Fußball

Eine ganze Elf fehlt dem DFB Kimmichs Tränen belasten auch Löw

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Eine Diagnose steht bei Kimmich noch aus.

(Foto: AP)

Die Fußball-Nationalmannschaft soll in der Nations League bestehen und sich zudem eine gute Ausgangsposition für die WM-Qualifikation verschaffen. Doch Bundestrainer Joachim Löw muss puzzeln. Wegen Corona und Verletzungen fehlt eine ganze Elf. Besonders bitter ist der Ausfall von Joshua Kimmich.

Als Joshua Kimmich sich unter Tränen auf dem Dortmunder Rasen krümmte, hatte auch Joachim Löw eine große Sorge mehr. Eine weitere wichtige Stütze der Fußball-Nationalmannschaft brach für die anstehenden Nations-League-Spiele weg - das war für den Bundestrainer der heftigste von mehreren Rückschlägen an einem schwarzen Wochenende.

Auch Marcel Halstenberg (RB Leipzig), das machte RB-Trainer Julian Nagelsmann deutlich, und Thilo Kehrer (Paris Saint-Germain), beide Teil von Löws 29er-Kader für den aus vielen Gründen kniffligen Länderspiel-Dreierpack zum Jahresabschluss, fallen verletzt aus.

Mit den vorherigen Absagen wegen positiver Corona-Tests oder Verletzungen wird fast eine ganze Mannschaft fehlen: Niklas Süle, Kai Havertz, Emre Can, Julian Draxler, Lukas Klostermann und Suat Serdar sind ebenfalls nicht dabei. Auf Torhüter Marc-André ter Stegen und Marco Reus hat Löw nach deren Comeback nach Verletzungen noch verzichtet.

Trotzdem "dankbar"

Der Bundestrainer ist vor dem Treffpunkt am Montag bei allem Zwang zur Improvisation "dankbar, dass es unter diesen Umständen überhaupt möglich war und ist, diese Länderspiele auszutragen". Die Menschen seien in der Pandemie "mit anderen Dingen beschäftigt als mit Fußball".

Im Länderspiel gegen Tschechien in Leipzig am Mittwoch (20.45 Uhr/RTL sowie im ntv.de-Liveticker) wird wohl eine Mannschaft auf dem Platz stehen, die mit Wohlwollen noch als B-Elf bezeichnet werden kann. Schließlich treffen die Bayern-Stars um Kapitän Manuel Neuer sowie Matthias Ginter (Borussia Mönchengladbach), Toni Kroos (Real Madrid) und Timo Werner (FC Chelsea) erst am Donnerstag im Team-Quartier ein - Schonung für die abschließenden Gruppenspiele der Nations League (14. November in Leipzig gegen die Ukraine / 17. November in Sevilla gegen Spanien) hat Vorrang.

"Letztlich muss ich als Trainer die Verantwortung übernehmen. Was ist jetzt gut für den einzelnen Spieler?", sagte Löw: "Wo steht er? Braucht er eine Pause? Ist er voll belastbar? Was muss ich mit Blick auf die Entwicklung der Mannschaft berücksichtigen? Wen möchten wir mal persönlich sehen?" Er nahm damit Bezug auf die Kritik nach dem letzten "Tripleheader": Bereits gegen die Türkei (3:3) hatte in Köln eine Mannschaft gespielt, die mit dem Turnierteam für 2021 wenig bis nichts gemein haben wird.

"Auf Sieg spielen"

Selbstverständlich will Löw auch gegen die Tschechen unter nochmals verschärftem Corona-Protokoll "auf Sieg spielen". Doch der Blick des Bundestrainers geht weit voraus. "Vor uns liegen drei riesige Herausforderungen innerhalb von drei Jahren: die EURO 2021, die WM 2022, die Heim-EM 2024", sagte er.

Daher wird er die "willkommene Gelegenheit" nutzen, weitere Spieler zu testen. Mit den Gladbachern Jonas Hofmann und Florian Neuhaus war Löw sehr zufrieden, beim Dortmunder Mahmoud Dahoud zeigte die Formkurve zuletzt im Verein wieder nach oben. Die nächsten Anwärter auf ein Nationalmannschaftsdebüt sind Linksverteidiger Philipp Max (PSV Eindhoven) und überraschend auch Innenverteidiger Felix Uduokhai (FC Augsburg).

Löw versichert, dass er keine Kaderfüllsel sucht: "Wir laden niemanden ein, dem wir nicht zutrauen würden, es zu schaffen." Beim Thema Kimmich dürfte ein schwacher Trost sein, dass im Mittelfeld immer noch ein Überangebot von Spielern auf Topniveau zur Verfügung steht.

Quelle: ntv.de, ara/sid