Fußball

Neuer Nachwuchsdirektor Klub-Idol Hrubesch kehrt zum HSV zurück

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Künftig soll Horst Hrubesch nicht mehr für Deutschland, sondern für den HSV Erfolge einfahren.

(Foto: imago/Sven Simon)

Horst Hrubesch ist eine der großen Legenden beim HSV. Der Stürmer steht für goldene, aber längst vergangene Zeiten beim einstigen Europapokalsieger. Als Trainer feierte er im Nachwuchsbereich des DFB große Erfolge. Dem aktuellen Engagement liegt eine bemerkenswerte Vereinbarung zugrunde.

Der Hamburger SV kann tatsächlich noch positiv überraschen: Der ehemalige Torjäger und langjährige DFB-Trainer Horst Hrubesch wird Nachwuchsdirektor bei den Norddeutschen. Das teilte der Fußball-Zweitligist mit. Der 69 Jahre alte Hrubesch soll als Verantwortlicher des Nachwuchsleistungszentrums "die Prozesse in der Talententwicklung" maßgeblich vorantreiben, hieß es. Hrubesch arbeitete von 2000 bis 2016 im Nachwuchsbereich des Deutschen Fußball-Bundes in unterschiedlichen Funktionen. 2008 wurde er mit der U 19 und 2009 mit der U 21 Europameister. 2016 gewann Hrubesch mit der Olympiaauswahl in Rio de Janeiro die Silbermedaille. Zuletzt betreute er von März bis November 2018 als Interimscoach die deutsche Frauen-Nationalmannschaft.

Mehrfach hatte sich der HSV in der Vergangenheit um die Dienste des Hobbyanglers bemüht, zu einer Einigung kam es aber nie. Vor allem, weil dem geradlinigen Hrubesch die chronischen Kabalen in der Hansestadt gründlich missfielen. Mehrere Präsidenten und Vorstandsbosse holten sich bei ihm einen Korb. Nun aber ist der knorrige Coach bereit für eine neue Aufgabe.

"Hier muss mehr über Fußball gesprochen werden"

"Ich habe in den Gesprächen den Eindruck gewonnen, dass der HSV jetzt den richtigen Weg eingeschlagen hat. Es geht im Fußball nicht um kluges Reden, es geht um harte Arbeit, um Fleiß, Geduld und Überzeugung. Nur damit kann man weiterkommen", wurde Hrubesch in der Vereinsmitteilung zitiert. "Hier muss wieder mehr über Fußball gesprochen und daran gearbeitet werden." Der HSV hatte in der vergangenen Saison erneut den Aufstieg in die erste Liga verpasst und sich anschließend von Cheftrainer Dieter Hecking getrennt. Neuer Coach der HSV-Profis ist der frühere Osnabrücker Daniel Thioune.

Die Dauer der Zusammenarbeit mit Hrubesch wurde offengelassen. "Ich stehe so lange zur Verfügung, wie wir in diesem Team mit einer Zielsetzung und Fleiß vorangehen und ich auch Spaß daran habe", sagte Hrubesch. "Nachwuchsarbeit hat immer auch etwas mit Geduld zu tun. Mein Anspruch und meine Erwartung sind lediglich, dass sich alle Beteiligten mit ihren Stärken voll reinhängen. Dann kommen wir garantiert Schritt für Schritt weiter", wurde der neue Direktor Nachwuchs zitiert. HSV-Sportvorstand Jonas Boldt sagte: "Er verfügt über einen enorm wertvollen Erfahrungsschatz, trifft im Umgang mit jungen Fußballern den richtigen Ton und ist zudem ein echter HSVer."

Hrubesch prägte zwischen 1978 und 1983 die erfolgreichste Ära der Norddeutschen, abgeschlossen mit dem Gewinn des Europapokals der Landesmeister. In diesen fünf Jahren gelangen ihm in 159 Bundesligaspielen 96 Treffer. Mit der Nationalmannschaft wurde er 1980 Europameister, im Endspiel schoss er beim 2:1-Sieg gegen Belgien beide Tore.

Quelle: ntv.de, ter/dpa/sid