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Ex-Fußballer soll Senator werden Ronaldinho im Bund mit Rechtspopulisten?

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Offenbar peilt Ronaldinho eine Karriere in der Politik an.

imago/Fotoarena

Die rechtspopulistische Partei PEN setzt sich in Brasilien gegen Abtreibung und gleichgeschlechtliche Ehe ein. Jetzt will sie den ehemaligen Weltfußballer Ronaldinho zum Senator machen. Der Spieler hat offenbar Interesse, stellt aber auch eine Bedingung.

In einem Interview hat der Vorsitzende der brasilianischen rechtspopulistischen Partei PEN (Partido Ecológico Nacional), Adilson Barroso, verkündet, dass Fußball-Ikone Ronaldinho als Senator im Bundesstaat Minas Gerais kandidieren wird. Der ehemalige Weltfußballer habe seine mündliche Zusage gegeben, sagte Barroso der Zeitung "O Globo".

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"Ronaldinho ist der Partei noch nicht beigetreten, aber seine Repräsentanten haben uns die Garantie gegeben, dass er das noch tun wird. Ronaldinho ist ein guter Mensch und zeigt große Hilfsbereitschaft", erklärte Barroso. Über Ronaldinho habe man noch nie etwas Falsches gehört. Er sei das Gesicht der Vernunft, der Ethik und habe Charakter, ergänzte der Parteivorsitzende noch.

Dabei ist Ronaldinhos politisches Engagement laut "O Globo" an eine Bedingung geknüpft. Der Politiker Jair Bolsonaro müsse sich als Präsidentschaftskandidat für die kommende Wahl im Oktober 2018 aufstellen lassen. Bolsonaro hatte erst vor wenigen Wochen seinen Wechsel von der christlich-konservativen Partei PSC (Partido Social Cristão) zur "Patriota", der zukünftige Name der Pen-Partei, verkündet und gilt als einer der Favoriten auf die Nachfolge der suspendierten Präsidentin Dilma Roussef.

Der brasilianische Fußballstar ist ein großer Anhänger Bolsonaros, dessen neue Partei "Patriota" in Brasilien für ihre rechtspopulistische Politik bekannt ist. Sie positioniert sich gegen Abtreibung, die "Ehe für Alle" und Transgender. Die Partei befürwortet auch das offene Tragen von Feuerwaffen und verstärkte Investitionen in Streitkräfte und öffentliche Sicherheit. Ideologien, die Bolsonaro bereits seit mehreren Jahren vehement vertritt. Der Parteislogan von "Patriota" erinnert an die Präsidentschaftskampagne von Donald Trump in den USA. Trump warb mit "America First", während die brasilianische Partei das Motto "Brasilien vor allen" ausgerufen hat.

Mündet sportlicher Erfolg im politischen Amt?

Ronaldinhos Chancen auf den Senatssitz im Bezirk Mineira Girais stehen nicht schlecht. In Belo Horizonte, der Hauptstadt des Bundesstaates, genießt der 37-Jährige hohes Ansehen. Nach seinen Stationen in Europa für Paris Saint-Germain, den FC Barcelona und den AC Milan, hatte er bei Atletico Mineiro seine erfolgreichste Zeit in seinem Heimatland - gewann dort 2013 die südamerikanische Champions League.

Ronaldinhos Aufnahme am Obersten Wahlgericht soll im April stattfinden. Sein Vertreter soll der ehemalige Spieler Somália werden, der für Klubs wie América Mineiro, Botafogo und Fluminense gespielt hat.

Quelle: n-tv.de, mba

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