Fußball

Löw entscheidet sportlich Kuranyi vor der Rückkehr

Geht es nach Oliver Bierhoff, dann spielt Kevin Kurayni im Sommer für die deutsche Fußball-Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft. Der Teammanager sagt, dass für eine Nominierung allein sportliche Aspekte entscheidend sind. Und die sprechen alle für Kuranyi.

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Für ihn sprechen 18 Tore: Kevin Kuranyi.

(Foto: REUTERS)

Kevin Kuranyi steht vor der Rückkehr in die deutsche Fußball-Nationalmannschaft. Zumindest, wenn Bundestrainer Joachim Löw so handelt, wie sein Teammanager spricht. Oliver Bierhoff kündigte beim Fernsehsender Eurosport mit Hinblick auf die Weltmeisterschaft in Südafrika an: "Eines kann ich garantieren: Joachim Löw wird nur an das Wohl der Mannschaft denken und überlegen: Wie kann ich den stärksten Kader aufstellen."

Und, nicht ganz unwichtig: "Da werden auch die persönlichen Gefühle des Bundestrainers, die bei der Thematik vielleicht da sein könnten, hintenanstehen." Damit dürfte die Sache entschieden sein. Denn sportlich hat Kevin Kuranyi alle Argumente auf seiner Seite. Mit 18 Toren ist der Schalker Stürmer zusammen mit dem Leverkusener Stefan Kießling der beste deutsche Stürmer in der Bundesliga, nur der Bosnier Edin Dzeko hat für den VfL Wolfsburg einen Treffer mehr erzielt. Als nächster Deutscher folgt Bayerns Mario Gomez, der bisher zehn Mal getroffen hat. Sein Teamkollege Miroslav Klose und Lukas Podolski vom 1. FC Köln kommen auf jeweils zwei Treffer in dieser Spielzeit.

Nie mehr für Deutschland?

Was bleibt, ist der Eklat im Oktober 2008. Damals hatte Kuranyi in der Halbzeit des WM-Qualifikationsspiels gegen Russland aus Frust darüber, dass er nur auf der Tribüne saß, das Stadion verlassen. Und Löw hatte angekündigt: "So lange ich Bundestrainer bin, spielt Kuranyi nicht mehr für Deutschland." Eine Entscheidung, die ihm seinerzeit auch deswegen leicht fiel, weil Kuranyi mit Abstand nicht in der Form war, in der er heute ist. Für Löw eine nicht ganz einfache Situation.

Bleibt er hart, muss er sich vorwerfen lassen, den zurzeit besten Stürmer nicht mit zur Weltmeisterschaft nach Südafrika zu nehmen und so die Mannschaft sportlich zu schwächen. Aber das, wie wir nun dank Bierhoff wissen, will er nicht. Also geht es nur noch um einen Weg, der Öffentlichkeit den Sinneswandel überzeugend zu verkaufen. Und auch da dürfte sich eine Lösung finden, schließlich ist der Deutsche Fußball-Bund in Sachen Öffentlichkeitsarbeit stets ganz vorne dabei.

Noch bis Mittwoch in Klausur

Bis Mittwoch noch sitzen Löw, Bierhoff, Co-Trainer Hansi Flick, Torwarttrainer Andreas Köpke und Chefscout Urs Siegenthaler im Schwarzwald-Ort Baiersbronn zusammen, um über Kuranyi und darüber zu sprechen, wie die Mannschaft aussehen soll, die in Südafrika antritt, um möglichst den Titel zu holen. So zumindest die Absichtserklärung des DFB. Den WM-Pokal kann zwar auch Kevin Kuranyi nicht garantieren. Aber mitfahren wird er. Fragen Sie Oliver Bierhoff.

Quelle: n-tv.de

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