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Fan-Frust in der Europa League Niemand will Wolfsburgs Sieg sehen

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Ja wo sind sie denn? Die Fans bleiben dem Spiel fern.

(Foto: imago images/Christian Schroedter)

Das Comeback in der Europa League verläuft für den VfL Wolfsburg sportlich erfolgreich. Doch kaum jemand wollte das Spiel des Fußball-Bundesligisten live im Stadion sehen. Das sorgt für reichlich Frust bei den Spielern, die gleichzeitig die "wahren Fans" loben.

Erst hüpfte Maximilian Arnold mit seinen Kollegen vor den eingefleischten Fans auf und ab, doch dann bahnte sich beim Anführer der Wölfe der Frust über die vielen leeren Plätze seinen Weg. "Klar, das ist nicht Real Madrid. Aber ich finde es gehört dazu, dass man trotzdem ins Stadion kommt", sagte Arnold nach dem erfolgreichen Europa-Comeback des VfL Wolfsburg.

Dass nur 10.112 Zuschauer das 3:1 (2:0) zum Europa-League-Auftakt des Werksklubs gegen PFK Olexandrija aus der Ukraine sehen wollten, fand Arnold "nicht gut". Schließlich hätten die Wolfsburger Fans über "drei Jahre kein internationales Spiel gesehen". Für den Mittelfeld-Antreiber sind die Anhänger, "die da waren, die wahren Fans". Denn "die kommen auch zu solchen Spielen. Das zeichnet wahre Fans aus", sagte Arnold.

"Die sollen das bereuen"

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Exakt 1255 Tage nach dem bisher letzten Europa-Auftritt der Wölfe beim Aus in der Champions League gegen Real Madrid hatte Arnold (20.) sein Team mit einem Flatterschuss aus der Distanz in Führung gebracht, auch Admir Mehmedi (24.) und Josip Brekalo (67.) trafen für die Niedersachsen. Aber das große Thema war die spärliche Kulisse. "Die, die nicht kommen konnten oder einfach nicht da waren, sollen das bereuen", sagte Mehmedi hinterher: "Wir haben es denen gezeigt, die nicht gekommen sind, und hoffen, dass sie das nächste Mal kommen."

Doch ob die weiteren Gruppengegner AS St. Etienne und KAA Gent die großen Zuschauermagneten sind, darf bezweifelt werden. Trainer Oliver Glasner sieht ohnehin erst einmal sein Team in der Bringschuld. "Es ist wie es ist. Wir haben gesagt, wir nehmen es als Aufgabe für uns, die Fans zu mobilisieren - damit von Spiel zu Spiel mehr kommen", sagte der Österreicher: "Ich denke, mit dem Auftaktsieg haben wir den ersten Schritt in diese Richtung gesetzt." Glasner, der sich über die prompte Reaktion seiner Elf nach dem zwischenzeitlichen Anschluss durch Eugene Banada (66.) freute, hofft, dass "uns möglichst viele Wolfsburg-Fans bei unserer Reise durch Europa begleiten".

Auch Yannick Gerhardt ging nicht ganz so hart wie seine Mitspieler mit der Anhängerschaft ins Gericht. "Natürlich ist es schade, dass das Spiel nicht ausverkauft war. Aber man muss auch verstehen, dass viele arbeiten mussten und keine Zeit hatten. Für Kinder war es auch sehr schwer", die Partie vor Ort zu verfolgen, sagte der 25-Jährige. Schließlich war der Anstoß erst um 21 Uhr. "Trotzdem versuchen wir, mehr Werbung für die Europa League zu machen", sagte Gerhardt und wünscht sich, dass das Stadion bei den "nächsten Spielen wieder voller wird".

Quelle: n-tv.de, Christoph Stukenbrock und Kristof Stühm, sid

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