Fußball

Eklat in der UEFA Youth League Kölner Fans machen vermummt Jagd auf Gegner

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Kölner "Fans" in Genk.

Kölner Hooligans nutzen ein Auswärtsspiel in der UEFA Youth League für einen Auftritt auf internationaler Bühne. Sie attackieren die heimischen Fans und stürmen den Platz. Der Verein zeigt sich erschüttert, große Teile der Fans auch. Von der UEFA droht jetzt eine Strafe.

"Die Schande von Genk" titelte der "Geißblog" über die abenteuerlichen Krawalle einiger Zuschauer beim Spiel der UEFA Youth League in Belgien. Die 1:3 (1:1)-Niederlage der Kölner U19 beim KRC Genk und das Ausscheiden aus dem Wettbewerb geriet dabei nur zum Hintergrund für das unwürdige Schauspiel in der Halbzeit-Pause. Das beschäftigt nun sogar die UEFA, wie sie nur wenige Stunden nach den Vorfällen in Genk erklärte.

Was war in Genk passiert? Den düsteren Schilderungen der Fanseite zufolge stand die Partie in der Pause nach einem Platzsturm von rund 50 vermummten Köln-Anhängern kurz vor dem Abbruch. Die Fans sollen sich demnach direkt nach dem Halbzeitpfiff aus einer Gruppe von ungefähr 100 zu spät angereisten Zuschauern gelöst haben, um über den Platz zu den Fans der heimischen Mannschaft vorzudringen.

Danach soll es zu "minutenlangen Auseinandersetzungen" gekommen sein. Ein Video auf der Homepage des KRC Genk zeigte die Vorfälle ebenfalls. Die Bilder belegten die Darstellung der Fanseite zumindest in Teilen. Auf ihnen sah man die maskierten Kölner an der Haupttribüne vorbeistürmen. Später sind Ordner zu sehen, die die Randalierer zurückdrängen.

Die Anhänger des KRC Genk sollen aufgrund ihrer Fan-Freundschaft mit Kölns erbitterten Rivalen aus Mönchengladbach ins Visier geraten. Nach dem Kampf sollen sie die Flucht in ihren Autos angetreten haben. Der Kölner "Express" berichtete, dass die Beteiligten von der Polizei an die deutsche Grenze eskortiert wurden.

Verein kündigt Aufarbeitung an

Fernab der Realität waren die Schilderungen der Fanseite gewiss nicht. "Es ist unfassbar traurig und völlig inakzeptabel, dass einige Chaoten die Bühne des europäischen Jugendfußballs missbrauchen, um ihr Bedürfnis nach Gewalt zu stillen", sagte der Kölner Präsident Werner Wolf, der ebenfalls vor Ort gewesen sein soll. Er zeigte sich ernüchtert und ergänzt, dass diesen Leuten das Wohl des 1. FC Köln wohl völlig egal sei. "Zum Glück ist bei der Auseinandersetzung laut der örtlichen Polizei niemand verletzt worden. Wir werden den Vorfall intern aufarbeiten."

Zu den internen Aufarbeitungen gesellen sich jetzt noch die UEFA-Ermittlungen und die Zerwürfnisse in der Fan-Szene. "Sie stahlen den Spielern ihren großen Tag", schrieb der "Geißblog" in einem Kommentar. "Sie nahmen den Talenten die Unbeschwertheit eines außergewöhnlichen Moments. Sie schüchterten Teenager ein und missbrauchten ein A-Junioren-Fußballspiel für ihre Zwecke. Was für eine Schande! Was für ein Verrat an diesen Jungs der U19! Und was für ein Verrat am 1. FC Köln!"

Bereits Anfang des Monats randalierten deutsche Fans in Belgien. Damals zogen Anhänger der Frankfurter Eintracht vor dem Spiel bei FC Royal Antwerpen durch die Stadt und griffen eine Fan-Bar an. Im Anschluss sprach die Polizei von mehr als 300 Randalierern. Videoaufnahmen zeigten vermummte, hauptsächlich schwarz gekleidete Randalierer, die mit Stühlen, Feuerwerkskörpern und Mülltonnen warfen, Scheiben und Mobiliar gingen kaputt. Laut Medienberichten kam es zu rund 100 Festnahmen.

Quelle: ntv.de, sue

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