Fußball

Der Kapitän geht Max Kruse verlässt Werder Bremen

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Im Pokal gegen Bayern lieferte Kruse den 42.100 Zuschauern nochmals einen rauschenden Abend.

(Foto: imago images / Nordphoto)

Lange hält Max Kruse die Bremer hin - nun ist es amtlich. Der 31-jährige Offensivspieler kehrt Werder nach drei Spielzeiten in der Fußball-Bundesliga den Rücken. Offenbar war der Wunsch nach internationalen Spielen größer als die Annehmlichkeiten, die man ihm an der Weser bereitet.

Fußball-Bundesligist SV Werder Bremen und Max Kruse gehen demnächst getrennte Wege. Der 31-Jährige, der die Grün-Weißen in dieser Spielzeit als Kapitän angeführt hatte, verlässt nach drei Jahren den Verein erneut, wie Geschäftsführer Frank Baumann mitteilte. Für wen Kruse kommende Saison aufläuft, teilten bislang weder der Spieler noch der Verein mit. Zuletzt hatte es Gerüchte über Anfragen aus England, der Türkei und Italien gegeben.

"Wir haben immer betont, dass wir die Zusammenarbeit mit Max gerne fortgeführt hätten. Er hat sich jedoch dazu entschieden, nach drei Jahren eine neue Herausforderung suchen zu wollen. Diesen Wunsch respektieren wir", sagte Baumann. Der Verein könne nun planen und sei sicher, auch in der kommenden Saison einen starken Kader zu haben. Der ehemalige Nationalspieler hatte mehrfach betont, nochmals international spielen zu wollen.

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Zwischen ihnen passt es: Trainer Florian Kohfeldt und Kruse.

(Foto: imago images / Nordphoto)

Derzeit liegen die Bremer in der Tabelle auf Rang neun, haben am letzten Spieltag gegen Leipzig an diesem Samstag (ab 15.30 Uhr im Liveticker bei n-tv.de) aber noch die Chance, auf Rang sieben vorzurücken, der die Teilnahme an der Europa League bedeuten würde. Allerdings liegt dies nicht mehr allein in Bremer Hand. Kruse habe die vergangenen drei Jahre "diesen Verein geprägt, der Mannschaft ein Gesicht gegeben und einen entscheidenden Anteil zu der Entwicklung des Vereins beigetragen", sagte Baumann weiter. Trainer Florian Kohfeldt lobt Kruse als herausragenden Spieler. Das Verhältnis zwischen ihm und dem nur fünf Jahre jüngeren Spieler "war von hohem Vertrauen geprägt, das vielleicht über ein normales Trainer-Spieler-Verhältnis hinausgeht".

Noch einmal im Weserstadion auflaufen?

Für die Bremer ist der Abgang sportlich ein herber Verlust. In Topform stabilisierte und führte Kruse die Mannschaft. Allerdings war sein Fitness-Zustand stets ein Thema. In der laufenden Saison blühte er erst so richtig in der Rückrunde auf. Hätte er in dieser Form bereits die Hinrunde bestritten, wäre die Teilnahme am Europokal längst gesichert, unken zahlreiche Fans. So schoß er sieben seiner elf Saisontore in der Rückrunde.

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In einem Facebook-Post bat kruse bei den Fans um Verständnis. Zugleich gab er bekannt, wegen seiner Verletzung in dieser Saison das Trikot mit der Raute nicht nochmal tragen zu werden. Kohfeldt hatte sich zuletzt bereits skeptisch geäußert, ob es für die Partie gegen Leipzig reichen wird. Damit wird der erwartungsgemäß ohnehin emotionale Spieltag an der Weser um ein Kapitel reicher. Denn mit Kruse wird nun nach Aron Johannsson der zweite Fan-Liebling verabschiedet. Aber wer weiß, vielleicht wird vor dem Anpfiff noch die neuerliche Vertragsverlängerung mit Vereinsikone Claudio Pizarro verkündet.

Für Kruse endet damit das zweite Engagement an der Weser. Dazu war der als früher schwierig im Umgang geltende und zu Eskapaden neigende Spieler 2016 aus Wolfsburg gekommen. Seitdem lief er 84 Mal in der Bundesliga auf und erzielte 32 Tore. Hinzu kamen neun Spiele im DFB-Pokal, in denen er dreimal traf. Zuvor hatte er zwischen 2006 und 2009 einen Vertrag in Bremen, konnte sich aber nicht dauerhaft durchsetzen. Anschließend spielte er unter anderem für Freiburg, Gladbach und Wolfsburg in der Bundesliga.

Quelle: n-tv.de, jwu

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