"Er wird ziemlich wütend sein"Premier-League-Trainer macht seine Pokalversager lächerlich

Der Premier-League-Klub Nottingham Forest verliert sein Drittrundenspiel im FA-Cup gegen Zweitliga-Aufsteiger Wrexham auf bittere Weise. Forest-Trainer Sean Dyche ist komplett enttäuscht.
Sean Dyche war bedient. Und zwar so richtig bedient: Nach dem peinlichen Aus in der dritten Runde des FA-Cups gegen den Zweitligisten AFC Wrexham (6:7 nach Elfmeterschießen) stellte der Trainer des Premier-League-17. seine Pokalversager gnadenlos in den Senkel: "Die erste Halbzeit war völlig inakzeptabel", sagte der 54-Jährige gegenüber TNT Sports. "So etwas darf man nicht machen. Für mich ist das inakzeptabel, aber ich habe gesagt, dass sie sich selbst den Spiegel vorhalten müssen, denn das ist auch für den Verein inakzeptabel."
Nachdem Dyche acht Änderungen gegenüber dem Premier-League-Sieg am Dienstag bei West Ham vorgenommen hatte, sah er wütend zu, wie seine Mannschaft zur Halbzeit mit 0:2 gegen den Gegner aus der Championship zurücklag.
Sie kämpften sich vor den Augen von Wrexham-Boss und Hollywood-Star Ryan Reynolds zurück, glichen zum 3:3 aus und erzwangen die kräftezehrende Verlängerung, verloren aber im Elfmeterschießen mit 4:3, nachdem Igor Jesus und Omari Hutchinson ihre Elfmeter verschossen hatten. "Einige Spieler, die in der zweiten Halbzeit eingewechselt wurden, waren eine Bereicherung und wir sahen dann wie eine Premier-League-Mannschaft aus", zeigte sich Dyche mit Spielern wie dem einstigen FC-Bayern-Transferziel und Doppel-Torschützen Callum Hudson-Odoi gnädig.
Einige andere, die Dyche in die Startelf beordert hatte, bekamen aber ihr Fett weg: "Sie alle klopfen an die Tür und fragen: 'Warum spiele ich nicht?' Nun, für einige gibt es ganz ehrlich gesagt gute Gründe dafür. Ich hätte sie alle zur Halbzeit auswechseln können."
"Er wird ziemlich wütend sein"
Immerhin wird er künftig von einigen unzufriedenen Spielern nicht mehr behelligt werden, ist sich Dyche sicher: "Tatsache ist, dass wir Veränderungen vornehmen müssen. Sie haben sich gezeigt und werden nicht wieder an meine Tür klopfen und fragen: 'Warum spiele ich nicht?' Das ist sicher, zumindest die Mannschaft der ersten Halbzeit."
Der einstige Liverpool-Profi Steve McManaman, zweifacher Champions-League-Sieger mit Real Madrid, hatte Mitleid mit Dyche: "In den ersten 45 Minuten hätten sie genauso gut nicht antreten können. Das ist wirklich enttäuschend, denn Sean Dyche hat einigen dieser Spieler vertraut, dass sie ihre Aufgabe erfüllen würden, und das haben sie nicht getan. Er musste sich auf einige seiner großen Jungs verlassen. Es kam zur Verlängerung, und das ist etwas, was er nicht wollte, also wird er in der Umkleidekabine wohl ziemlich wütend sein."
Als 17. der Premier League - mit sieben Punkten Vorsprung auf die Abstiegsplätze - kann sich Nottingham Forest jetzt komplett auf den Kampf um den Klassenerhalt konzentrieren. Dass Premier-League-Konkurrent und Cup-Verteidiger Crystal Palace nur wenig später die größte Blamage in der Pokal-Geschichte produzierte, dürfte für Dyche derweil nur ein schwacher Trost gewesen sein.