Fußball

Zu wenig Qualität ohne Draxler und Boateng Schalke plagen Selbstzweifel

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Momentan hilft Jens Keller wohl nur beten.

(Foto: imago sportfotodienst)

Matchball vergeben, Endspiel vor der Brust: Nach dem mageren 0:0 in Bukarest bangt Schalke 04 um das Achtelfinale der Champions League. Der Erfolg hängt derzeit zu sehr von Julian Draxler und Kevin-Prince Boateng ab. Der Rest ist nur Mittelklasse.

Steaua Bukarest - FC Schalke 0:0

Tore: Fehlanzeige

Bukarest: Tatarusanu - Prepelita (82. Stanciu), Szukala, Gardos,  Latovlevici - Neagu (46. Varela), Bourceanu - Popa, Chipciu (77.  Iancu), Tanase - Piovaccari
Schalke: Fährmann - Uchida, Höwedes, Felipe Santana, Aogo -  Jones, Neustädter - Farfan, Meyer (73. Draxler), Christian Fuchs (88. Obasi) - Szalai

Referee: Nijhuis (Holland) Zus: 15.000
Schüsse: 8:18 Ecken: 3:9 Ballbes: 50:50

Im Gesicht von Jens Keller ließ sich in Bukarest ziemlich genau ablesen, was seine Mannschaft in den vergangenen Wochen auf dem Platz zustande bringt: herzlich wenig. Der Schalke-Trainer schien in der National Arena das ein oder andere Stoßgebet gen Himmel zu schicken - möge doch bitte irgendwer irgendwas tun, damit Schalke endlich wieder in die Spur findet. Beim Fußball-Gott stieß er jedoch auf taube Ohren, der Revierclub mühte sich im Schneetreiben nur zu einer müden Nullnummer.

Genauso trübe wie das Wetter war auch das Schalker Spiel. Als "ziemlich durchwachsen" bezeichnete es Torwart Ralf Fährmann, der Timo Hildebrand vertrat und die Knappen mit zwei Paraden (31./59.) sogar vor dem Rückstand bewahrte. Seinen Vorderleuten mangelte es an Ideen, um die Defensive der Gastgeber zu knacken. Bis auf drei Kopfbälle von Benedikt Höwedes (61.), Jermaine Jones (62.) und Adam Szalai (80.) hatte Schalke keine gefährlichen Aktionen, kurz vor dem Ende aber auch Pech, als Szalai im Strafraum gelegt worden war, allerdings keinen Elfmeter bekam. "Am Ende müssen wir mit dem Punkt zufrieden sein. Wir hätten gewinnen, aber auch verlieren können", resümierte Christian Fuchs nach 90 Minuten.

Ein paar Stunden zuvor ahnte Trainer Keller bereits, dass die Veranstaltung in Bukarest eine zähe Nummer werden würde. "Für uns war die Situation natürlich nicht einfach, weil wir erst morgens entschieden haben, dass Julian Draxler nicht von Beginn an und Kevin-Prince Boateng gar nicht spielen würde", sagte der 43-Jährige und sprach das an, was die Schalker Fan-Seele und die Medien schon seit Wochen beschäftigt: den Gesundheitszustand von Boateng.

Meyer: Es fehlt an Qualität

Der zehn Millionen Euro teure Neuzugang hatte die Reise nach Rumänien mit angetreten, saß um 16.55 Uhr aber schon wieder im Flieger nach München, um sich dort behandeln zu lassen. "Er ist zwei Wochen bei der Nationalmannschaft gewesen. Sein Knie bedarf einer ständigen Kontrolle. Das war nicht möglich", sagte Manager Horst Heldt und wirft damit die Frage auf: Warum fällt das erst in Rumänien auf?

Es scheint immer mehr, als wenn die Verantwortlichen selbst nicht so recht wissen, was das Problem von Boateng wirklich ist. "Es geht dabei um die Statik des Knies", versuchte Heldt zu erklären. "Wenn die sich verschiebt, gibt es Probleme. Wir werden das in den Griff bekommen. Am Samstag spielt er wieder", erklärte Heldt - ob es wirklich so kommt, ist noch fraglich.

"Mit Druck können wir umgehen"

Fakt ist, dass Schalke ohne Draxler und Boateng offenbar nicht gut genug ist, um eine individuell deutlich schlechter besetzte Mannschaft wie die von Steaua Bukarest zu schlagen. Youngster Max Meyer, der sich als Spielmacher versuchen durfte, fand in seiner Analyse deutliche Worte: "Ich denke, das hat man heute auch gesehen, dass uns ein bisschen die Qualität gefehlt hat."

Das einzig Positive nach dem Remis ist, dass Schalke die K.o.-Phase noch aus eigener Kraft erreichen kann. "Wir müssen jetzt zu Hause gegen Basel gewinnen", erklärte Fuchs, der keine Zweifel hat, dass das auch gelingt: "Bis jetzt war es oft so, dass wir da waren, wenn es ans Eingemachte ging." Auch Kapitän Höwedes erkannte richtig, dass "wir noch alles in der eigenen Hand haben. Natürlich stehen wir gegen Basel unter Druck - aber damit können wir auf Schalke gut umgehen."

Quelle: n-tv.de, sport.de

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