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Gute Nachrichten für BundesligaNorwegischer Fußballzwerg stößt Italiens Fußball Richtung Abgrund

25.02.2026, 06:16 Uhr
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Der ehemalige Bayern-Keeper Yann Sommer machte nach dem Spiel nicht den fröhlichsten Eindruck. (Foto: IMAGO/Ball Raw Images)

Bodö/Glimt ärgert in der Champions League weiter die Topteams. In Norwegen können sie das kaum glauben. Der Sieg schlägt hohe Wellen. Der Vorjahresfinalist Inter ist dagegen ausgeschieden. Der Serie A droht ein Desaster - und die Bundesliga könnte davon profitieren.

Als die Helden von San Siro ihr kleines Fußball-Wunder feierten, vergaß der norwegische Ministerpräsident für einen kurzen Moment sogar die hohe Politik. "Es ist ein Märchen", jubelte Jonas Gahr Störe. Der Politiker hatte das sensationelle 2:1 (0:0) des FK Bodö/Glimt in der Champions League bei Inter Mailand in einer Hotellobby in Kiew verfolgt, am Rande eines Treffens mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj.

"Ich habe schon gesehen, wie sie Manchester City in Aspmyra mit 3:1 geschlagen haben. Das war ein Wahnsinnsmoment, und danach ging es einfach immer weiter", schwärmte Gahr Störe im norwegischen Rundfunk und ergänzte euphorisch: "Alles ist möglich. Das ist eine Ermutigung für alle und wirkt weit über den Fußball hinaus."

Nach dem 3:1 im Play-off-Hinspiel setzte sich der Außenseiter auch beim Vorjahresfinalisten durch und kam völlig überraschend ins Achtelfinale. Dort wartet bei der Auslosung am Freitag erneut die Startruppe von Manchester City oder Sporting Lissabon als Gegner.

"Bodö macht dem San Siro Schüttelfrost"

"Ich bin unheimlich stolz auf das, was wir sind", sagte Trainer Kjetil Knutsen und betonte: "Es ist unglaublich, dass ein Verein wie Bodö/Glimt es bis ins Achtelfinale der Champions League schaffen kann." Den herausragenden Torwart Nikita Haikin bezeichnete er als eine "Gabe Gottes".

Kapitän Patrick Berg sprach vom "Größten, was ich in meiner Karriere erlebt habe". Und auch die Medien im hohen Norden waren verzückt. NRK fühlte sich angesichts der "Glimt-Pracht von Mailand" an "Hollywood" erinnert, Verdens Gang sprach von einer "Machtdemonstration" und sieht "Glimt im Himmel".

Der frühere Frankfurter Jen Petter Hauge, der den ersten Treffer selbst erzielt und den zweiten vorbereitet hatte, habe "fast 70.000 Zuschauer im San Siro zum Schweigen gebracht", schrieb das Boulevardblatt weiter. TV2 kommentierte: "Glimt schockiert - schon wieder". Und der Corriere dello Sport stöhnte: "Bodö macht dem San Siro Schüttelfrost".

Bodö schreibt norwegische Fußballgeschichte

Es war die Fortsetzung eines norwegischen Fußball-Märchens, das weit über den Vereinsfußball hinausgeht. Auch in der WM-Qualifikation war Norwegen mit zwei klaren Erfolgen dem Weltmeister von 2006 überlegen. Die Squadra Azzurra muss in die Playoffs, während Erling Haaland, Julian Ryerson und Co. ihren Startplatz sicher haben. "Mamma mia! Jetzt haben Italiener Albträume von Norwegen", jubelte die norwegische Zeitung "Aftenposten" nach dem nächsten Coup am Dienstagabend.

Glimt schrieb nationale Fußballgeschichte: Zwar stand Rosenborg Trondheim 1996/97 sogar im Viertelfinale der Königsklasse, erstmals aber setzte sich ein norwegischer Klub in einem K.o.-Duell der Champions League durch. "Das ist komplett verrückt. Wir haben etwas völlig Aberwitziges geschafft", sagte Torschütze Hakon Evjen. Und jetzt? "Alles ist möglich!"

Was Inters Aus für Italiens Fußball bedeutet

Völlig aus dem Nichts kommt der sensationelle Lauf der Norweger nicht. In der Ligaphase der Champions League setzte die Mannschaft von Trainer Kjetil Knutsen gerade in der Schlussphase die Highlights. In Dortmund holte das Team ein verdientes 2:2, danach gelang mit zwei furiosen Auftritten gegen Manchester City (3:1) und bei Atlético Madrid (2:1) der Sprung in die Playoffs. Dort war Inter Mailand kein Hindernis. Die eindrucksvolle Bilanz: Fünf Spiele gegen europäische Top-Teams, vier Erfolge und ein Unentschieden.

Für Italien hingegen ist das Aus des Vorjahresfinalisten ein gigantischer Rückschlag im Kampf um den fünften Champions-League-Platz in der kommenden Saison. Neben Inter steht auch Atalanta Bergamo (0:2 bei Borussia Dortmund) und Juventus Turin (2:5 bei Galatasaray) in den Playoffs vor dem Aus. Meister SSC Neapel konnte sich nicht mal für die K.o-Runde qualifizieren. Die Wahrscheinlichkeit ist nicht gering, dass keine Mannschaft aus der stolzen Serie A im Achtelfinale der Königsklasse stehen wird.

Im UEFA-Ranking der laufenden Spielzeit steht Italien aktuell mit mehr als einem Punkt Rückstand auf die zweitplatzierte Bundesliga auf Rang fünf. Nur die ersten beiden Verbände in dem Ranking erhalten in der kommenden Spielzeit einen weiteren Startplatz in der Champions League. Die englische Premier League ist an der Spitze längst enteilt.

Quelle: ntv.de, sue/dpa/sid

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