Mal wieder kuriose AussagenRiera hadert mit Amtsantritt bei der "schlechtesten Mannschaft in Europa"

Eintracht Frankfurt muss sich für die eigenen Europa-Ambitionen ganz schön strecken. Der Trainerwechsel im Februar hat bislang noch nicht den nötigen Aufschwung gebracht. Albert Riera spricht nun aus, wie er seinen Amtsantritt sieht.
Eintracht Frankfurt und Albert Riera - das ist noch keine Liebesbeziehung. Die Hessen führen im Duell der Fußball-Bundesliga gegen den abstiegsbedrohten 1. FC Köln mit 2:0 - die Freude währt aber nur immens kurz. Im achten Spiel unter Trainer Riera steht am Ende das dritte Unentschieden. Hinzu kommen zwei Niederlagen und drei Siege. Durchwachsen.
Zehn Punkte trennen die Eintracht (39 Punkte) als Siebter bereits auf Platz sechs, der sicher für den internationalen Wettbewerb reicht. Nur noch sechs Bundesliga-Spieltage stehen an. Zumal Verfolger SC Freiburg nur zwei Punkte dahinter lauert. Als Riera Anfang Februar die Nachfolge von Dino Toppmöller antrat, war Frankfurt Achter. Umso kurioser muten die Aussagen an, die der spanische Coach nach dem 2:2 gegen Köln tätigte.
"Das Problem ist, dass wir nicht die schlechteste Mannschaft in der Bundesliga waren, sondern was die Gegentore angeht, die schlechteste Mannschaft in Europa waren", sagte Riera und fügte hinzu: "Als ich am 1. Februar kam, waren wir die schlechteste Mannschaft in Europa."
"Hier war Ängstlichkeit, Enttäuschung, Frustration"
Es scheint so, als hätte er nicht gerade seinen Traumjob angetreten. "Hier war Ängstlichkeit, Enttäuschung, Frustration", blickt er zurück und hadert auch mit dem Zeitpunkt, als er die Hessen übernahm: am Ende des Transferfensters, ohne Saisonvorbereitung, ohne Zeit. Schon nach der 1:2-Niederlage beim 1. FSV Mainz 05 hatte Riera durchblicken lassen, dass der Kader nicht gerade seinen Vorstellungen entspricht. "Ich muss die Spieler, die wir haben, besser machen."
So richtig scheint er noch nicht zu wissen, wem er nun vertraut aus seinem Kader. In acht Spielen ließ er drei verschiedene Systeme spielen. Gegen Köln hatte Frankfurt zwar deutlich mehr Spielkontrolle, tat sich aber dennoch schwer, gefährlich zu werden. Es musste eine Einzelaktion helfen. Der eingewechselte Farès Chaibi setzte zum Sololauf an und fand in der Mitte Burkardt, der aus kurzer Distanz einschob (66.). Wenige Minuten später zog Kalimuendo aus dem Hintergrund ab und erhöhte (69.). Es half nur nicht, weil im direkten Gegenzug Jakub Kaminski den Anschlusstreffer erzielte (70.) und Alessio Castro-Montes den Kölnern den wichtigen Punkt im Kampf um den Klassenerhalt sicherte (83.).
Die Frankfurter, die sich in der vergangenen Saison noch für die Champions League qualifiziert hatten, dort aber im Januar in der Gruppenphase sang- und klanglos nach sechs Pleiten, einem Remis und nur einem Sieg ausschieden, präsentierten sich einmal mehr fragil.
"Albert sagt, was er denkt"
Und Riera selbst erscheint auch so manches Mal nicht ganz sicher. Er zählte auf, dass die Eintracht nur gegen den FC Bayern, Mainz und den 1. FC Union nicht gewonnen hat. Allerdings gab es zudem auch noch ein torloses Remis gegen Abstiegskandidat FC St. Pauli. Er ließ es unter den Tisch fallen. Nicht zum ersten Mal irritierte Riera auf einer Pressekonferenz. Die Journalisten fragte er auch schon mal, ob sie nicht gleich nach allen Spielern einzeln fragen wollen. Regelmäßig redet sich der Cheftrainer in Rage - auch diesmal.
Zuletzt hatte Sportvorstand Markus Krösche seinen Wunschkandidaten für die Toppmöller-Nachfolge noch in Schutz genommen: "Albert sagt, was er denkt. Das polarisiert. Er ist überzeugt von dem, was er tut und wie er Fußball spielen lassen will", hatte er der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" gesagt. Man werde den Coach nicht am Erreichen der internationalen Startplätze messen. Das könnte ein Glück für Riera sein.