Fußball

Schottische statt spanische Verhältnisse Klopp fürchtet Bayern-Dominanz

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Jürgen Klopp sieht seinen BVB nicht auf Augenhöhe mit dem FC Bayern, das sagt er zumindest.

(Foto: dpa)

Wird Fußball-Deutschland zum neuen Spanien, zumindest was die Kräfteverhältnisse in der Bundesliga angeht? Auf keinen Fall, glaubt Jürgen Klopp. Dortmunds Trainer sieht die Bayern weit vor allen Konkurrenten. Und das erinnert ihn an Schottland.

Jürgen Klopp sieht die viel diskutierten "spanischen Verhältnisse" in der Fußball-Bundesliga nicht. Er fürchtet die alleinige Dominanz von Bayern München. "Schön, dass man uns mit ins Boot nimmt. Spätestens am Anfang der nächsten Saison, wenn der Kader von Bayern München bekanntgegeben wird, wird man feststellen, dass der Vergleich nicht passt", sagte der Trainer des durch die Bayern entthronten deutschen Meisters Borussia Dortmund: "Ich glaube eher an schottische Verhältnisse."

In Schottland ist nach dem Zwangsabstieg der Glasgow Rangers deren Stadtrivale Celtic so gut wie unantastbar. Er hoffe trotzdem, sagte Klopp im Rahmen der Pressekonferenz des BVB vor dem Heimspiel gegen den FSV Mainz (Samstag, 15.30 Uhr im n-tv.de Liveticker), dass "wir dennoch ein Stück vom Kuchen abbekommen".

Liga sieht die Uefa in der Pflicht

Ob nun ein Duopol mit Bayern und Dortmund wie in Spanien oder schottische Verhältnisse - nach Tagen hitziger Diskussionen zeichnet sich in der Fußball-Bundesliga allmählich ein einheitliches Stimmungsbild zu diesem heiklen Thema ab. Der scheinbar erdrückenden und sogar für Uli Hoeneß besorgniserregenden Dominanz von Bayern München und Borussia Dortmund ist demnach ligaintern nicht beizukommen.

"Klar ist: Auf nationaler Ebene lassen sich die enormen Erlöse in der Champions League nicht ausgleichen", sagte DFL-Chef Christian Seifert im "kicker": "Natürlich muss sich die Uefa Gedanken machen, wie es weitergehen soll. Denn es ist offensichtlich, dass sie durch ihren derzeitigen Verteiler-Mechanismus massive Eingriffe vornimmt mit Blick auf die nationalen Wettbewerbe."

Die Uefa hat das Problem grundsätzlich erkannt. Schnelle Gegenmaßnahmen werden aber nicht ergriffen, zumal Uefa-Präsident Michel Platini in Fragen der Europacup-Reform einen bemerkenswerten Schlingerkurs fährt. Beschlüsse soll es nach Angaben des Franzosen erst 2014 geben.

Bruchhagen sieht Zielkonflikte

Eintrachts Vorstandsvorsitzender Heribert Bruchhagen: "Sind Topfavorit".

Heribert Bruchhagen, Vorstandsvorsitzender von Eintracht Frankfurt, mahnt schon länger gerechtere Verteilung von Geldern im deutschen Profifußball an.

(Foto: picture alliance / dpa)

Für Heribert Bruchhagen, Vorstandsvorsitzender von Eintracht Frankfurt und DFL-Vorstandsmitglied, ist neben der Uefa vor allem Karl-Heinz Rummenigge für den Status quo verantwortlich. "Der Präsident der europäischen Klubvertretung ECA ist nun mal Karl-Heinz Rummenigge, und von dort wurde die Stärkung der Champions League gestützt", sagte Bruchhagen dem Sport-Informations Dienst. Er will seine Aussage aber ausdrücklich nicht als Vorwurf verstehen: "Es ist doch logisch, dass er als Bayern-Vorstand so handelt."

Seiferts Appell an die Uefa sieht Bruchhagen auch taktisch bedingt. Der DFL-Boss müsse "einen Spagat vollführen", die Liga international vermarkten und gleichzeitig die Chancengleichheit in der Bundesliga wahren. "Der erste Punkt gelingt ihm hervorragend, weil Bayern und Dortmund so erfolgreich sind. Leider braucht er dafür diese Aushängeschilder. Was den zweiten Punkt angeht, müssen Klubs im Mittelfeld der Tabelle immer höheres Risiko eingehen, um wettbewerbsfähig zu bleiben."

Seifert habe allerdings "nicht ganz recht", einzig die UEFA in die Pflicht zu nehmen. "Aus 420 Millionen Euro an TV-Geldern werden 628 Millionen Euro. Alle kriegen mehr, aber die, die oben stehen, kriegen mehr vom Mehr", sagte Bruchhagen, der aber einschränkte: "Die Ligasummen sind auch zu beachten, wenn es auch korrekt ist, dass das ganz große Geld in der Champions League ausgeschüttet wird." Zudem bedauerte Bruchhagen, dass er in puncto Geldverteilung "im DFL-Vorstand keine Gleichgesinnten" an seiner Seite hat. So trug auch er die Neuregelung, die für die kommenden vier Spielzeiten gilt, mit.

Quelle: ntv.de, cwo/sid

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