Fußball

Königliche Stippvisite bei der Hertha Nach Madrid ist vor Meuselwitz

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Die perfekte Welle rauschte mehrmals durchs Olympiastadion.

(Foto: dapd)

José Mourinho kennt zwar auch nach Real Madrids Blitzbesuch bei Aufsteiger Hertha BSC keinen Berliner mit Namen. Aber er lobt: "Das war ein guter Test." Die Berliner verlieren zwar, schießen gegen Reals Künstlertruppe aber das erste Tor - und freuen sich jetzt auf den Giganten ZFC Meuselwitz.

In den letzten zwanzig Minuten zeigte sich 20elf noch einmal von seiner schönsten Seite. Herthas Trainer Markus Babbel hatte den 74.244 Zuschauern im ausverkauften Berliner Olympiastadion gerade bewiesen, dass er bei diesem Testspiel gegen Real Madrid den Akzent klar auf Test legt – und sieben Spieler auf einen Streich ausgewechselt. Da erinnerte sich das Publikum anscheinend daran, dass hier vor genau einem Monat mit dem Sieg des deutschen Teams gegen Kanada die Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen begann. Und so ließ es die Welle über die Ränge laufen. Völlig sinnfrei und losgelöst von dem, was auf dem Rasen geschah. Wie in den drei Wochen der WM. Wenn auch auf dem Spielfeld mitunter nichts passierte – La Ola ging immer.

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"Das war ein tolles Erlebnis für Spieler und Fans", sagte Hertha-Coach Markus Babbel über das Spiel. Jose Mourinho war etwas weniger euphorisch.

(Foto: dpa)

Überhaupt hatte die Partie gegen Madrid durchaus etwas von einem Familienfest. Der spanische Rekordmeister führte zu diesem Zeitpunkt zwar mit 3:1. Patrick Ebert hatte nach Pass von Fabian Lustenberger den Erstliga-Aufsteiger nach 18 Minuten in Führung gebracht. Cristiano Ronaldo mit einem für ihn typischen Freistoß (29.) in den Winkel und Karim Benzema (33., 47.) hatten für die Gäste getroffen. Der sommerliche Spaßkick war also gelaufen, 3:1 hieß es auch nach 90 Minuten. Aber unzufrieden war niemand. Warum auch? "Das war ein tolles Erlebnis für Spieler und Fans", sagte Markus Babbel.

Schließlich werden Künstler wie Ronaldo, dessen geschätzter Marktwert von 90 Millionen Euro den der gesamten Mannschaft der Herthaner um das Doppelte übertrifft, Karim Benzema, Weltmeister Xabi Alonso sowie die deutschen Nationalspieler Mesut Özil, der seine Premiere im Trikot mit der legendären Nummer zehn gab, sonst aber arg phlegmatisch wirkte, und Sami Khedira, der nach seiner Einwechslung in der zweiten Halbzeit vor allem offensiv glänzte, zumindest zu einem Pflichtspiel so schnell nicht wieder in Berlin aufkreuzen. Wenn es auch nur für neuneinhalb Stunden war.

Für neuneinhalb Stunden in der Hauptstadt

Kurz vor zwölf waren die Königlichen an diesem Mittwoch mit einer extra gecharterten in Tegel gelandet, um 21.30 Uhr ging es schon wieder weiter. So geriet bei dieser Stippvisite auch das Aufwärmprogramm etwas kurz, erst 27 Minuten vor dem Anpfiff um 18 Uhr ließen sich die Spieler der Madrilenen auf dem Rasen blicken. Für die Hertha hat's gereicht. Die ersten zwanzig Minuten spielten die Berliner munter mit, danach machten die Spieler Reals in ihren weißen Hemden mit goldenen Rückennummern zwischenzeitlich ernst, und ein aufgeräumter Babbel räumte ein: "Wir hatten Glück, dass wir nicht noch das 4:1 oder 5:1 bekommen." Schlussendlich gehe das Resultat "absolut in Ordnung". Nur das mit den leichten Fehlern müsse sich sein Team noch abgewöhnen. Schließlich beginnt am Wochenende die Saison.

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Treffsichere Künstlertruppe: Einmal Cristiano Ronaldo und zweimal Karim Benzema trafen in Berlin für die Real-Stars.

(Foto: AP)

Madrids Trainer José Mourinho war zwar hinterher nicht in der Lage, auch nur einen Spieler des Gegners beim Namen zu nennen, zeigte sich aber von seiner höflichen Seite: "Ich musste auf mein Team schauen. Das war ein guter Test, die Hertha ist schon sehr weit." Ansonsten war er mit seiner Mannschaft zufrieden, überhaupt sei jetzt, zu Beginn seiner zweiten Saison in Madrid, alles bestens. "Und Siege haben den angenehmen Nebeneffekt, dass sie das Reisen angenehmer machen."

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Hertha war ein guter Gegner, fand Jose Mourinho. Wer bei Hertha besonders gut war, konnte er aber nicht sagen.

(Foto: dpa)

Als nächstes tritt Real am Samstag in England bei Leicester City an, danach geht’s zum Gastspiel nach China. Und auch für die Hertha geht es weiter. Am Sonntag steht die erste Runde des DFB-Pokals an. Ab 16 Uhr beim Regionalligisten ZFC Meuselwitz. 7571 Karten sind schon verkauft. Die Thüringer rechnen mit mehr als 8000 Zuschauern in der bluechip-Arena. Für eine Welle im schönen Schnaudertal reicht das allemal.

Quelle: ntv.de

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