Fußball

Fußball-Idol droht Justiz-Ärger Ronaldinho reist mit bizarr gefälschtem Pass

Der Brasilianer Ronaldinho ist Anfang des Jahrtausends einer der Megastars des Weltfußballs. Inzwischen aber sorgt der zweimalige Weltfußballer und Weltmeister von 2002 für unsportliche Schlagzeilen: Erst hat er zu Hause Ärger mit dem Staat, nun droht ihm im Ausland Justiz-Ungemach.

Ronaldo de Assis Moreira ist eines der größten Fußball-Idole aller Zeiten, als Ronaldinho begeisterte er weltweit und vor allem die brasilianischen Fußballfans. Mit seinem Künstlernamen wurde er 2002 mit der brasilianischen Nationalmannschaft Weltmeister, 2004 und 2005 wurde er als Weltfußballer ausgezeichnet.

Früher spielte Ronaldinho geniale Pässe, gelupft über den Kopf der Verteidiger oder durch deren Beine, gerne auch ohne hinzuschauen, Pässe aus allen Lagen in alle Richtungen, mit seinen Pässen verzückte er Kenner und Liebhaber des schönen Spiels - nun droht dem 39-Jährigen aber viel Ärger, ausgerechnet wegen eines Passes, der niemanden begeistert: Ronaldo de Assis Moreira soll mit einem gefälschten Reisedokument unterwegs gewesen sein.

Am Mittwoch war die Fußballlegende gemeinsam mit seinem Bruder und Manager Roberto Assis nach Paraguay gereist. Nach der Ankunft im Jacht & Golf Klub Paraguayo nahe der Hauptstadt Asuncion kamen mehrere Polizeibeamte in die Suite des einstigen Barca-Profis und stellten dort die offenbar gefälschten Ausweispapiere der Brüder sicher. Das geht aus einem Polizeibericht hervor, der dem Sender ESPN Brasil vorliegt.

Bizarre Panne

Die Brüder seien südamerikanischen Medien zufolge bereits am Flughafen aufgefallen. Das offensichtliche Problem mit dem Dokument des brasilianischen Idols: es wies ihn als Staatsbürger Paraguays aus. Wo doch alleine 27,09 Millionen Deutsche 2002 Zeuge wurden, wie der damals 22-jährige Ronaldinho eben Brasilien im Finale gegen die DFB-Elf zum Weltmeistertitel führte - und nicht Paraguay.

"Ronaldinho ist mit einem falschen Pass nach Paraguay eingereist", sagte Innenminister Euclides Acevedo. "Nach unseren Erkenntnissen wurde der Pass vor eineinhalb Monaten von Personen, die hier wohnen, beantragt und das Dokument danach verändert." Ronaldinho und sein Bruder seien "nicht verhaftet" worden, "gegen sie wird noch ermittelt und sie müssen aussagen. Dann wird entschieden, ob sie verhaftet werden oder nicht", verkündete Acevedo gegenüber ESPN Brasil. Die beiden verhielten sich kooperativ und gaben an, von einer dritten Person, die Teil des Ronaldinho-Trosses war, "reingelegt" worden zu sein. Ronaldinho sagte laut einem Bericht der Zeitung "ABC Color", die Pässe seien ihm und seinem Bruder bei der Ankunft in Paraguay von einem Unternehmer ausgehändigt worden.

Der Fußballer und sein Bruder durften im Hotel bleiben, befinden sich aber unter Aufsicht der Behörden. Der von Ronaldinho beschuldigte Mann wurde festgenommen, der Fußballer selbst soll sich am Donnerstag gegenüber den Behörden erklären müssen. Nach einer Mitteilung der paraguayischen Polizei sei Ronaldinho auf Einladung eines Casino-Besitzers im Land. Er wollte ein Buch über sich promoten und Termine für eine Kampagne zugunsten unterprivilegierte Kinder wahrnehmen.

"Totale Respektlosigkeit"

Sein brasilianischer Pass war Ronaldinho 2018 abgenommen worden, nachdem er und sein Bruder mit Strafzahlungen in Verzug geraten waren. Das Fußball-Idol war im Februar 2015 zu einer Millionen-Geldstrafe verurteilt worden, nachdem er ohne Genehmigung eine Angelplattform im geschützten Gebiet des Guaiba-Sees gebaut hatte.

Später unterstützte der Edeltechniker den damaligen Präsidentschaftskandidaten Jair Bolsonaro, der sich immer wieder homophob, sexistisch oder abfällig gegenüber Schwarzen äußert. Bolsonaro wurde tatsächlich Präsident, der offiziell mit einer Ausreisesperre belegte Ronaldinho wurde 2019 zum Tourismusbotschafter seines Landes ernannt. Seinen Posten als Botschafter des FC Barcelona soll er wegen seiner Bolsonaro-Beziehungen wieder losgeworden sein.

Ronaldinho spielte nach seinem Wechsel nach Europa für AC Mailand, Paris Saint-Germain und den FC Barcelona, mit den Spaniern gewann er 2006 die Champions League. Für Brasilien bestritt Ronaldinho nach Fifa-Zählungen 97 Länderspiele, sein Verband ehrte ihn dagegen im Februar 2013 für sein 100. Länderspiel. Brasilianische Behörden konnten 2018 nur umgerechnet rund fünf Euro auf den Bankkonten des einstigen Großverdieners finden. In der Folge wurden mehrere Autos und Kunstwerke beschlagnahmt. 2018 hatte er seine Karriere beendet.

Quelle: ntv.de, ter

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