Fußball

Zoff bereits vor dem Pokalfinale SC Freiburg zeigt RB Leipzig die kalte Schulter

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Der SC Freiburg macht keine gemeinsame Sache mit RB Leipzig.

(Foto: imago images/Jan Huebner)

Vor dem DFB-Pokalfinale verweigert der SC Freiburg gemeinsame Fanartikel mit dem Gegner RB Leipzig. Die sind bei Highlight-Spielen normalerweise Standard. Der Verein aus dem Breisgau nennt keine Gründe, doch ein Instagram-Posting eines Fanmagazins gibt einen eindeutigen Hinweis.

Der SC Freiburg hat kein Interesse an gemeinsamen Fanartikeln mit RB Leipzig. Der Fußball-Bundesligist hat seinem Gegner im DFB-Pokalfinale die Verwendung des Vereinslogos untersagt. Das bestätigte ein Vereinssprecher ohne Angabe von Gründen. Ein Instagram-Post eines Freiburger Online-Magazins legt nahe, dass das Verbot mit der Eigentümerstruktur des sächsischen Fußball-Klubs zusammenhängt. Das Endspiel findet am 21. Mai im Berliner Olympiastadion statt. Für beide Bundesligisten wäre es der erste Sieg im DFB-Pokal.

"Beim Finale verweigert der SCF konsequenterweise gemeinsame Fanartikel mit dem Gegner", hieß es in einem Posting auf der Instagram-Seite von nordtribüne.org, einem Online-Magazin Freiburger Fans: "Außerdem wurde dem Gegner untersagt, das Wappen unseres e.V. zu verwenden. Keine gemeinsame Sache mit dem Konstrukt." Die derart verbreitete Nachricht wurde wenig später vom Verein bestätigt. RB Leipzig wollte sich auf Anfrage der "Bild"-Zeitung nicht zu dem Sachverhalt äußern. Gemeinsame Fan-Artikel zu Highlight-Spielen sind im Fußball normalerweise gebräuchlich.

Der sächsische Bundesligist steht seit der Übernahme der Lizenz des damaligen Oberligisten SSV Markranstädt durch den österreichischen Marketing-Giganten Red Bull um Milliardär Dietrich Mateschitz in der Kritik. Die Neugründung unter dem Namen "Rasenballsport Leipzig" erwies sich als erfolgreich. Innerhalb weniger Jahre gelangte der Klub erst in den Profi-Fußball und dann bald auch in die Bundesliga.

Die Kritik an Leipzig

Seither hat sich RB Leipzig in der nationalen Spitze etabliert und steht in dieser Spielzeit vor dem ersten Titelgewinn. Neben dem Pokalfinale am 21. Mai winkt den Leipzigern auch die Teilnahme am Endspiel der UEFA Europa League in Sevilla nur wenige Tage zuvor. Am Donnerstag könnten die Sachsen ihr 1:0 aus dem Halbfinal-Hinspiel gegen die Glasgow Rangers veredeln.

Leipzig wird aus vielerlei Gründen von gegnerischen Vereinen kritisiert. Den Sachsen wird einmal vorgeworfen, nur als Vorwand für ein Marketingvorhaben zu dienen und die Getränkemarke Red Bull zu stärken und nur das "Imitat" eines Fußballvereins zu sein, wie es das Leipzig-kritische Fußball-Magazin "11 Freunde" im Jahr 2020 schrieb. Weitere Kritik gibt es an den zahlreichen Transfers zwischen den beiden RB-Ablegern Leipzig und Salzburg, die vorgeben, nicht miteinander verbandelt zu sein. Die UEFA bestätigte dies beiden Klubs. Doch Restzweifel bleiben weiterhin.

Zuletzt war auch vermehrt der Milliardär Dietrich Mateschitz ins Blickfeld der Kritiker gerückt. Mit seinen Medienmarken "Servus TV", die während der Pandemie zu einer Plattform für Corona-Leugner wurde, und "Der Pragmaticus" zeigt er eine im besten Falle rechtskonservative Einstellung.

In Leipzig selbst wird die Kritik meist auf den Neid der Fußball-Fans auf den Erfolg des Klubs reduziert. Auch einige Medien unterstützen den Verein in dieser Argumentation. "Bei aller Leidenschaft sollte nur mal langsam der Übergang gelingen, RB Leipzig ein Mindestmaß an Respekt entgegenzubringen", hieß es bei Sport1 nach dem Einzug der Leipziger in das Pokalfinale. Und Guido Schäfer, Chefreporter der Leipziger Volkszeitung, erzählte der BBC vor dem Spiel gegen die Glasgow Rangers, dass dem Klub mittlerweile in weiten Teilen Deutschlands große Anerkennung für die sportliche Leistung entgegengebracht werde, nur nicht in Dortmund oder Berlin.

Quelle: ntv.de, sue

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