich dahinter eine feine Fairplay-Geste versteckt.

Ein solches Tor wird Lukas Kling wohl nie wieder in seiner Karriere erzielen. Aus knapp 40 Metern traf der Fußballer der Stuttgarter Kickers ins eigene Tor, eigentlich etwas, wofür man am liebsten vor Scham im Boden versinken würde. Doch Kling erntete reichlich Zuspruch für sein Eigentor, das beim 4:1-Sieg der Kickers gegen den FC Nöttingen in der Oberliga Baden-Württemberg letztlich keinen Einfluss auf den Ausgang des Spiels hatte.

Denn dahinter steckte eine bemerkenswerte Fairplay-Geste, die Trainer Ramon Gehrmann von seiner Mannschaft eingefordert hatte. Kurz zuvor hatte Stuttgarts Gilés Sanchez das zwischenzeitliche 2:0 erzielt und damit die Wut der Nöttinger auf sich gezogen. Die nämlich hatten den Ball ins Aus gespielt, weil einer von ihnen mit Schmerzen am Boden lag - aus dem folgenden Einwurf entwickelte sich ein Kickers-Angriff, der unmittelbar vor der Halbzeit in der Zwei-Tore-Führung mündete.

"Viele meiner Spieler hatten den Eindruck, der Ball sei versprungen und gar nicht absichtlich ins Aus gespielt worden", erklärte Gehrmann nach dem Spiel die Diskussionen, die daraufhin auf dem Feld und an der Seitenlinie entstanden: "Ich habe mich dann kurz mit dem gegnerischen Trainer und dem Schiedsrichter besprochen. Der meinte, der Ball sei wohl schon absichtlich rausgespielt worden." Weil der 46-Jährige daraus keinen Vorteil ziehen wollte, ordnete der Kickers-Coach an, seine Mannschaft möge diese Fehleinschätzung doch bitte korrigieren. Nöttingen spielte den Ball beim Anstoß in die Stuttgarter Hälfte, Kling nahm ihn mit links an und versenkte mit rechts ins eigene Tor, vorbei am tatenlos zusehenden Keeper Thomas Bromma.

Gehrmanns Erklärung für seine Anweisung leuchtete ein: "Ich bin ja katholisch und da oben gibt es ein Konto, und da kann man abheben und einzahlen", was er sogleich mit einem konkreten Beispiel unterstrich: "Am Mittwoch gegen Ravensburg haben wir in der letzten Minuten einen Pfostenkopfball gegen uns gehabt. Da haben wir was abgehoben vom Konto. Heute war es wahrscheinlich so, dass wir damit wieder eingezahlt haben und vielleicht wieder Guthaben vorliegt." Allerdings gestand der 46-Jährige auch offen und ehrlich: "Hätten wir nicht gewonnen, wäre ich wohl nicht so locker drauf".

Quelle: ntv.de, tsi